Gastritis: Die besten Hausmittel bei einer Magenschleimhautentzündung

Ines Fedder

Magenschmerzen, Sodbrennen und Übelkeit – wer einmal eine Gastritis hatte, weiß, wie belastend diese Beschwerden sind. Unter einer Gastritis versteht man eine Entzündung der Magenschleimhaut. Dabei greift der Magensaft die Magenwände an und die Magenschleimhaut entzündet sich. Der Bauch ist in Aufruhr. Wer unter einer Gastritis leidet, der muss nicht sofort ein Mittel in der Apotheke kaufen. Schon einfache Hausmittel helfen, die Beschwerden wie Magendruck, Übelkeit oder Völlegefühl zu lindern.

Ausgepresster Kartoffelsaft in einer Schale
Bei Gastritis hat sich ein Hausmittel besonders bewährt: Kartoffelsaft Foto:  HeikeRau/iStock
Gastritis – alle Infos im Überblick

Was ist eine Gastritis: Eine Gastritis bezeichnet die Entzündung der Magenschleimhaut. Man unterscheidet zwischen einer akuten Gastritis, die plötzlich auftritt und einer chronischen Gastritis, die meist unbemerkt verläuft.
Ursachen: In 85 Prozent der Fälle löst der Magenkeim Helicobacter pylori eine Gastritis aus. Weitere Ursachen sind zu viel Säure oder bestimmte Medikamente, beispielsweise der Dauergebrauch von Schmerzmitteln, welche die Magenschleimhaut angreifen.
Was hilft bei einer Gastritis: Einnahme von Säureblocker, Vitamin-Präparate, Antibiotika, Hausmittel, magenfreundliche Ernährung, kleinere Portionierung der Mahlzeiten, viel trinken.

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Magenschmerzen: Welche Hausmittel helfen bei Gastritis?

Rund 50 Prozent aller Menschen über 50 Jahren leiden an einer Gastritis. Zu viel säurehaltige Lebensmittel, Medikamente oder Magenkeime lösen die Magenschleimhautentzündung aus und verursachen so Symptome wie Schmerzen im Oberbauch, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und schmerzhaftes Sodbrennen. Einfache Hausmittel können bereits dafür sorgen, dass die Symptome nachhaltig gelindert werden. Als besonders hilfreich haben sich erwiesen:

  • Leinsamen
  • Ingwer
  • Grüner Tee
  • Haferschleim
  • Natron
  • Kartoffelsaft
 

Leinsamen bei Magenschleimhautentzündung

Leinsamen schützen die gereizte Magenschleimhaut am besten. Die Wirkstoffe des Leinsamens legen sich wie ein Schutzfilm über die gereizte Schleimhaut. Am besten eignet sich der geschrotete Leinsamen, den man im Reformhaus kaufen kann. Einfach zwei bis drei Esslöffel geschrotete Leinsamen in einem halben Liter Wasser einweichen, am besten über Nacht. Dann kurz aufkochen und durch ein dünnes Tuch seihen. Über den Tag verteilt trinken.

 

Ingwer – so hilft das „natürliche Antibiotikum“ bei Magenschmerzen

Die wohltuende Wirkung des Ingwers hat sich inzwischen herumgesprochen. Vor allem bei einer beginnenden Erkältung greifen viele heute zunächst einmal zum Ingwer-Tee. Aber auch bei einer Gastritis kann ein frisch aufgegossener Ingwer-Tee helfen. Die in Ingwer enthaltenden Stoffe wirken antibakteriell, entzündungshemmend und sind besonders verdauungsfördernd. Außerdem lindert Ingwer-Tee die Übersäuerung des Magens. Einfach den Ingwer mit heißem Wasser aufgießen und circa 7 Minuten ziehen lassen. Das frische Ingwer-Wasser kann entweder warm oder kalt über den Tag verteilt getrunken werden.

