Frauenproblem Ballenzeh: Sogar Steffi Graf betroffen

Steffi Graf hat Hallux valgus
Die Tennislegende Steffi Graf hat einen Ballenzeh. Bislang hat sie ihren Fuß nicht operieren lassen © Imago

Die Betroffenen eines Ballenzehs sind zu 90 Prozent Frauen. Steffi Graf gehört auch zu ihnen. Eine einfache Operation kann helfen und von den Fußschmerzen befreien.

Die erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten musste im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Operationen über sich ergehen lassen. Bis zu 250 Tage am Stück konnte sie deshalb keine Turniere bestreiten. Vielleicht ist das der Grund, warum sie sich bislang noch nicht am Fuß operieren ließ – sie hat einfach genug von Operationen. Dabei ist ein Eingriff am sogenannten Hallux valgus, dem Ballenzeh, durchaus sinnvoll. Denn die Verformung des Knochens führt dauerhaft dazu, dass jeder Schuh drückt, das Gehen zur Qual wird. Unbehandelt nehmen die Symptome eines Ballenzehs in der Regel immer weiter zu.

 

Ballenzeh: Auf die Schuhe kommt es an

Die Fehlstellung des großen Zehs hat in der Regel mehrere Ursachen. Neben einer erblichen Veranlagung machen Mediziner vor allem das Bindegewebe und hochhackige Schuhe für den Ballenzeh verantwortlich. Die hohen Absätze sorgen dafür, dass der Vorderfuß besonders stark belastet und der große Zeh nach innen gedrückt wird. Wenn dann auch noch das Bindegewebe geschwächt ist – etwa durch eine Schwangerschaft, Medikamente oder bestimmte Krankheiten – erhöht sich das Risiko eines Ballenzehs. Daher sind zu 90 Prozent Frauen von dem Problem betroffen. Mit der richtigen Vorbeugung muss es jedoch gar nicht erst zu einem Ballenzeh kommen.

Igelball gegen Hallux valgus
Ein Igelball stärkt Bänder und Muskeln im Fuß und sorgt für ein festes Bindegewebe© Fotolia
 

Barfuß gehen schützt vor einem Ballenzeh

Der beste Schutz vor einem Ballenzeh sind starke Bänder und Muskeln und ein festes Bindegewebe. Experten raten zu regelmäßiger Fußgymnastik – beispielsweise mit einem sogenannten Igelball (Apotheke). Setzen Sie sich dazu auf einen Stuhl und legen den Igelball unter einen Fuß. Rollen Sie den Ball durch Vor-, Rück- und Seitwärtsbewegen des Fußes über die gesamte Fußsohle. Wiederholen Sie die Übung mit dem anderen Fuß. Verhärtete Muskeln werden gelockert, das Bindegewebe gestrafft und die Durchblutung angeregt. Genauso gut wirkt Barfuß gehen.

Wenn die Verformung des Zehs allerdings schon deutlich sichtbar ist, hilft nur noch eine Operation. Einlagen, Schaumstoffpolster, Nachtschienen und Bandagen können zwar die Beschwerden lindern, den Ballenzeh jedoch nicht heilen. Häufig verlagern sich die Schmerzen einfach auf andere Zehen. Daher raten Ärzte in den meisten Fällen zu einer Operation.

 

Ballenzeh operieren

"Wir korrigieren die Zehe dort, wo die Fehlstellung eigentlich beginnt – nämlich im Bereich des Mittelfußes. Je nach Schweregrad entnehmen wir ein kleines Winkelstück vom Knochen und begradigen auf diese Weise die gesamte Großzehe. Dann fixieren wir den Knochen mit einer Platte aus Titan", erklärt Dr. Diedrich Haesen von der Klinik Fleetinsel in Hamburg. "Durch diese Platte wird der Druck des Körpergewichts auf den operierten Knochen abgefangen. Bereits nach kürzester Zeit kann man den Fuß wieder belasten."

Die Ballenzeh-Operation dauert etwa eine Stunde und wird in der Regel mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt. Nach zwei Tagen können die Patienten die Klinik wieder verlassen – schmerzfrei und auf eigenen Füßen. Die Krankenkasse zahlt die Operationen in den meisten Fällen auf Antrag. Dr. Haesen rät Betroffenen dazu, nach einer Operation möglichst auf Schuhe mit hohen Absätzen zu verzichten, um erneute Fehlstellungen zu vermeiden.

 

So bleiben Ihre Füße schön und gesund

Sheabutter für schöne Füße
Bereits einmal am Tag die Füße mit Shea-Butter eincremen vermindert Hauttrockenheit© Fotolia

Duftendes Fußbad: 38 Grad Wassertemperatur sind ideal. Badeöl (Drogerie) mit Rosmarin erfrischt müde Füße. Lavendel wirkt beruhigend auf gestresste Haut. Salbei hemmt die Geruchsbildung. Dauer maximal 10 Minuten. Sonst trocknet die Haut aus.

Sanfte Pflege: Mit einem elektrischen Hornhautentferner (Drogerie, etwa 40 Euro) können Sie gestresste Füße ganz einfach selbst behandeln. Und das ohne die Haut dabei zu verletzen oder zu stark zu reizen. Denn die neuen Geräte reagieren schon auf kleinste Druckschwankungen und gehen sogar zur Not aus, um die Fußsohle zu schützen.

Shea-Butter: Bereits einmal am Tag die Füße mit Shea-Butter eincremen vermindert Hauttrockenheit. Tipp: Wenn die Füße stark beansprucht sind, hilft eine Nachtkur. Cremen Sie die Füße vor dem Zubettgehen mit Shea-Butter ein und ziehen Sie Socken darüber. Am nächsten Morgen sind die Füße wieder geschmeidig.

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