Funktionsgestörte Eierstöcke (Ovarien) können das PCO-Syndrom auslösen

Redaktion PraxisVITA

Eierstöcke, medizinisch als „Ovarien“ bezeichnet, sind für die Fortpflanzung unentbehrlich. In ihnen wachsen Eizellen heran, die nach dem Eisprung im Eileiter von einem Spermium befruchtet werden können. Bei etwa jeder zehnten Frau in Deutschland ist dieser biologische Vorgang jedoch gestört. Mediziner sprechen in diesen Fällen vom sogenannten „PCO-Syndrom“. Warum betroffene Frauen enorme Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden, erfahren Sie hier.

Schematische Darstellung eines Eierstocks der Frau
In den Eierstöcken, im Bild als „Ovary“ bezeichnet, entstehen Eizellen. Sobald die Eierstöcke wie beim PCO-Syndrom funktionsgestört sind, werden Schwangerschaften massiv erschwert© iStock

Eierstöcke sind wie Nieren paarförmig angeordnet und umgeben von beiden Seiten die Gebärmutter. In ihnen reifen Eizellen heran, die nach dem Eisprung durch den Eileiter transportiert werden und dort von einem Spermium befruchtet werden können.

In den Eierstöcken werden nicht nur weibliche, sondern auch männliche Hormone produziert, u.a das männliche Geschlechtshormon Testosteron. Dieses hat durchaus positive Wirkungen auf den weiblichen Organismus: Es steigert das sexuelle Verlangen der Frau, es fördert ihr Durchsetzungsvermögen und den Muskelaufbau.

 

Eierstöcke produzieren auch männliche Geschlechtshormone

Sobald das Testosteron jedoch in erhöhten Mengen vorkommt, schadet es der Frau mehr, als dass es ihre Gesundheit positiv beeinflussen würde. Bei Frauen, die vom sogenannten „PCO-Syndrom“ betroffen sind, herrscht ein Ungleichgewicht zwischen männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen. Mittels einer Ultraschalluntersuchung, die der Frauenarzt durchführt, werden Symptome sichtbar, die durch einen Überschuss an Testosteron entstehen:

  • vergrößerte Eierstöcke
  • zahlreiche Eibläschen umgeben perlschnurartig die Eierstöcke
  • das umliegende Gewebe kann verdickt sein 

Wie genau kommt es zu diesen Ausprägungen? Rund 60 Prozent der Frauen mit PCO-Syndrom sind übergewichtig. Die Fettansammlung lässt sich häufig auf eine falsche Ernährung und zu wenig sportliche Bewegung zurückführen. Beide Faktoren begünstigen die sogenannte „Insulinresistenz“, bei der Insulin in erhöhter Konzentration vorzufinden ist. Dadurch wird die Wirksamkeit des männlichen Hormons Testosteron gesteigert. Und dieses stört wiederum die Reifung von Eizellen im weiblichen Körper.

 

Rund um die Eierstöcke bilden sich unreife Eibläschen

Bei einer Ultraschalluntersuchung werden kleine Eibläschen in den Eierstöcken sichtbar, die in einem frühen Entwicklungszustand verharren und in der Regel vorzeitig absterben. Sollte trotz dieser schlechten Ausgangsbedingungen tatsächlich ein Eibläschen vollends heranreifen, wird ein Eisprung meist durch das umliegende verdickte Gewebe verhindert.

Eine Frau hält Medikamente in der Hand
Um den Eisprung zu fördern, verordnen Mediziner Frauen mit PCO-Syndrom häufig Metformin. In vielen Fällen mit Erfolg – die Frau wird schwanger© iStock

Viele Frauen äußern gegenüber ihren Gynäkologen die Sorge, dass die Eibläschen rund um die Eierstöcke operativ entfernt werden müssten. Aber: In der Regel versuchen Mediziner, den Eisprung mittels des Präparats „Metformin“ zu stimulieren. In den überwiegenden Fällen führt die Behandlung zum Erfolg, die Frau wird schwanger.

Einige Frauen, die vom PCO-Syndrom betroffen sind, benötigen hingegen einen längeren Atem. Sofern bei ihnen trotz der Behandlung mit Metformin keine Schwangerschaft eintritt, hilft meist nur noch die künstliche Befruchtung. Bei der sogenannten „In-vitro-Fertilisation“ werden Hormone sowie kleinere operative Maßnahmen eingesetzt, damit die Frau schwanger wird.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.