Gefährlicher Badespaß – was Sie besser bleiben lassen

Gefahren beim Baden
Baden ist auch in Deutschland ein gefährlicher Spaß. Jährlich sterben hunderte Menschen in deutschen Gewässern © Fotolia

Jedes Jahr ertrinken in Deutschland viele Hundert Menschen. Praxisvita.de sagt Ihnen, was Sie mit Blick auf die anstehende Badesaison besser bleiben lassen.

 

Gewässer: Die unterschätzte Gefahr

Weltweit ertrinken jedes Jahr geschätzte 500.000 Menschen. Damit sind Badeunfälle die zweithöchste Unfallursache mit Todesfolge nach dem Verkehrsunfall. Allein in Deutschland, das äußerlich über wenig gefährlich wirkende Gewässer verfügt, starben 2013 nach Angaben des DLRG 446 Menschen durch Ertrinken – über 80 Prozent der Fälle ereigneten sich in Binnengewässern.

Bayern ist mit 90 Toten das Bundesland mit den meisten tödlichen Badeunfällen. Das unterstreicht die besondere Gefahr, die beim Baden von Seen und Flüssen ausgeht. Im Gegensatz zu Badeanstalten bergen ‚wilde’ Gewässer – wie Seen, Flüsse oder das Meer – aber generell versteckte Gefahren. Hinzu kommt, dass an solchen Gewässern häufig keine Bademeister oder Rettungshelfer vor Ort sind, die bei Unfällen schnell eingreifen können. Praxisvita.de erklärt Ihnen, was Sie beim Baden in deutschen Gewässern am besten lassen sollten.

 

Was Sie besser bleiben lassen

 Zu viel Wasser schlucken

In Binnengewässern haben sie es oft mit stark verschmutztem Wasser zu tun. Eine gern ignorierte Gefahr von Badefreunden. Versuchen Sie deswegen so wenig Wasser wie möglich  zu schlucken. Mikroorganismen und chemische Abfälle – aus Abwässern oder landwirtschaftlichen Abschwemmungen – treiben im Wasser und können zu Gesundheitsproblemen und Allergien führen.

In trübes Wasser springen

Vor allem wenn Sie ein Bad in Gewässern mit trübem Wasser nehmen, sollten Sie nicht aus erhöhten Positionen – wie einem Steg oder Boot – ins Wasser springen. Häufig lässt sich die tatsächliche Wassertiefe nur schwer einschätzen. Ein unbedachter Sprung in zu flaches Wasser endet nicht selten mit Knochenbrüchen, Verletzungen der Wirbelsäule oder des Kopfes. Zudem besteht die Gefahr, auf ‚unsichtbaren’ Unrat wie Glasscherben oder andere scharfe Gegenstände zu springen. Schnitt- und Risswunden sind dann nur die harmlosesten Verletzungen.

Unwillentlich in ein Gewässer fallen

Sie sollten aufpassen, nicht unabsichtlich in ein Gewässer zu fallen. Was bei Umherstehenden nicht selten für einen Lacher sorgt, birgt ernste Gefahren. Zahlreiche Menschen ertrinken jedes Jahr als Folge eines ungewollten Bades. Achten Sie deswegen auf rutschiges und abschüssiges Gelände rund um ein Gewässer. Solche natürlichen Hindernisse am Ufer sorgen außerdem dafür, dass der Gestürzte nur schwer wieder aus dem Wasser kommt. Ist das Wasser kalt oder trägt der Gefallene Kleidung, die sich nicht zum Baden eignet und schnell mit Wasser vollsaugt, besteht akute Gefahr.

Vor allem beim Baden in Baggerseen sollte man nie vergessen, dass es sich hierbei um ehemalige Kies- oder Sandgruben beziehungsweise Steinbrüche handelt. Daher kann die Tiefe in diesen Seen bis zu 30 Meter und mehr erreichen und auch unterhalb der Wasseroberfläche können die Ufer entsprechend steil ins Wasser abfallen. Ebenso passieren immer wieder tragische Unfälle, wenn Badende in solchen Gewässern von Sand- oder Erdbrüchen verschüttet werden.

Überhitzt ins kalte Nass gehen

Besonders an heißen Tagen sollten Sie nicht schwitzend und überhitzt ein Bad in kaltem Wasser nehmen. Der vermeintliche Kühleffekt führt vor allem bei älteren Menschen schnell zu einem Zusammenbruch des Kreislaufs und somit zu tödlichen Unfällen.

Alleine schwimmen

Sofern möglich, sollten Sie darauf achten, niemals alleine schwimmen zu gehen. Bei Problemen – wie zum Beispiel einem Muskelkrampf oder Kreislaufstörungen –  sind Sie nicht auf sich allein gestellt. In besonderem Maße gilt das natürlich für Kinder, die sich nur in Begleitung ins offene Wasser wagen sollten.

Zu weit raus schwimmen

Jedes Jahr sterben Menschen, weil sie sich zu weit vom Ufer entfernen. Vor allem Männer überschätzen sich schnell und trauen ihren Kräften und Schwimmfähigkeiten zu viel zu. Besser ist es in Ufernähe – zum Beispiel parallel zum Ufer – zu schwimmen.

Gegen eine Strömung anschwimmen

Eine besonders große Gefahr in Gewässern sind Unterwasser-Strömungen, die mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind und auch plötzlich auftreten. Selbst im flachen Wasser können diese Strömungen so stark sein, dass sie einen erwachsenen Menschen von den Beinen reißen. Falls Sie in eine Strömung geraten und abgetrieben werden, sollten Sie Ruhe bewahren. Versuchen Sie nicht, gegen die Strömung anzuschwimmen. Bewegen Sie sich parallel zum Ufer, bis Sie aus der Strömung wieder heraus sind. Falls Sie es trotzdem nicht schaffen, zurück an den Strand zu schwimmen, lassen Sie sich auf dem Wasser treiben, um Ihre Kräfte zu schonen und rufen Sie laut um Hilfe.

Ohne Verstand den Helden spielen

Falls Sie vom Ufer einen Menschen sehen, der zu ertrinken droht, sollten Sie sich nicht kopflos ins Wasser stürzen, um ihn zu retten. Alarmieren Sie nach Möglichkeit zuerst einen Rettungsschwimmer oder den Rettungsdienst. Wenn Sie sich ins Wasser begeben, um schnell zu retten, suchen Sie sich einen Auftriebskörper, der Sie und den in Not Geratenen über Wasser halten kann.

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