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Fruchtsäurepeeling: Was macht es mit meiner Haut?

Michelle Kröger

Ein professionelles Fruchtsäurepeeling kann das Hautbild deutlich verbessern und Akne, vergrößerte Poren und, ja, sogar Falten langfristig minimieren. Außerdem schenkt die Behandlung mit Fruchtsäure einen frischen, jugendlichen Teint. Doch was genau ist ein Fruchtsäurepeeling eigentlich? Wie läuft es ab und bei welchen Hautproblemen kann das Treatment helfen? Wir haben mit Hautexpertin Susanne Martens gesprochen, medizinische Kosmetikerin in der Praxis für Ästhetische Medizin Dr. med. Eveline Urselmann. Die Hamburger Praxis zählt auf diesem Gebiet zu den besten Adressen.

Frau bekommt eine Gesichtsbehandlung
Ein Fruchtsäurepeeling verbessert das Hautbild und macht einen frischen Teint Foto:  nd3000/iStock
Inhalt
  1. Was versteht man unter einem Fruchtsäurepeeling?
  2. Wie läuft ein Fruchtsäurepeeling ab?
  3. Bei diesen Hautproblemen kann ein Fruchtsäurepeeling helfen
  4. Wie viele Behandlungen sind nötig?
  5. Nebenwirkungen
 

Was genau versteht man unter einem Fruchtsäurepeeling?

Wer von Mutter Natur nicht mit einer feinporigen, immer reinen sowie einer pigmentfleck- und faltenfreien Haut gesegnet wurde, dem kann ein Fruchtsäurepeeling dabei helfen, Hautprobleme zu lindern bzw. sie zu bekämpfen. Im Bereich der modernen ästhetischen Kosmetik werden gerne Peelings auf Basis von Fruchtsäuren eingesetzt. Verwendung finden beispielsweise Produkte mit Milch-, Zitronen-, Apfel- oder Weinsäure. Die Hautbehandlung macht die Haut ebenmäßiger, reiner und schenkt einen frischen Teint.

Es handelt sich um ein oberflächliches, chemisches Peeling, bei dem die Säure nur in die obere Hornschicht der Haut eindringt. Das Ziel? “Die Entfernung von oberflächlichen Verhornungen der Epidermis mithilfe von Alpha-Hydroxy-Acid, kurz AHA-Säuren”, sagt Expertin Susanne Martens. Die Säure dringt in die Hornschicht ein und löst die Hautschüppchen ab. “Des Weiteren können kollagene und elastine Fasern zur Neubildung angeregt und Pigmentstörungen reguliert werden.”

Kurz gesagt: Fruchtsäurepeelings …

  • regen die Hauterneuerung an,
  • fördern die Zellteilung,
  • dienen der Entfernung der oberen, abgestorbenen,
  • Hautschüppchen, reduzieren die Dicke der Hornschicht,
  • sorgen für ein ebenmäßiges Hautbild,
  • verhindert das Verklumpen von Hautpigmenten,
  • schränken das Wachstum von Bakterien ein,
  • steigern die Bildung von Kollagen und
  • stabilisieren den Säureschutzmantel der Haut.

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Wie genau läuft ein Fruchtsäurepeeling ab?

“Nach einer ausführlichen Hautanalyse wird entschieden, welche Säure zur Haut des Patienten passt”, sagt Martens. Empfindliche Gesichtsbereiche wie Augen, Nasenflügel, Lippen und auch Ohren werden dann vor dem Peeling mit Abdeckungen durch Pads und Creme geschützt. Es geht los: “Das Peeling wird mit einem Pinsel auf die Haut gebracht. Je nach Befund, wird bis zum Auftreten von Röte oder auch bis zum sogenannten Frosting mit der Neutralisation, welches durch eine Base stattfindet, gewartet”, sagt Martens. “Das Frosting – auch White Spots genannt – zeigt die Tiefe der Säure in der Haut an. Bei einem Frosting befinden wir uns zwischen der untersten Schicht der Oberhaut und in der obersten Schicht der Dermis, der zweiten Hautschicht, in der unsere kollagenen und elastinen Fasern neu gebildet werden.”

Nach der Neutralisation wird die Haut mit kühlenden Masken und Kompressen versorgt und zum Abschluss ein hoher Lichtschutzfaktor aufgetragen, welcher laut der Expertin mindestens eine Woche nach dem Peeling täglich verwendet werden sollte. “Dies ist wichtig, um die Haut vor Rötungen und Pigmentstörungen ausgelöst durch UV-Strahlen zu schützen”, sagt Martens.

 

Bei welchen Hautproblemen kann ein Fruchtsäurepeeling helfen?

