Fruchtbarkeit: Wann setzt der Eisprung ein?

Michelle Kröger

Frauen mit Kinderwunsch horchen meist sehr genau in ihren Körper hinein und wollen erfahren, wann genau der Eisprung einsetzt. Wann beginnt das fruchtbare Fenster bzw. wann ist die Chance, schwanger zu werden am höchsten? Wir erklären Ihnen, wann der Eisprung einsetzt und durch welche Symptome er sich bei Ihnen äußern kann.

Kinderschuhe liegen auf einem Kalender
Am Tag des Eisprungs sowie einige Tage zuvor ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden besonders hoch Foto:  simpson33/iStock
Inhalt
  1. Was ist der Eisprung?
  2. Wann setzt der Eisprung ein?
  3. Wann ist man besonders fruchtbar?
  4. Das sind typische Anzeichen
 

Was ist der Eisprung?

Unter dem Eisprung (auch: Ovulation) versteht man einen Prozess, der bei Frauen einmal pro Monatszyklus stattfindet. Dabei wird durch hormonelle Veränderungen im Körper eine Eizelle aus dem Eierstock freigesetzt. Nach der Freisetzung der Eizelle wandert diese durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Auf dem Weg dorthin kann die Eizelle von einem Spermium befruchtet werden und somit eine Schwangerschaft zur Folge haben. Jedoch kann eine Eizelle nur bis zu 24 Stunden nach dem Eisprung befruchtet werden. Wird sie nicht befruchtet, so wird die bis dahin aufgebaute Gebärmutterschleimhaut mit der nächsten Periode ausgestoßen: der Startschuss für einen nächsten Menstruationszyklus.

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Wann setzt der Eisprung ein?

Bei den meisten Frauen kommt es 12 bis 16 Tage vor Beginn der nächsten Periode zum Eisprung. Also in etwa zur Mitte des Zyklus. Bei einem regelmäßigen Zyklus von 28 Tagen tritt der Eisprung (laut Lehrbuch) am 14. Tag ein. Doch nicht jede Frau hat einen regelmäßigen Zyklus. Jeder Körper funktioniert unterschiedlich.

Weil der Körper kein Uhrwerk hat und nicht jeder Zyklus dem anderen gleicht, kann man nicht automatisch davon ausgehen, dass der Eisprung immer am selben Zyklustag (z.B. Tag 14, siehe Beispiel) einsetzt. Es besteht jeden Monat die Chance, dass sich der Zyklus vom vorherigen unterscheidet. Schließlich ist der Eisprung das i-Tüpfelchen, ja, der Schlussakkord einer langen Kette von hormonellen Ereignissen. Und eben dieser Aufbau von Hormonen geschieht nicht immer auf dieselbe Weise. Auch Faktoren wie Stress oder Zeitumstellung können den weiblichen Zyklus beeinflussen.
 

Das für den Eisprung wohl wichtigste Hormon: Östrogen. Der Östrogenspiegel erhöht sich im Laufe der ersten Zyklushälfte immer weiter – solange bis der Wert erreicht ist, der die Freisetzung des luteinisierenden Hormons (LH) bewirkt und den Eisprung einleitet. Mittels eines Ovulationstests lässt sich der Zeitpunkt des Eisprungs genauer bestimmen. Dies ergibt vor allem Sinn, wenn ein Kinderwunsch besteht.

 

Wann ist man besonders fruchtbar?

Frauen können nicht nur am Tag des Eisprungs schwanger werden, nein, auch einige Tage zuvor besteht eine hohe Fruchtbarkeit. Eine besonders hohe Chance schwanger zu werden bzw. maximale Fruchtbarkeit besteht am Tag des Eisprungs sowie am Tag davor. Jedoch kann auch ungeschützter Geschlechtsverkehr an den fünf Tagen vor dem Eisprung zu einer Schwangerschaft führen: Denn während eine Eizelle nur rund 24 Stunden überlebensfähig ist, können Spermien bis zu fünf Tage lang überleben. Außerhalb der fruchtbaren Tage (ca. 6 Tage) ist es nicht sehr wahrscheinlich eine Schwangerschaft zu erzielen.