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Hausmittel-Wunder Grüner Tee: Viel trinken bei Gastritis

„Viel trinken hilft viel!“ Dieser Rat gilt bei einer Gastritis ganz besonders. Denn viel trinken wirkt entzündungshemmend. Empfohlen wird: täglich 1,5 bis 2,5 Liter stilles Wasser oder Tee. Noch besser ist es, wenn Sie gleich zum grünen Tee greifen – der schützt nämlich sogar vor Magenkrebs. Die gesunde Wirkung grünen Tees liegt an seinem besonders hohen Gehalt an Antioxidantien, die die höchst gefährlichen so genannten freien Radikale abfangen und unschädlich machen. Wer grünen Tee trinkt, leidet nur halb so oft an Gastritis und Magenkrebs wie Nicht-Trinker.

Aufgepasst! Der grüne Tee sollte eine Aufbrühtemperatur von 70 Grad Celsius haben und nur kurz ziehen, sonst schmeckt er zu bitter. Auf ein Liter Wasser kommen sechs Teelöffel Tee.

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Haferschleim – Noch mehr Schleim für die entzündete Magenschleimhaut

Ähnlich wohltuend wie die Leinsamen wirkt Haferschleim bei einer Gastritis. Ein Esslöffel Haferflocken, langsam zerkaut und in kleinen Portionen geschluckt, quillt auf und bildet eine Art Schleim. Dieser legt sich schützend über Speiseröhren- und Magenschleimhaut. Zudem enthalten die Flocken viel Eiweiß – und das neutralisiert wiederum überschüssige Magensäure. Einfach bei der Zubereitung pro Teller 20 g Haferflocken in ¼ l Wasser aufkochen (nicht süßen). Bei Milch, Joghurt und Käse als Beilage empfiehlt es sich, fettarme zu Produkte wählen.

 

Natron als Säurehemmer bei Gastritis

Ein bewährtes Hausmittel, welches die meisten immer zu Hause im Schrank haben, ist Natron. Aufgrund seines hohen ph-Wertes ist das Backpulver der ideale Säurehemmer. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Natron (Natriumhydrogencarbonat) ohne chemische Zusatzstoffe verwendet wird. Einfach einen Tee-Löffel Natron einnehmen und ein Glas Wasser hinterher trinken. Sie können auch das Natron in Wasser auflösen. Aber aufgepasst: Nach dem Verzehr kann es zu häufigem Aufstoßen kommen.

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Kartoffelsaft: Natürliches Mittel gegen Sodbrennen

Eine ähnliche Wirkung wie das Backpulver hat Kartoffelsaft. Auch er bindet und neutralisiert die Magensäure. Für die Herstellung einfach circa 4 rohe Kartoffeln schälen, die Kartoffeln in einen Entsafter geben und den Presssaft anschließend trinken. Alternativ kann man die Kartoffeln auch klein raspeln und die Masse über einem sieb ordentlich passieren, so dass der Saft herausläuft. Bei der Anwendung sollte darauf geachtet werden, dass die Schale sauber entfernt wird, da die Kartoffeln Solanin enthalten, ein giftiges Alkaloid. Bei dem Verzehr empfiehlt es sich daher auch, nicht mehr als ein großes Glas oder zwei kleine Gläser über den Tag verteilt zu trinken. Wer den Saft der Kartoffel nicht selbst herstellen möchte, kann den Kartoffelsaft auch einfach im Reformhaus kaufen.

Eine akute Gastritis kann sehr schmerzhaft sein. Damit es trotz Hausmittel-Anwendung zu einer raschen Verbesserung kommt, sollte man fiese „Magenfeinde“ für eine Zeit lang meiden. Darunter zählen Süßigkeiten, scharfe Gewürze, Senf, Meerrettich und blähendes Gemüse (rohes Steinobst, Paprika, Hülsenfrüchte). Erlaubt sind Nudeln, Suppen, gedämpftes Gemüse und Obst. Aber bitte keine Zitrusfrüchte! Sie greifen die entzündete Schleimhaut ebenfalls zu stark an.

Quelle: Shiota, S. (2017). Rund 1/5 aller Gastritis-Patienten leiden unter H.-pylori-negativer Gastritis. Z Gastroenterol, 55.

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