FSME-Risikogebiete: Zeckengefahr in 5 neuen Regionen

Es gibt fünf neue FSME-Risikogebiete in Deutschland, wie aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Zudem wurden noch nie zuvor so viele Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Zahl der Infektionen um mehr als 57 Prozent. Das durch Zecken übertragene Virus kann schwerwiegende Gehirnentzündungen auslösen.

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Während FSME vor einigen Jahren noch ein rein süddeutsches Problem war, breitet sich das gefährliche Virus, das von Zecken übertragen werden kann, inzwischen immer weiter in der Bundesrepublik aus. Genau wie letztes Jahr gibt es fünf neue FSME-Risikogebiete in Deutschland. Zugleich gab es einen extremen Anstieg der FSME-Fälle. 

169 FSME-Risikogebiete in Deutschland

Treten in einer bestimmten Region vermehrt Fälle von FSME auf, weist das Robert-Koch-Institut (RKI) die ensprechende Region als neues FSME-Risikogebiet aus. Auch in diesem Jahr sind fünf neue Stadt- bzw. Landkreise dazugekommen. Die neuen Risikogebiete sind laut dem Bericht des RKI die Stadt Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) sowie die Landkreise Mittelsachsen (Sachsen), Dillingen a.D Donau, Fulda (Hessen) und Weimarer Land (Thüringen).

Insgesamt gibt es in Deutschland jetzt 169 FSME-Risikogebiete. Welche das im Einzelnen sind, können Sie der FSME-Risikokarte des RKI entnehmen.

Unter anderem zählen zu den Risikogebieten, wo Zecken FSME übertragen können, folgende Regionen:

  • Baden-Württemberg, mit Ausnahme des Stadtkreises Heilbronn
  • Bayern, abgesehen von: Stadtkreis Augsburg, Landkreis Dillingen an der Donau, Landkreis Fürstenfeldbruck, Stadtkreis München und dem Stadtkreis Schweinfurt
  • große Teile Südhessens
  • große Teile Sachsens
  • südöstliches Thüringen

57 Prozent mehr FSME-Erkrankungen in Deutschland

Nicht nur die Zahl der FSME-Risikogebiete steigt an, sondern auch die Zahl der von Zeckenbissen hervorgerufenen Frühsommer-Meningoenzephalitis. 2020 wurden 704 FSME-Fälle gemeldet und damit so viele wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung vor genau 20 Jahren. 2019 lag die Zahl noch bei 445. Somit ist die Zahl der FSME-Infektionen um rund 57 Prozent gestiegen, wie das Robert Koch-Institut meldet.

Experten vermuten, dass die Corona-Pandemie dazu beiträgt, dass mehr Menschen einen Zeckenbiss erleiden. Denn wegen des Lockdowns und den damit verbundenen Einschränkungen verbringen Menschen mehr Zeit im Freien.

Was ist FSME?

Die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist ein Virus, das von Zecken übertragen wird. Je nach Region ist das Virus in 0,1 bis 5 Prozent der Zecken nachweisbar – die ausgewiesenen Risikogebiete sind Regionen mit höherem FSME-Aufkommen und einer entsprechend größeren Ansteckungsgefahr.

Eine Infektion mit FSME kann sehr unterschiedlich verlaufen. Viele Infizierte bemerken überhaupt keine Symptome. Andere haben über einige Tage grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen und Kopfschmerzen. Bei einigen folgt darauf eine zweite Erkrankungsphase, in der es zu schweren Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns und des Rückenmarks kommen kann.

RKI empfiehlt Impfung in FSME-Risikogebieten

Es gibt keine wirksame Therapie gegen FSME – aber eine Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie Menschen, die in Risikogebieten leben oder arbeiten oder dort Urlaub machen. Die Impfung ist auch für Kinder geeignet.

Ab wann sind Zecken aktiv?

Zecken werden ab Temperaturen von etwa sieben Grad Celsius aktiv. Deutlich häufiger als zu Infektionen mit FSME kommt es nach Zeckenstichen zur Übertragung einer sogenannten Borreliose. Diese bakterielle Infektion kann Haut, Gelenke und Nervensystem befallen. Die Borreliose ist im gesamten Bundesgebiet verbreitet. Schutzmaßnahmen wie das Tragen von langer, heller Kleidung in der Natur sind darum überall angeraten – nicht nur in FSME-Risikogebieten.