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Frühschwangerschaft – was passiert mit meinem Kind?

Michelle Kröger

Die ersten Wochen einer Schwangerschaft sind für jede Frau eine ganz besondere Zeit. In der sogenannten Frühschwangerschaft starten im Körper der Mutter viele verschiedene Vorgänge und der Embryo wächst heran. Oft werden Schwangere von gewissen Ängsten gequält, gerade in dieser Anfangszeit etwas falsch zu machen. Diese Sorgen sind häufig jedoch völlig unnötig. Wer alle regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt und gesund lebt, hat meist nichts zu befürchten. 

Frau untersucht ihren Bauch im Spiegel
In den ersten Phasen Wochen kann man die Schwangerschaft zwar noch nicht sehen, der Körper verändert sich aber dennoch Foto:  ronstik/iStock
Inhalt
  1. Was ist die Frühschwangerschaft?
  2. Beginn und Verlauf der Frühschwangerschaft
  3. Das passiert im Körper
  4. Welche Beschwerden treten in der Frühschwangerschaft auf?
  5. So äußern sich die einzelnen Schwangerschaftswochen
  6. Was Sie und Ihr Baby in der Frühschwangerschaft brauchen
 

Was ist die Frühschwangerschaft?

Die ersten drei Monate einer Schwangerschaft werden auch als Frühschwangerschaft bezeichnet. In dieser Phase ist äußerlich meist noch nichts zu sehen, sie ist jedoch häufig mit Stimmungsschwankungen oder anderen Symptomen verbunden. Die Frühschwangerschaft endet mit dem ersten Tag der 13. SSW. In den ersten 12 Wochen haben viele Schwangere große Angst, ihr Kind zu verlieren. Das Risiko einer Fehlgeburt ist in den ersten drei Monaten am größten.

 

Wann beginnt die Frühschwangerschaft?

Was viele anfangs nicht ahnen: Die Frühschwangerschaft beginnt bereits mit der Befruchtung der Eizelle. Ab diesem Augenblick verändert sich der weibliche Körper, denn ab dem Zeitpunkt der Befruchtung muss neben der Frau auch der Embryo versorgt werden.

 

Frühschwangerschaft – was passiert da im Körper?

Rein äußerlich ist in den ersten Wochen einer Schwangerschaft zwar noch nicht viel zu sehen, dennoch ist der Veränderungsprozess im weiblichen Körper in vollem Gange. Zum Beispiel stellt das Blut alle nötigen Nährstoffe für die Bildung des Mutterkuchens und den Embryo selbst bereit. Damit all das auch gelingt, kommt es zu einer Erhöhung des Stoffwechsels (ca. 20 Prozent) und der Blutflüssigkeit (ca. 30 bis 40 Prozent). Bei manchen Schwangeren äußert sich das auch äußerlich, etwa durch sich abzeichnende Blutgefäße unter der Haut.

Und was passiert noch? In der Frühschwangerschaft werden Gebärmutter und Gebärmutterhals weicher. Außerdem werden die Brüste größer und schmerzempfindlich. Die wachsende Gebärmutter drückt schon jetzt auf die Blase, weshalb viele Frauen in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft mit ständigem Harndrang kämpfen. Es kommt zu einer Erhöhung der Blutzufuhr zur Scheide, die Schamlippen nehmen eine etwas dunklere Farbe an. Genauso wie die Warzenvorhöfe. Auch sie färben sich dunkler und entwickeln häufig einen etwas gerunzelten Bereich.

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Welche Beschwerden treten in der Frühschwangerschaft auf?

Neben diesen (uns meist) verborgenen Vorgängen, äußern sich in den ersten Wochen der Schwangerschaft einige Beschwerden. Zu den häufigsten Symptomen der Frühschwangerschaft gehören:

  • Ausbleiben der Periode
  • Müdigkeit
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • Vermehrter Harndrang
  • Übelkeit
  • Heißhunger
  • Rückenschmerzen
  • Blähungen
  • Sodbrennen
  • Schwindelgefühl
  • Ausfluss

Diese Symptome sind zum Teil sehr unangenehm, doch sie sind auch vollkommen normal. Es besteht kein Grund zur Sorge! Sollten unerwartet starke Unterleibsschmerzen oder Blutungen auftreten, suchen Sie einen Arzt auf.

 

Was passiert in welcher (Früh-)Schwangerschaftswoche?

  • Schwangerschaftswoche 1-4: Im ersten Schwangerschaftsmonat erreicht eines der Millionen Spermien die weibliche Eizelle. Es kommt zur Befruchtung. Anschließend nistet sie sich in der Gebärmutter ein.
  • Schwangerschaftswoche 5-8: Der erste Herzschlag des Embryos ertönt im zweiten Monat, doch im Ultraschall wird dies meist erst ab der 8. SSW sichtbar.
  • Schwangerschaftswoche 9-12: Ab dem dritten Monate entstehen zunächst Organe und Gliedmaße, dann Zehen, Ohren und Nase. Der Embryo beginnt sich zu bewegen, auch wenn es für die werdende Muutter noch nicht zu spüren ist.

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Der Hormonhaushalt fängt an, sich zu verändern

Die Plazenta entwickelt sich stetig, zusammen mit den Eierstöcken produziert sie unterschiedliche Hormone: die Schwangerschaftshormone Progesteron und HCG sowie Östrogen. Nach der Phase der Frühschwangerschaft, etwa ab dem vierten Schwangerschaftsmonat, produziert allein die Plazenta diese Schwangerschaftshormone. Die Botenstoffe des Körpers regulieren zahlreiche körperliche Vorgänge und wirken sich gleichzeitig auf unseren emotionalen Zustand aus. In der Frühschwangerschaft muss sich die Hormonproduktion erst einpendeln. Die Feinabstimmung zwischen Eierstöcken und Plazenta läuft noch nicht ganz rund. Dabei kann es zu einem hormonellen Wirrwarr kommen. Die Folge: Stimmungsschwankungen. Im Laufe der weiteren Schwangerschaft stabilisiert sich der Hormonhaushalt jedoch wieder.

 

Was Sie und Ihr Baby in der Frühschwangerschaft brauchen

In der Frühschwangerschaft braucht Ihr Körper mehr Vitamine, Eisen, Magnesium, Jod, Kalzium – und Folsäure für alle Wachstums- und Zellteilungsprozesse. Ärzte verordnen Schwangeren in der Regel spezielle Folsäurepräparate, die täglich einzunehmen sind. Wird zu wenig Folsäure eingenommen, kann es bei der schwangeren Frau zu Blutarmut oder Verdauungsstörungen kommen. Beim ungeborenen Baby kann ein Mangel an Folsäure die Entwicklung des zentralen Nervensystems, des Gehirns oder des Rückenmarks (Neuralrohrdefekt) stören.

Auch eine folsäurehaltige Ernährung ist in den ersten Wochen der Schwangerschaft besonders empfehlenswert. Nehmen Sie viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte zu sich. Wer sich in der Schwangerschaft gesund ernährt, schafft beste Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Kindes. Tabak, Alkohol, Medikamente und jede Art von Drogen sollten selbstverständlich nicht konsumiert werden.

Wie weit ist mein Baby gerade entwickelt und was braucht es jetzt? Diese und viele weitere Informationen und Tipps rund um die Schwangerschaft erhalten Sie in unserem PraxisVITA Schwangerschaftsnewsletter.

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