Durch ein Fruchtsäurepeeling sind viele positive Auswirkungen auf das Hautbild möglich. Besonders Patienten, die unter den folgenden Hautproblemen leiden, können von dem speziellen Peeling profitieren:

“Fruchtsäurepeelings helfen bei unreiner, fahler und alternder Haut, vergrößerten Poren, Pigmentstörungen oder Aknenarben. Aufgrund der Lichtempfindlichkeit, welche durch die Entfernung der Verhornungen entsteht, empfehlen wir sie allerdings nur im Zeitraum von Oktober bis April”, sagt Martens. “Leichtere Säurepeelings, die oberflächlicher wirken, können ganzjährig mit einem entsprechend hohen Lichtschutzfaktor durchgeführt werden.”

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Medizinisches Fruchtsäurepeeling oder Selbstbehandlung?

Im Drogeriemarkt oder der Apotheke sind niedriger dosierte Fruchtsäureprodukte erhältlich, die sich für die Anwendung zu Hause eignen. Bevor Sie selbst tätig werden, sollten Sie Ihr Vorhaben allerdings mit einem Dermatologen oder einer medizinischen Kosmetikerin abklären. Ja, es ist empfehlenswert, gleich zu Beginn einen Experten mit medizinischem Hintergrund aufzusuchen, denn er kann Ihnen eine individuelle Therapie vorschlagen – maßgeschneidert auf Ihr Hautproblem. Auch das medizinische Fruchtsäurepeeling wird mithilfe von Alpha-Hydroxy-Säure (AHA), durchgeführt. Allerdings kommt beim Dermatologen eine sehr viel höher konzentrierte Fruchtsäure zum Einsatz. So kann eine entsprechend intensivere Wirkung erzielt werden.

“Wir arbeiten je nach Indikation und Hautzustand mit Mandelsäure, Milchsäure, Brenztraubensäure und Glykolsäure. Je nach Molekülgröße und pH-Wert dringen diese sanft bis mitteltief in die Haut ein”, sagt Martens. Fruchtsäurepeelings können demnach auf jeden Hauttyp individuell eingestellt werden.

 

Kur oder Einmal-Treatment: Wie viele Behandlungen sind nötig?

Entscheidet sich der Patient für eine medizinische Behandlung in einer ärztlichen Praxis, so erfolgt diese meist in mehreren Sitzungen. “Wir empfehlen bei Fruchtsäuren grundsätzlich eine Kur-Anwendung, um den vollen Effekt zu erzielen. Eine Kur beinhaltet 3 bis 4 Behandlungen im Abstand von 10 bis 21 Tagen, je nach Säure”, sagt Martens. Bei starken chemischen Peelings (z.B. TCA 40%) sei nur eine Anwendung nötig.

Die Einwirkzeit wird in der Regel stetig erhöht, um die Haut nach und nach an den Wirkstoff heranzuführen, sie daran zu gewöhnen. So können extreme Irritationen vermieden werden.

Warum sollte man hinterher einen Lichtschutz auftragen?

Nach der Behandlung sollten Sie direkte Sonneneinstrahlung meiden. Das Auftragen eines Lichtschutzfaktors ist laut Susanne Martens ein absolutes Muss: “Die obere Hornschicht, welche als Lichtschwiele zum Schutz vor Sonnenstrahlen dient, wird schließlich entfernt. Die Haut ist durch die Reizung der Säure sehr empfindlich und muss daher durch ein Lichtschutzprodukt geschützt werden.” Wird kein LSF verwendet, so könnten unerwünschte Reaktionen wie Hitze, Rötung oder Pigmentbildung auftreten.

 

Muss man beim Fruchtsäurepeeling mit Nebenwirkungen rechnen?

Generell muss man nach einer Behandlung mit Fruchtsäure nicht damit rechnen, dass Nebenwirkungen auftreten. Es handelt sich um eine vergleichsweise schonende Methode der ästhetischen Medizin. Die Haut wird nur oberflächlich gereizt. Allerdings kann es währenddessen zu einem leicht unangenehmen Brennen kommen, das an einen Sonnenbrand erinnert. Nach der Fruchtsäurebehandlung tritt in manchen Fällen und je nach Intensität der Behandlung eine leichte bis mittelstarke Rötung auf. Beide Symptome verschwinden meist nach kurzer Zeit wieder von selbst (in der Regel nach ca. zwei Tagen).

Für wen ist ein Fruchtsäurepeeling absolut tabu?

Zwar birgt das Fruchtsäurepeeling keine großen Nebenwirkungen, dennoch darf es nicht jeder anwenden. Sie nehmen Medikamente, die Einfluss auf die Haut nehmen? Dann sollten Sie unter Umständen auf die Behandlung mit Fruchtsäure verzichten. “Beispielsweise beim Akne-Medikament Isotretinoin, welches die Talgdrüsen schrumpft oder auch bei Kortisontherapien, die zu einer Hautverdünnung führen können.” Außerdem sei bei Patienten mit gestörter Narbenbildung und mit einer starken Neigung zu Hyperpigmentierungen Vorsicht geboten, so die Hautexpertin.

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