Frosch im Hals?

Frau hat einen Frosch im Hals
Einen Frosch im Hals zu haben, kann sehr unangenehm sein. Meistens ist er jedoch harmlos © Fotolia

Das lästige Gefühl, einen Frosch im Hals zu haben, hat jeder schon einmal erlebt. Räuspern, Krächzen oder Heiserkeit: Dahinter kann mehr stecken. So deuten Sie die Signale der Stimme.

Deprimiert, gut gelaunt oder wütend – an unserer Stimme kann man sofort hören, in welcher Gemütslage wir uns gerade befinden. Doch nicht nur das: Sie verrät auch viel über unseren Gesundheitszustand. Häufige „Stimm-Signale“ und was dahintersteckt, wenn wir mal wieder einen Frosch im Hals haben:

 

Heiserkeit

Ursachen: Meist eine Erkältung/ Grippe, die eine Entzündung im Bereich des Kehlkopfs auslöst, so dass die Stimmbänder nicht mehr frei schwingen können: Die Stimme klingt heiser.

Therapie: Als erstes muss bei Heiserkeit die Stimme geschont werden, auch Flüstern ist verboten. Gurgeln mit Salbeitee ist ein altes Hausmittel. Die Heilwirkung beruht auf den ätherischen Ölen Cineol und Kampher. Wer bei Heiserkeit auf Homöopathie schwört, sollte es mit Anis-Pyrit-Tabletten versuchen. Geheimtipp von Sängern: Laryngsan (alles rezeptfrei in Apotheken).

 

Raue Stimme

Ursachen: Wenn sich eine kleine Drüse in der Schleimhaut eines Stimmbands verschließt, sammelt sich ihr Sekret an und bildet eine Zyste. Die Stimme wird rau und kratzig.

Therapie: Hilfe bringt ein endoskopischer Mini-Eingriff („Schlüsselloch-Chirurgie“). Dabei wird die Kapsel so ausgeschält, dass die Schleimhaut des Stimmbandes erhalten bleibt, die Stimme klingt wieder normal.

Anatomie des Kehlkopfes
Die Anatomie des Kehlkopfes: Die Stimmbänder befinden sich im Kehlkopf, sie schließen dort die Luftröhre nach oben ab© Fotolia
 

Kloß im Hals

Ursachen: Der beklemmende Druck in der Kehle (Globusgefühl) kann durch nervliche Anspannung oder Angstzustände ausgelöst werden. Manchmal stecken auch ein Reflux oder Schilddrüsenprobleme hinter dem Globusgefühl.

Therapie: Der Besuch beim HNO-Arzt/Internisten hilft, die Ursache der Störung abzuklären. Bei einer Vergrößerung der Schilddrüse durch Jodmangel helfen Jodtabletten, je nach Stadium des Kropfes bis 200 Mikrogramm täglich. Zusätzlich sollte auf jodreiche Ernährung geachtet werden: Gut sind Seefisch, Milchprodukte und jodiertes Speisesalz.

 

Hohe Töne

Ursachen: Fließt der Atem gleichmäßig, klingt die Stimme normal. Schnüren Angst oder Stress die Kehle zu, können die Stimmbänder nicht frei schwingen. Die Stimme wird hoch, schrill oder scharf.

So entsteht die Sprache

Im Kehlkopf sind zwei Stimmbänder gespannt. Sie verschließen die Luftröhre bis auf die Stimmritze. Beim Atmen sind sie entspannt, die Stimmritze ist breit. Um Töne zu erzeugen, werden sie angespannt und mit der Luft aus der Lunge in Schwingung versetzt: Ein Ton entsteht.

Therapie: Autogenes Training entspannt (Kurse an Volkshochschulen). „Kippt“ die Stimme schon bei normalem Stress und belastet das, hilft gezieltes Stimmtraining beim Logopäden (Sprachtherapeut).

 

Sonderfall Sprechtempo

Bei Übermüdung durch Schlafmangel wird die Stimme zunehmend langsamer, unkontrollierter und flacher. Diese neue Erkenntnis australischer Forscher könnte helfen, ungeklärte Tagesmüdigkeit rechtzeitig zu erkennen. Denn die kann Folgen haben (z. B. Sekundenschlaf am Steuer bzw. Fehler bei der Bedienung von Maschinen). Ein Schlafmediziner hilft, die Ursache abzuklären (Adressen und Therapien z. B. unter www. schlafgestoert.de).

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