FSME: Zeckengefahr – 4 Fragen, 4 Antworten

Vorsicht beim Picknick im hohen Gras. Zecken krabbeln die Beine hinauf
Vorsicht beim Picknick im hohen Gras. Zecken krabbeln die Beine hinauf © Fotolia

Jede dritte Zecke trägt Borreliose-Erreger in sich – in ganz Deutschland. Auch Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) ist kein rein süddeutsches Problem mehr und mit der Auwaldzecke droht Gefahr aus Südeuropa. Wir beantworten die wichtigsten Fragen!

 

1. Welche Krankheiten können Zecken übertragen?

Zecken übertragen mehr als 40 verschiedene Bakterien und Viren. Die beiden gefährlichsten Erreger einheimischer Zecken sind das FSME-Virus (die Abkürzung steht für "Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Entzündung von Hirn- und Hirnhäuten) sowie das Bakterium Borrelia burgdorferi. Dieses verursacht eine "Borreliose", die Herz, Leber, Augen, Muskeln und Gelenke schädigen kann – wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und mit Antibiotika behandelt wird. Die FSME-Gefahr ist in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen am größten, jedoch breitet sich die FSME immer weiter Richtung Norden aus. Gleiches gilt für die Auwaldzecke aus Südeuropa, die die für Hunde tödliche Hunde-Malaria auslöst.

 

2. Wie schütze ich mich vor Zecken?

Zecken sitzen auf Gräsern und werden im Vorbeigehen abgestreift. Deswegen sind lange Ärmel und Hosenbeine, die in die Socken gesteckt werden, der beste Schutz. Unbedeckte Hautstellen sollten zusätzlich mit Insektenspray geschützt werden.

 

3. Was tun bei einem Zeckenstich?

Je länger eine Zecke in der Haut bleibt, desto größer das Infektionsrisiko. Deshalb: Sofort entfernen! Aber bitte ohne Kleber & Co. aufzutupfen. Wenn die erstickende Zecke sich erbricht, gelangen umso mehr Erreger in die Wunde. Greifen Sie die Zecke nah über der Haut mit einer Pinzette oder Zeckenzange und ziehen Sie sie mit einer leichten Drehung heraus.

 

4. Kann ich mich gegen Zecken impfen lassen?

Nein, aber gegen FSME. Nach der Dreifach-Grundimmunisierung reicht eine Auffrischung alle drei bis fünf Jahre. Eine Borreliose-Impfung gibt es nicht.

 

 
 

Frühsymptome von FSME und Borreliose

FSME: Treten innerhalb von Tagen nach dem Zeckenstich Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schwindel auf, sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Denn diese können Zeichen einer beginnenden Hirn- und/oder Hirnhautentzündung sein. Medikamente gegen die FSME-Viren gibt es nicht, aber der Arzt kann (und sollte) die Symptome behandeln

Lyme-Borreliose: Typisches erstes Anzeichen einer Infektion mit Borrelien ist eine scharf begrenzte, faustgroße und eventuell juckende Rötung um die Einstichstelle herum. Wenn sie diese bemerken, sollten Sie sofort zum Arzt gehen. Später kann diese Rötung auf dem Körper herumwandern.

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