Galphimia glauca: Homöopathischer Wirkstoff bei Heuschnupfen

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Die Heilpflanze Galphimia glauca sieht nicht nur aus wie ein kleiner Goldregen, sondern lindert Heuschnupfen auf homöopathische und schonende Weise.

Blüten der Heilpflanze Galphimia glauca
Galphimia glauca: Die Blüten der Heilpflanze sehen aus wie ein kleiner Goldregen Foto:  Adobe Stock / Linjerry
Inhalt
  1. Galphimia glauca als Basis homöopathischer Mittel
  2. Einsatzbereiche: Welche Beschwerden lindert Galphimia glauca ?
  3. Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?
  4. Was gilt für die Anwendung von Galphimia glauca bei Baby und Kind?

Galphimia glauca ist eine Heilpflanze, die auch Kleiner Goldregen genannt wird und in Mexiko traditionell zur Wundheilung und bei Harnwegserkrankungen verwendet wird. Hierzulande kommt sie als homöopathisches Mittel zum Einsatz – insbesondere, wenn es um die Behandlung von Heuschnupfen geht.

 

Galphimia glauca als Basis homöopathischer Mittel

Galphimia glauca oder Thryallis glauca ist ein bis zu zwei Meter hoher Strauch mit gelben Blüten, der in Teilen Mexikos beheimatet ist. Wegen seiner gelben Blüten wird er auch Kleiner Goldregen genannt. Die getrockneten Zweige und Blüten dienen als Basis für das homöopathische Mittel: Die Hersteller versetzen die Pflanzenteile mit Alkohol und verdünnen und „verschütteln“ diesen Auszug so lange, bis der gewünschte Verdünnungsgrad (Potenz) erreicht ist. 

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Einsatzbereiche: Welche Beschwerden lindert Galphimia glauca ?

Galphimia glauca wird insbesondere bei Symptomen wie allergischen Reaktionen an den Schleimhäuten von Nase, Augen, Mund und Rachen eingesetzt. Typisches Anwendungsgebiet von Galphimia glauca ist der allergische Heuschnupfen (Pollenallergie). Homöopathen verordnen das Mittel vor allem zur Behandlung von Pollenallergikern, die unter Beschwerden leiden wie:

  • stark tränende, juckende Augen
  • gerötete, entzündete Bindehäute
  • Fließschnupfen, juckende Nase
  • häufiges Niesen
  • erschwerte Atmung bei starkem Pollenflug

Aber nicht nur bei Heuschnupfen, auch bei Krankheiten wie allergisch bedingten entzündlichen Hautausschlägen (Ekzemen) greifen Homöopathen als Therapie auf Galphimia glauca zurück. 

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Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?

Galphimia glauca wird meist in den Potenzen D3, D4, D6 oder D12 angeboten. Welche Potenz für die Behandlung geeignet ist, richtet sich vor allem nach Art und Ausprägung der Beschwerden. Bei akutem Heuschnupfen verordnen Homöopathen Galphimia glauca zum Beispiel in einer Dosierung mit der Potenz D6. Erwachsene Patienten können in der Potenz D6 vier- bis sechsmal täglich fünf Globuli einnehmen. Viele Pollenallergiker nehmen Galphimia glauca auch vorbeugend ein, also in der Zeit, in der die Pollen noch nicht fliegen. Homöopathen empfehlen, mit der vorbeugenden Anwendung etwa sechs bis acht Wochen vor dem Flug der allergieauslösenden Pollen zu beginnen. So sollen die akuten Beschwerden in der Heuschnupfen-Saison gelindert werden. Zur Vorbeugung können Allergiker zum Beispiel täglich fünf Globuli in der Potenz D12 einnehmen.

Foto: iStock
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Was gilt für die Anwendung von Galphimia glauca bei Baby und Kind?

Homöopathen behandeln sowohl Babys als auch Kinder, die unter Heuschnupfen leiden, mit Galphimia glauca, denn die Heilpflanze kann grundsätzlich in allen Altersstufen eingesetzt werden. Die Dosierung bei Kindern und Kleinstkindern ist in der Regel etwas geringer als bei Erwachsenen: Säuglinge bis zum vollendeten Lebensjahr erhalten in der Regel pro Gabe ein Streukügelchen, Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr dürfen jeweils zwei Globuli einnehmen. Für ältere Kinder beträgt die Dosis der Heilpflanze Galphimia glauca meist drei Globuli.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Boeddrich, U. (2013): Kinder homöopathisch behandeln: Mit Mind-Maps zum passenden Mittel, Stuttgart: Hippokrates Verlag.

Homoeopathische und anthroposophische Arzneimittel, in: Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) 


Galphimia glauca (kleiner Goldregen), in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte e.V.

Elies, M., Wiesenauer, M. (2013): Praxis der Homöopathie: Eine praxisbezogene Arzneimittellehre, Stuttgart: Haug.

Köhler, G. (2009): Lehrbuch der Homöopathie: Band 2: Praktische Hinweise zur Arzneiwahl, Stuttgart: Hippokrates Verlag.

Homöopathie Fallbeispiele aus der Praxis - Teil 3: Heuschnupfen, in: PTAheute.de

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