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Eisprung: Das sind typische Anzeichen

Viele der Symptome, die sich vor oder während des Eisprungs äußern, hängen mit dem steigenden Östrogenspiegel zusammen. Doch nicht jeder kann den Eisprung spüren und bemerkt physische Anzeichen. Bei den meisten Frauen äußern sich keinerlei Symptome. Aber es gibt durchaus welche, bei denen gewisse Symptome auf den bevorstehenden Eisprung schließen lassen. Dazu gehören zum Beispiel:

  1. Mittelschmerz: Einige Frauen verspüren einen leicht stechenden Schmerz im Unterleib, wenn der Eisprung kurz bevorsteht. Die Rede ist vom sogenannten Mittelschmerz, der sich auch vor oder während der Menstruation äußern kann. Was genau diesen Schmerz beim Eisprung auslöst, ist nicht vollständig geklärt.
  2. Empfindlichkeit der Brust oder der Brustwarzen: An den Tagen vor dem Eisprung können die Brüste spannen oder die Brustwarzen besonders empfindlich sein. Auch dieses Symptom fällt von Frau zu Frau unterschiedlich aus. Auslöser ist wieder einmal der gesteigerte Hormonspiegel.
  3. Gesteigerte Libido bzw. erhöhtes Lustempfinden: Aufgrund des erhöhten Östrogenspiegels verspüren viele Frauen in ihrer fruchtbarsten Zeit besonders viel Lust auf Geschlechtsverkehr.
  4. Erhöhte Basaltemperatur: Neben der Möglichkeit des Ovulationstests, können Sie auch regelmäßig Ihre Körpertemperatur messen, um die fruchtbaren Tage zu identifizieren. Um ein unverfälschtes Ergebnis zu erhalten, sollte gleich nach dem Aufstehen am Morgen gemessen werden, und zwar vaginal oder rektal. Nach dem Eisprung steigt der Progesteronspiegel an und damit auch die basale Körpertemperatur. Dies sagt jedoch nur aus, dass der Eisprung bereits stattgefunden hat.
  5. Zervixschleim: Ein weiteres Indiz für die fruchtbaren Tage einer Frau ist die Beschaffenheit des Zervixschleims (Gebärmutterhalsschleim). Rund um den Eisprung ist dieser leicht spinnbar (zwischen zwei Fingern entstehen Fäden) sowie heller und verflüssigt. Und das ist auch gut so, schließlich soll er die Spermien zur Gebärmutter schleusen und sie nicht blockieren. An den unfruchtbaren Tagen einer Frau ist der Zervixschleim eher dickflüssig, zäh und weißlich.
  6. Schmierblutungen: Es kann vorkommen, dass um den Zeitraum des Eisprungs leichte Schmierblutungen auftreten. Diese sogenannte Ovulationsblutung ist nicht mit der Monatsblutung zu vergleichen und ist nicht schmerzhaft. Eher handelt es sich dabei um leicht rötlich oder bräunlich verfärbten Zervixschleim. Auch hierfür ist der veränderte Hormonspiegel während der Ovulation verantwortlich.
  7. Weicher Gebärmutterhals: Den besten Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr im Hinblick auf einen bestehenden Kinderwunsch lässt sich auch von der Beschaffenheit des Gebärmutterhalses ableiten. Um den Eisprung herum wird dieser viel weicher und offener.
  8. Ovulationstest: Die fruchtbare Phase lässt sich auch mithilfe eines Ovulationstests bestimmen. Mit diesem Urintest lässt sich der Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH) vor dem Eisprung nachweisen. Fällt das Testergebnis positiv aus, so kann man mit dem Eisprung in den nächsten 24 bis 26 Stunden rechnen.
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