Gefällt mir – nicht: Warum Facebook unglücklich macht

Facebook macht unglücklich
Eine aktuelle Studie zeigt, dass Facebook unglücklich macht. Je mehr Zeit in sozialen Netzwerken verbracht wird, desto weniger zufrieden ist man © Fotolia

Je mehr Zeit ein Mensch bei Facebook verbringt, desto unglücklicher wird er. Das zeigt eine aktuelle Studienreihe, die sich mit den emotionalen Auswirkungen des sozialen Netzwerkes auseinandergesetzt hat. Zudem konnten Forscher in einer weiteren Studie nachweisen, dass eine intensive Nutzung von Facebook mit neurotischen Persönlichkeitsstrukturen und Einsamkeit in Verbindung steht.

Wissenschaftler der Universität Innsbruck veröffentlichten insgesamt drei Studien, die belegen, dass intensive Facebook-Nutzung unglücklich machen kann. Die Untersuchung zeigte einen Zusammenhang zwischen dem emotionalen Wohlbefinden der Probanden und der jeweils verbrachten Zeit bei Facebook. Das Ergebnis: Je länger sich ein Mensch auf Facebook aufhält, desto unglücklicher wird er dadurch.

In einem anderen Versuchsaufbau konnte nachgewiesen werden, dass es sich bei diesem Phänomen um ein sich regelmäßig wiederholendes und facebook-spezifisches handelt. Das Surfen auf anderen Seiten zeigte bei einer Vergleichsgruppe verblüffenderweise keine negativen Auswirkungen auf die emotionale Verfassung der Probanden.

 

Facebook-User: Wissentlich ins Unglück

Die Forscher interessierte vor allem die Frage, warum so viele Menschen – täglich loggen sich 650 Millionen Menschen mindestens einmal bei Facebook ein – trotz des negativen emotionalen Effekts immer wieder zu Facebook zurückkehren. Die Antwort scheint banal: Nutzer von sozialen Netzwerken entwickeln das Bedürfnis, das zuerst gewonnene negative Gefühl durch wiederholte Nutzung wieder loszuwerden. Die Forscher erklären, dass der Mensch bei der Interaktion in sozialen Strukturen nach einem negativen Erlebnis nicht aufgibt, sondern bei einem erneuten Versuch eine gegenteilige – positive – Erfahrung erwartet.

Psychologen kennen diesen Effekt als affektiven Vorhersagefehler. Menschen setzen falsche oder sogar sich widersprechende Erwartungen an die eigene Zufriedenheit. Oder anders gesagt: Es ist schwer zu erkennen, was einen wirklich glücklich macht. So haben zum Beispiel Studien gezeigt, dass Menschen, die sich Rache für etwas wünschen, nach der Rache nicht glücklicher, sondern unglücklicher sind.

Ähnlich verhält es sich bei Facebook. Die User loggen sich jeden Tag wieder bei dem Netzwerk ein in der Erwartung, dort positive Emotionen und Zufriedenheit zu finden.

 

Facebook verändert das soziale Gefüge

Ein anderes Forscherteam aus Australien bewies kürzlich in einer Studie, dass die Nutzung von Facebook die Funktionsweise und Konstruktion sozialer Verbindungen beeinflusst – besonders bei jungen Menschen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die intensive Nutzung von Facebook mit neurotischen Persönlichkeitsstrukturen, Einsamkeit, Schüchternheit und Narzissmus in Verbindung steht.

Hamburg, 8. Mai 2014

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