Gefährliche Entdeckung: Warum Schwangere keine Anti-Aging-Creme benutzen sollten

Joana Schmidt Medizinredakteurin
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Kosmetik verspricht viele positive Wirkungen. Aber sind bestimmte Hautpflegeprodukte mit Vitamin A gefährlich für ungeborene Kinder? © iStock

Vitamin A ist wichtig – wir brauchen es zum Beispiel für den Aufbau der Hautbarriere. Daher steckt es in vielen Anti-Aging-Produkten. Laut einer neuen Studie sollten Schwangere auf diese aber lieber verzichten, weil sie negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Babys haben könnten.

Für den Aufbau von Gewebe und für unsere Sehkraft ist Vitamin A essenziell. Zuviel davon ist jedoch schädlich. Das wussten schon Naturvölker wie die Eskimos: Eisbärlebern enthalten beispielsweise so viel Vitamin A, dass sie diese nicht essen.

Bei Vitamin A handelt es sich um eine Gruppe ungesättigter Fettverbindungen mit den Inhaltsstoffen Retinol, Retinal und Retinolsäure. Richtig dosiert kann es gegen Hautprobleme und einige Arten von Krebs helfen. Auch in Anti-Aging-Produkten und Sonnenschutzmitteln wird es verwendet. In manchen Kosmetikprodukten ist es jedoch so hoch konzentriert, dass es Fehlbildungen bei ungeborenen Babys hervorrufen kann, besonders im Gesicht.

In vielen Kosmetik- und Sonnenschutzprodukten ist neben Retinol auch Tretinoin enthalten. Dieser Stoff wird auch Vitamin-A-Säure genannt und stimuliert Hautzellen, sodass Schädigungen durch zu viel Sonne, Falten, Pigmentflecken oder Hautunreinheiten reduziert werden. Auch Tretinoin kann zu Fehlbildungen bei Ungeborenen führen.

Dennoch sind Produkte mit entsprechenden Inhaltsstoffen oft nicht deutlich gekennzeichnet. Dabei können Retinol und Tretinoin noch weitere Nebenwirkungen haben wie gerötete, gereizte, brennende oder trockene Haut.

Die orale Einnahme von Isotretinoin hat in Studien eindeutig zu Missbildungen bei ungeborenen Kindern geführt. Bei Tretinoin und Retinol, die auf die Haut aufgetragen werden, ist die Wahrscheinlichkeit von Fehlbildungen geringer. Denn Tretonin wird schlecht von der Haut aufgenommen. Zudem gab es auch eine Studie mit Tierversuchen, bei denen es keinen Effekt zeigte.

Auch wenn das Risiko gering ist, raten Experten schwangeren Frauen, in den ersten Schwangerschaftsmonaten keine Vitamin-A-haltigen Produkte auf ihrer Haut anzuwenden. Wenn Sie solch ein Produkt schon benutzt haben, besteht dennoch kein Grund zur Panik. Verwenden Sie es nicht mehr und sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Falls Sie vorhaben, schwanger zu werden, ist es ratsam, Anti-Aging-Produkte und Sonnencremes auf ihren Vitamin-A-Gehalt hin zu überprüfen. Es kann auch in Form von Retinol oder Tretinoin unter den Inhaltsstoffen aufgelistet sein. Lassen Sie sich auch in diesem Fall von Ihrem Arzt beraten.

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