FSME: Zecke als Überträger – so schützen Sie sich

Auf heller Kleidung können Sie Zecken rechtzeitig sehen und sie abklopfen
Tragen Sie in der Natur geschlossene Schuhe, eine lange, helle Hose und ein langärmeliges Hemd. Auf heller Kleidung können Sie Zecken rechtzeitig sehen und sie abklopfen © shutterstock

Sonnenschein, die Luft ist mild – herrlich, wenn man am Wochenende bei einem ausgiebigen Spaziergang die Natur genießen kann. Über eine Wiese laufen, sich in den lichten Schatten eines Baumes setzen, vielleicht ein Picknick ... Das klingt schön, wenn da nur nicht die Zecken wären, die im Unterholz auf Beute warten. Zecken sind Überträger der gefährlichen Frühsommer-Meningo-Enzephalitis. Wie Sie sich gegen FSME schützen können, erfahren Sie hier!

Allerdings: So ähnlich geht es jetzt auch einigen kleinen achtbeinigen Tierchen, die nur 3,5 Millimeter groß werden – den Zecken. Bleibt der Boden beständig über sieben Grad warm, werden sie aktiv. Sie krabbeln aus ihren Erdverstecken hervor, wo sie überwintert haben. Und klettern auf Halme, Stängel und Strauch-Äste. Zecken sitzen im Gras auf Wiesen und Rasenflächen, in Beeten, in Parks, im Wald. Bei Berührung wechseln sie auf die Kleidung oder die Haut. Dann suchen sie sich eine weiche Hautstelle, häufig in der Kniekehle, aber auch unter den Achseln oder am Haaransatz, um Blut zu saugen. Wir merken es meist nicht. Denn sie sondern eine Art Betäubungsmittel ab. Und genau das kann dann zu einem Problem werden.

 

Doppelte Infektionsgefahr

Denn Zecken können damit Erreger von 50 Krankheiten übertragen. Die allermeisten sind zum Glück äußerst selten. Aber es gibt doch zwei Infektionskrankheiten, die häufiger von Zecken übertragen werden:

 

FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis)

Fünf Prozent der Zecken tragen in bestimmten Gebieten Deutschlands das FSME-Virus in ihren Speicheldrüsen, so das Berliner Robert-Koch-Institut. Bei einer Infektion bleiben 70 Prozent der betroffenen Menschen symptomfrei. 30 Prozent bekommen nach einer bis zwei Wochen grippeartige Beschwerden wie Fieber, Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen. Später entzündet sich wiederum bei zehn Prozent dieser Menschen die Hirnhaut (mit steifem Nacken) oder das Gehirn (mit Benommenheit). Ärzte können bei FSME nur die Symptome lindern.

Aber es gibt eine Impfung. Wenn man in einem der zurzeit 142 gefährdeten Landkreise lebt, zahlt die Kasse (ca. 40 Euro). Der Hausarzt gibt zwei Spritzen im Abstand von vier Wochen. Eine dritte Dosis neun bis zwölf Monate später verlängert den Schutz gegen FSME auf drei bis fünf Jahre.

 

Borreliose

Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) ausgelöst. Deshalb gibt es hier keinen Impfschutz. Borrelien stecken bei 25 Prozent der Zecken im Darm und kommen überall in Deutschland vor. Pro Jahr gibt es etwa 200 000 Infektionen, aber "nur" 7000 Menschen spüren Symptome.

Erstes Zeichen kann nach Tagen oder Wochen die sogenannte Wanderröte um den Stich sein. Sie ist etwa zwei Zentimeter breit, ringförmig oder flächig und kann mit der Zeit einige Zentimeter über die Haut "wandern". Wochen oder Monate später können leichte Beschwerden wie Müdigkeit und Schwäche dazukommen. Erreichen die Borrelien zum Beispiel Herz, Nerven oder Gelenke, können sie Schmerzen (zum Beispiel Gelenke), Entzündungen (zum Beispiel Hirnhaut) und Lähmungen (zum Beispiel im Gesicht) verursachen. Das Beste ist, wenn man sich vor Stichen schützt.

 

Zecken richtig entfernen

In der Apotheke gibt es spezielle Zeckenzangen. Damit können Sie die Zecke ganz nah an der Haut an ihrem Beißwerkzeug fassen. Wenn Sie den Stift im Griff der Zange drücken, greift die Zange mit der richtigen Stärke zu und erfasst die Zecke. Dann gerade und leicht ziehen, bis sich die Zecke löst. Nicht drehen. Sprühen Sie dann Desinfektionsspray (Apotheke) auf den Stich.

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