Gefahr Medikamente "aus zweiter Hand"

Eine Frau bietet Tabletten an
Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nur nach Absprache mit einem Arzt eingenommen werden, warnen Mediziner © Fotolia

Kann ich mir den Arztbesuch sparen, indem ich einfach die angebrochene Pillenpackung meines Bekannten übernehme? Auf keinen Fall, warnen Experten. Dennoch ist dieses Vorgehen verbreitet, zeigt eine aktuelle Studie.

Gut jeder neunte Versicherte (11 Prozent) der Techniker Krankenkasse (TK) hat in den vergangenen fünf Jahren ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel eingenommen, das nicht ihm, sondern einer anderen Person verordnet wurde. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der TK hervor. Bei Versicherten anderer gesetzlicher Krankenkassen gaben das sogar 15 Prozent der Befragten an. Fast jeder fünfte 18 bis 39-Jährige berichtet davon, schon einmal ein Arzneimittel aus „zweiter Hand“ verwendet zu haben. Problematisch ist, dass sich die Betroffenen vorher nicht mit einem Arzt beraten haben.

 

Junge Menschen besonders gefährdet

„Offenbar ist vor allem Jüngeren nicht bewusst, dass die willkürliche Einnahme von Arzneimitteln zu erheblichen Nebenwirkungen führen kann. Zudem können auch Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen gefährlich werden“, so Tim Steimle, Leiter des Fachbereiches Arzneimittel der TK. „Wir sehen hier einen erheblichen Aufklärungsbedarf für den verantwortungsbewussten Umgang mit Medikamenten.“ Der Ratschlag der Experten an Patienten lautet: Vor der Einnahme eines verschreibungspflichtigen Medikaments immer einen Arzt konsultieren – nur er kann im Einzelfall sicher einschätzen, ob das Arzneimittel ein Risiko darstellt.

Hamburg, 18. Juni 2015

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