Fußbäder für die Gesundheit Fußbad: Wellness-Therapie für den ganzen Körper

Redaktion PraxisVITA
Fußbad mit Blüten
Fußbäder können bei den verschiedensten Beschwerden Linderung verschaffen © iStock/NikiLitov
Inhalt
  1. Kaltes, warmes und ansteigendes Fußbad
  2. Heilende Fußbäder richtig anwenden
  3. Wann sollte man kein Fußbad machen?
  4. Fußbäder – Rezepte und Anwendungsgebiete

Ein Fußbad beruhigt, entspannt und fördert die Durchblutung. Was viele aber nicht wissen: Es kann noch mehr. Von Verstopfung bis Schlafstörungen – richtig angewendet helfen Fußbäder bei vielen Gesundheitsproblemen. PraxisVITA erklärt, welches Bad gegen welche Beschwerden hilft und wie Sie es anwenden.

 

Kaltes, warmes und ansteigendes Fußbad

Die Naturheilkunde setzt Fußbäder schon seit Jahrhunderten ein. Viele Leiden können so gelindert oder kuriert werden. Die heilsamen Reize wirken auf das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System sowie das Nervensystem.

Je nach Beschwerden werden kalte, warme oder ansteigende Fußbäder empfohlen. Bei einem ansteigenden Fußbad wird die Temperatur durch das Zugießen von heißem Wasser langsam gesteigert.

Doch wann sollte welches Fußbad angewendet werden?

Kalte Fußbäder helfen bei:

•    Chronischer Müdigkeit
•    Gichtanfall
•    Geschwollene Beine
•    Hitzewallungen
•    Kopfschmerzen
•    Krampfadern
•    Migräne
•    Nasenbluten
•    Schlafstörungen

Wer ständig unter kalten Füßen und Blasenentzündungen leidet, kann beides mit warmen Fußbädern behandeln © iStock/elenaleonova

Warme Fußbäder helfen gegen:

•    Erkältungen
•    Kalte Füße
•    Menstruationsbeschwerden
•    Nervosität
•    Schlafstörungen
•    Verstopfung
•    Schweißfüße

Ansteigende Fußbäder helfen gegen: 

•    Atembeschwerden (Asthma)
•    Blasenentzündung
•    Chronische Sinusitis
•    Erkältungen
•    Fußschmerzen
•    Gelenkbeschwerden (Rheuma, Gicht)
•    Häufige Infekte
•    Menstruationsbeschwerden
•    Migräne

 

Heilende Fußbäder richtig anwenden

•    Kaltes Fußbad: Diese Fußbäder sollten mindestens 12 Grad kalt sein und dürfen 18 Grad nicht übersteigen. Hier dauert das Fußbad aber nur zwischen 30 Sekunden und zwei Minuten. Die Füße werden danach nicht abgetrocknet. Nachdem die Füße an der Luft getrocknet sind, ziehen Sie am besten warme Socken an.

Wirkung: Das kalte Fußbad regt Durchblutung und Stoffwechsel an.

•    Warmes Fußbad: Bei warmen Fußbädern wählen Sie eine Temperatur zwischen 35 und 40 Grad. Die Dauer beträgt ungefähr zehn bis 15 Minuten, insgesamt sollten 20 Minuten nicht überschritten werden. Nach dem Fußbad werden die Füße gründlich abgetrocknet. Anschließend ist es wichtig, dass Sie für ca. 30 Minuten ruhen, da das Bad den Blutdruck sinken lässt. Durch die kleine Pause vermeiden Sie Kreislaufbeschwerden.

Wirkung: Ein warmes Fußbad wirkt entspannend und krampflösend. Das warme Wasser bewirkt eine erhöhte Durchblutung der Haut und entspannt die Bauchorgane.

Heißes Wasser wird in Fußbad geschüttet
Bei einem ansteigenden Fußbad geben Sie nach und nach heißes Wasser hinzu © iStock/invizbk

•    Ansteigendes Fußbad: Bei ansteigenden Fußbädern wird mit einer Wassertemperatur von 33 Grad begonnen und durch kontinuierliches Zugießen von heißem Wasser minutenweise auf 41 Grad erhöht. Steigern Sie die Wassertemperatur, bis Sie sie als leicht unangenehm empfinden und nehmen die Füße dann aus dem Wasser. Das gesamte Fußbad sollte nicht länger als 15 bis 20 Minuten dauern. Danach trocknen Sie Ihre Füße und halten am besten eine Ruhezeit von 30 Minuten ein.

Wirkung: Ein ansteigendes wirkt wie ein warmes Fußbad. Es ist möglich, dass Sie durch diese Anwendung vermehrt schwitzen.

