Heilpflanzenlexikon

Gänseblümchen – eine Heilpflanze des Mittelalters

Redaktion PraxisVITA

Die Blüten des Gänseblümchens werden zur Heilung von Wunden und zur Linderung von Akne eingesetzt. Aber auch bei Schmerzen können sie helfen. PraxisVITA erklärt, welche Heilkräfte das Gänseblümchen genau hat und wie Sie diese am besten für sich nutzen können.

Gänseblümchen auf einer Wiese
Auf der Wiese sehen die kleinen Blüten eher unscheinbar aus - doch in Gänseblümchen steckt enorme Heilkraft: Sie helfen bei Muskelkater und Verspannungen. Rezept für ein Massageöl: Blüten in einem sauberen Glas mit Olivenöl aufgießen. Verschließen, zwei bis drei Wochen ziehen lassen und abseihen.© Fotolia
 

Gänseblümchen: Anwendung und Heilwirkung

Definition Gänseblümchen

Bezeichnung: Bellis perennis Familie: Korbblütler (Asteraceae) Gattung: Gänseblümchen (Bellis)

Medizinische Verwendung finden die Gänseblümchenblüten. Sie wirken beruhigend, keimtötend, harn- und schweißtreibend, auswurffördernd und adstringierend. Einsatzgebiete sind dementsprechend die äußerliche Wundbehandlung und Hauterkrankungen wie Akne. Frisch zerstoßene Blätter und Blüten wirken bei Verstauchungen und Quetschungen schmerzlindernd. Sie werden in Form von Umschlägen verwendet. Die Homöopathie nutzt das Gänseblümchen außerdem bei Erkrankungen der Kapillargefäße.

 

In Gänseblümchen enthaltene Wirkstoffe

Ätherisches Öl, Bitterstoffe, Flavonoide, Insulin, Triterpensaponine

 

Verbreitung

Die Heimat des Gänseblümchens ist das Mittelmeergebiet. Von dort hat es sich über Mittel- bis nach Nordeuropa ausgedehnt. Der Mensch brachte es dann nach Madeira, Nord- und Südamerika sowie Neuseeland. Bevorzugt wächst es auf Wiesen, in Parks, Gärten, Angern und an Wegrändern.

 

Botanik

Gänseblümchen schenken Energie
Die essbaren Blüten des Gänseblümchens stecken voller Vitamine und Mineralstoffe – und können uns so Energie und Kraft für den ganzen Tag schenken© Fotolia

Das Gänseblümchen wird 2 bis 15 Zentimeter hoch. Ein kurzer Wurzelstock mündet in eine grundständige Blattrosette. Die Blütezeit reicht von März bis Oktober. In diesem Zeitraum bringt die Blattrosette ständig einzelne Blütenkörbchen hervor. Diese sind 1 bis 3 Zentimeter breit und gerahmt von zweireihigen, krautigen Hüllschuppen. Im Zentrum der Blütenköpfchen stehen gelbe, zwittrige, trichterförmige Röhrenblüten. An den Spitzen befinden sich rötliche, weibliche, am Rand weiße Zungenblüten. Die Blüten haben kurzhaarige und blattlose Stängel.

 

Andere Namen für Gänseblümchen

Kleines Wundkraut, Gänseliesl, Geißblümchen, Augenblümchen, Himmelsblume, Regenblume, Maßliebchen, Marienblümchen, Mondscheinblume, Ringelröschen, Tausendschön, Winterröschen, Mehrjähriges Gänseblümchen

Wissenswertes über Gänseblümchen

Im 3. Jahrtausend v. Chr. wurde der Kopfschmuck der Könige von Ur mit Gänseblümchen verziert. Dies weiß man durch Funde in ihren Gräbern. Im 13. Jahrhundert nahm schließlich der französische König Ludwig IX. das Gänseblümchen in sein Wappen auf.

Ebenfalls im Mittelalter war das Gänseblümchen auch schon als Heilpflanze bekannt. Später empfiehlt im 16. Jahrhundert ein Kräuterbuch das Gänseblümchen bei Hüftschmerzen, Gicht und Kropf sowie als Mittel zur Wundheilung.

Der wissenschaftliche Name bedeutet »die ausdauernde Schöne« und verweist auf die lange Blütezeit der Pflanze. Der Name Gänseblümchen ist keltischen Ursprungs. Die Kelten sahen einen Zusammenhang von Gänseblümchen und (Wild-)Gänsen, da beide im Verlauf des Jahres dem Lauf der Sonne folgen. Da die ersten Blütenkörbchen der Gänseblümchen den Germanen den Frühling ankündigten, galt die Blume ihnen als der Frühlingsgöttin Ostara geweiht.

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