Fußbad mit Natron: Das kann das Hausmittel wirklich

Verena Elson Medizinredakteurin

Den Körper entgiften, die Haut pflegen, Entzündungen hemmen: Das alles soll ein Fußbad mit Natron können. Was davon stimmt wirklich, was ist Humbug? Der Faktencheck.

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Ein Fußbad mit Natron gilt als wohltuendes Hausmittel für den gesamten Körper: Es soll entsäuern und entgiften, Entzündungen lindern und zusätzlich die Haut pflegen. Einiges davon stimmt, anderes gehört in den Bereich der Mythen.

 

Entsäuern mit Natron-Fußbad oder Natron-Fußbad zur Entgiftung: Macht das Sinn?

Ein Fußbad mit Natron oder Backpulver wird häufig zur Entsäuerung oder Entgiftung empfohlen. Die Theorie dahinter lautet, dass sich durch Umweltgifte und eine falsche Ernährung sogenannte saure Schlacken im Unterhautgewebe sammeln, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken und durch das Fußbad herausgeschwemmt werden können.

Allerdings gibt es weder eine nähere Definition solcher Schlacken noch einen wissenschaftlichen Nachweis ihrer Existenz. Aus wissenschaftlicher Sicht ist durch ein Natron-Fußbad keine Wirkung auf die Gesundheit des gesamten Organismus zu erwarten.

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Natron-Fußbad: Diese Wirkung hat es

Zur Körperpflege macht ein Natron-Fußbad dagegen tatsächlich Sinn. Denn Natron hat einen antibakteriellen Effekt und kann so beispielsweise Fußgeruch entgegensteuern. Zudem wirken die feinen Körnchen wie ein Scheuermittel; darum lässt sich mit Natron auch ein Fußpeeling herstellen. Dieses stellt eine umweltfreundlichere Alternative zu vielen herkömmliche Peelings dar, in denen Mikroplastik enthalten ist.

 

Fußpflege mit Natron: So geht's

Für ein pflegendes Natron-Fußbad eine große Schüssel mit lauwarmem Wasser befüllen und drei Teelöffel Natron hinzugeben. Für ein Fußpeeling Natronpulver mit entsprechend weniger Wasser mischen, sodass die gewünschte Peeling-Konsistenz entsteht.

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Natron-Fußbad bei Entzündungen: Hilft das?

Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung kann ein Natron-Fußbad auch bei entzündeten Stellen an den Füßen lindernd wirken. Zwar gibt es zudem Hinweise darauf, dass oral eingenommenes Natron die Milz dazu veranlasst, entzündungshemmende Prozesse in Gang zu setzen, die beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen könnten. Ein Fußbad wäre dazu allerdings nicht geeignet – denn dieses kann sich nur auf die Haut an den Füßen und nicht auf den Rest des Organismus auswirken.

Von der Einnahme von Natron ohne ärztliche Aufsicht ist überdies dringend abzuraten, da das Hausmittel neben seinen positiven Eigenschaften auch schwerwiegende Nebenwirkungen haben kann.

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Fußbad mit Natron: Nützliches Hausmittel – mehr aber nicht

Als Hausmittel zur Fußpflege ist ein Fußbad mit Natron also durchaus geeignet – bei medizinischen Problemen ist die Wirkung allerdings nur in einigen Fällen nachgewiesen und der Einsatz sollte immer mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.

Quellen:

Detox: Der Mythos vom Entgiften, in: medizin-transparent.at

Ray, Sarah C., et al. (2018): Oral NaHCO3 activates a splenic anti-inflammatory pathway: evidence that cholinergic signals are transmitted via mesothelial cells, in: The Journal of Immunology

Detox – gesünder durch Entgiftung?, in: verbraucherzentrale.de

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