 

Wann sollte man kein Fußbad machen?

Fußbäder sind nicht immer gesundheitsfördernd. In manchen Fällen können sie sogar gefährlich sein. Wenn Sie unter einer der folgenden Erkrankungen/Beschwerden leiden, sollten Sie keine Fußbäder anwenden:

Keine warmen und ansteigenden Fußbäder bei: 

•    Arteriosklerose
•    Bluthochdruck
•    Entzündungen
•    Hautkrankheiten
•    Herzerkrankungen
•    Infekten
•    Krampfadern
•    Kreislaufbeschwerden
•    Schwangerschaft
•    Venenentzündungen

Keine kalten Fußbäder bei:

•    Blasenleiden
•    Bluthochdruck
•    Chronisch kalten Füßen
•    Durchblutungsstörungen

 

Fußbäder – Rezepte und Anwendungsgebiete

Pflegendes Fußbad

Hornhaut, Schrunden, rissige Fersen: Ein Fußbad hilft nicht nur bei gesundheitlichen Problemen, sondern dient auch der Fußpflege. Das Fußbad sollte dafür nicht zu heiß sein, 38 Grad reichen aus. Nach zehn bis 20 Minuten ist die Haut bereit für ein Peeling und zusätzliche Pflege. Badezusätze wie Meersalz, ätherische Öle (Teebaumöl) oder aber auch einfach nur Essig (weicht die Hornhaut auf) unterstützen die pflegende Wirkung.  

Fußbad gegen Schweißfüße

Für unangenehm riechende Füße ist oft übermäßiges Schwitzen verantwortlich. Wenn Sie zu starkem Fußschweiß und Käsefüßen neigen, helfen warme Fußbäder. Als Badezusatz eignet sich vor allem Eichenrinde, die Sie im Reformhaus bekommen. Kochen Sie die Rinde für etwa 15 Minuten. Dann lassen Sie den rotbraunen Sud auf etwa 38 Grad abkühlen und baden Ihre Füße darin für maximal 20 Minuten. Die Gerbstoffe aus dem Extrakt wirken entzündungs- und schweißhemmend. Falls Sie keine Eichenrinde bekommen, können Sie auch Salbeiblätter benutzen.

Erkältungsfußbad

Die Nase kribbelt, der Hals kratzt: Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder eines grippalen Infekts haben sich ansteigende Fußbäder bewährt. Sie regen die Durchblutung in den Schleimhäuten und im ganzen Körper an – gut für das Wohlbefinden und die Selbstheilungskräfte. Wenn Sie möchten, können Sie zusätzlich ein paar Tropfen Fichtennadel- oder Eukalyptusöl hinzugeben.

Schlafende Frau
Wer unter Einschlafproblemen leidet, sollte am Abend ein warmes Fußbad machen © iStock/Geber86

Fußbäder gegen Schlafstörungen

Schlafmediziner empfehlen warme Fußbäder kurz vorm Einschlafen. Der Grund: Ein warmes Fußbad erweitert die Gefäße, wodurch der Körper Wärme besser ableiten kann. Kurz vor dem Einschlafen sinkt normalerweise die Körpertemperatur, was unter anderem den Schlaf einleitet. Mit einem nicht zu heißen Fußbad (ca. 37 Grad) können Sie diesen Vorgang auf natürliche Weise anstoßen. Ein paar Tropfen Lavendel- oder Thymianöl beruhigen zusätzlich.

Fußbäder bei Ausschlägen und Entzündungen

Bei entzündlichen Hautveränderungen können warme Fußbäder mit Kamille Linderung verschaffen. Bei nässenden und juckenden Ausschlägen hilft ein warmer Sud aus Eichenrinde, der wie beim Fußbad gegen Schweißfüße zubereitet wird. Auch Salz, etwa Meersalz, wirkt beruhigend und antiseptisch. Bei Nagelbettentzündungen können Salz-Fußbäder Erste Hilfe leisten. Klingen die Beschwerden nicht ab, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Fußbad bei Pilzinfektionen?

Häufig werden Fußbäder mit diversen Zusätzen zur Behandlung von Fuß- und Nagelpilz empfohlen. Bekämpft wird die Pilzinfektion damit aber nicht. Ein langes Durchfeuchten und Aufweichen der Haut und Nägel ist sogar kontraproduktiv und führt im Gegenteil eher dazu, dass sich der Pilz noch tiefer einnisten kann. Hier muss eine Arznei aus der Apotheke aufgetragen werden. Regelmäßige pflegende Fußbäder können aber die Barrierefunktion der Haut schützen und so einer Pilzinfektion vorbeugen.

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