Gänsefingerkraut - eine lang vergessene Heilpflanze

Redaktion PraxisVITA

Das Gänsefingerkraut lindert Menstruationsbeschwerden, Durchfall und Entzündungen im Mund und Rachen. Auch bei der Wundheilung kann es helfen.

Gänsefingerkraut lindert Menstruationsbeschwerden und leichte Entzündungen im Mund und Rachen
Gänsefingerkraut lindert Menstruationsbeschwerden und leichte Entzündungen im Mund und Rachen© Fotolia
 

Gänsefingerkraut: Anwendung und Heilwirkung

Definition Gänsefingerkraut

Bezeichnung: Potentilla anserina Familie: Rosengewächse                   Gattung: Fingerkräuter

Als pflanzliches Heilmittel werden die in der Blütezeit gesammelten und getrockneten, Blätter und Blüten des Gänsefingerkrauts verwendet. Die Kommission E (BGA/BfArM) listet als Anwendungsbereiche leichte Menstruationsbeschwerden, Durchfall (nur unterstützend!) sowie leichte Entzündungen im Mund- und Rachenbereich.

Darüber hinaus weist sie auf eine mögliche Verstärkung von Beschwerden bei Reizmagen als Nebenwirkung hin. Gänsefingerkraut hat eine adstringierende Wirkung, die den enthaltenen Gerbstoffen zugeschrieben werden kann.

 

Im Gänsefingerkraut enthaltene Wirkstoffe

Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Cholin

 

Botanik

Gänsekraut lindert Entzündungen im Rachenbereich: Einen Teelöffel getrocknetes Kraut mit einer Tasse heißem Wasser aufgießen
Gänsekraut lindert Entzündungen im Rachenbereich: Einen Teelöffel getrocknetes Kraut mit einer Tasse heißem Wasser aufgießen© Fotolia

Das Gänsefingerkraut ist eine mehrjährige, niederliegende Staude. Sie besitzt vielpaarig gefiederte Grundblätter, die markant gezähnt sind und an ihrer Unterseite silberne Haare tragen. Das Gänsefingerkraut hat einzeln stehende Blüten mit langem Stiel und einer goldgelben Farbe. Ihre Blütezeit reicht von Mai bis August.

 

Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet des Gänsefingerkrauts erstreckt sich über Asien, Australien, Europa und Nordamerika. Man findet es auf Äckern, Wiesen, an Wegen und auf felsigem Untergrund.

 

Andere Namen für das Gänsefingerkraut

Anserine, Grensel, Silberkraut, Krampfkraut, Gänseweiß, Martinshand, Echtes Fingerkraut, Echtes Gänsefingerkraut

Wissenswertes über Gänsefingerkraut

Die große Heilkraft die dem Gänsefingerkraut zugesprochen wird, findet auch in der Namensgebung (potentilla von lat. Mächtig) ihren Ausdruck. Als typische Wiesenpflanze diente das Rosengewächs Gänsen häufig als Futter.

Erste schriftliche Erwähnungen findet die Pflanze im 14. Jahrhundert. Das liegt wohl daran, dass sie in der Antike zu wenig bekannt war, da sie in dieser Zeit lediglich in Nord- und Mitteleuropa verbreitet war. Da das Gänsefingerkraut vor dem 14. Jahrhundert hauptsächlich in Nord- und Mitteleuropa verbreitet war, wird es in den antiken Kräuterschriften nicht erwähnt. Peter Schöffer (Mitarbeiter von Johannes Gutenberg) beschreibt es um 1485 in einem Kräuterbuch.

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