Gefahr im Kindergarten – Personalmangel macht Kinder krank

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Das sagt die Expertin Dr. Hess: "Aus meiner Sicht entscheidet die Gruppengröße mit über die Erkrankungshäufigkeit der Kinder. Je weniger Kinder in einer Gruppe sind, desto weniger Keimen sind die Kinder ausgesetzt" © Fotolia

Die Anzahl der Betreuer in einer Kindertagesstätte steht in engem Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand der dort betreuten Kinder. Das zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin. Die Formel, die das Institut errechnet hat, ist einfach: Je weniger Betreuung in der Kindertagesstätte, desto häufiger werden die Kinder im Vorschulalter krank.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) zeigt, dass Personalmangel in Kindertagesstätten zu mehr schweren und chronischen Krankheiten bei den Vorschulkindern führt. Eine personelle Schwächung des sogenannten Kind-Betreuer-Schlüssels führe demnach nicht nur zu einem Bildungs- und Erziehungsdefizit, sondern auch zu ernsthaften Erkrankungen.

 

Betroffen sind fast alle Kleinkinder in Deutschland

Betroffen von diesen Ergebnissen sind nach Ansicht der Forscher alle Kinder zwischen drei und sechs Jahren, die in Kindertagesstätten betreut werden – das sind in Deutschland 94 Prozent der Kinder in diesem Alter.

Neben einem deutlichen Anstieg bei der Diagnose von Mittelohrentzündungen wurde bei schlecht betreuten Kindern vor allem eine gesteigerte Anfälligkeit für Neurodermitis festgestellt. Beide Krankheiten können negative Folgen auf die kindliche Entwicklung haben sowie nachweislich das Bildungspotential bei Kindern senken, berichten die Forscher.

Die Bildungsökonomin Frauke Peter kritisiert, dass sich mit Blick auf die Verbesserung der Betreuung von Kindern in Kindertagesstätten die Diskussion „häufig nur auf die Förderung der kognitiven Fähigkeiten von Kindern beschränkt und dabei kaum deren Gesundheit berücksichtigt." Die aktuelle DIW-Studie habe nun gezeigt, dass dies fatale Folgen haben kann – nicht nur für die Gesundheit, sondern letztlich auch für die gesamte kindliche Entwicklung.

 

Betreuungs-Verbesserung wäre politisch leicht umsetzbar

Für die DIW-Studie wurden umfassende Datensätze des Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) und der Kinder- und Jugendhilfestatistik (KJH-Statistik) ausgewertet. In Deutschland kommen in Kindertagesstätten durchschnittlich 9,3 Kinder zwischen zwei und acht Jahren auf einen Betreuer. Nach einer Empfehlung der Europäischen Union sollten nicht mehr als acht Kinder in diesem Altersspektrum pro Fachkraft betreut werden. Die Verbesserung des Kind-Betreuer-Schlüssels wäre nach Aussagen der Forscher politisch einfach zu realisieren und ebenso eine sinnvolle Investition in die Zukunft der Kinder.

 

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