Frauen mit Apfelfigur neigen zum Binge-Eating

Die vier häufigsten Körpertypen. Von links nach rechts: Banane, Apfel, Birne und Stundenglas
Die vier häufigsten Körpertypen. Von links nach rechts: Banane, Apfel, Birne und Stundenglas © Fotolia

Beim Binge-Eating verlieren die Betroffenen die Kontrolle über ihr Essverhalten. Frauen mit einer sogenannten Apfelfigur sind besonders häufig betroffen – so das Ergebnis einer aktuellen US-Studie.

Frauen mit einer Apfelfigur (viel Körperfett am Rumpf und Bauch) haben ein erhöhtes Risiko, die Kontrolle über ihr Essverhalten zu verlieren. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Drexel University in einer aktuellen Studie.

Menschen, die am sogenannten Binge-Eating (regelmäßige Heißhungerattacken) leiden, verlieren die Kontrolle über ihr Essverhalten.

Der Kontrollverlust tritt häufig ein, bevor sich die Essstörung richtig entwickelt hat, so Studienautorin Laura Berner. Doch nicht jeder, der ab und zu das Gefühl hat, seine Heißhungerattacken nicht mehr kontrollieren zu können, entwickelt auch eine Essstörung. Um besser einschätzen zu können, bei wem sich aus gelegentlichen Heißhungerattacken eine Binge-Eating-Störung entwickelt, suchten die US-Forscher nach körperlichen Merkmalen, die auf ein erhöhtes Risiko hinweisen.

 

Frauen mit Apfelfigur sind gefährdeter

Was ist eine Apfelfigur?

Bei der sogenannten Apfelfigur konzentriert sich ein Großteil des Körperfettes in der Körpermitte – Betroffene haben einen rundlichen Rumpf und häufig schlanke Beine.

Dazu werteten sie Daten von rund 300 Studentinnen aus, die in einem Zeitraum von zwei Jahren gesammelt wurden. Sie interessierten sich für Größe und Gewicht der jungen Frauen und die Verteilung ihres Körperfetts. Zudem befragten sie die Probandinnen zu ihrem Essverhalten und erfassten ihren psychischen Gesundheitszustand. Zu Beginn der Studie erfüllte keine der Studentinnen die Diagnosekriterien einer Essstörung.

Das Ergebnis: Frauen mit einer Apfelfigur entwickelten im Studienzeitraum häufiger einen Kontrollverlust über ihr Essverhalten – unabhängig von Körpergewicht und Depressionssymptomen.

Hier erfahren Sie, wie Sie Heißhungerattacken am besten stoppen können.

 

Körperformen – die „Birnenfigur“ ist gesünder

Die unterschiedliche Verteilung von Fett im Körper hat Einfluss auf die Gesundheit. Während der Apfeltyp sein Fett um die Körpermitte herum hat, sind bei der „Birnenfigur“ die Depots an Po, Hüfte und Oberschenkeln angelegt.

Die Birnenfigur ist gesund: Britische Forscher haben herausgefunden, dass Fettpolster an Oberschenkeln und Po schädliche Fettsäuren abfangen und so verhindern, dass sie sich in Organen festsetzen. Außerdem ist der Spiegel entzündungsfördernder Zytokine bei Menschen mit Birnenfigur häufig vergleichsweise niedrig – diese Botenstoffe sind bei Herz- und Diabetespatienten übermäßig aktiv.

Bauchfett dagegen legt sich um die inneren Organe und kann so in den Blutkreislauf gelangen. Das ist gefährlich – denn hohe Blutfettwerte steigern das Risiko von Schlaganfall, Herzinfarkt, Diabetes und Thrombose.

Bestimmt wird die Verteilung durch Hormone. Vor allem männliche Geschlechtshormone, die auch Frauen im Körper produzieren, und Stresshormone bestimmen die Fettverteilung. Faustregel: Je mehr von beiden im Blut sind, desto eher neigt man zur Apfelfigur.

Hier erfahren Sie, an welchen Stellen Körperfett harmlos und wo es gefährlich ist.

 

Was tun bei einer Apfelfigur?

Frauen mit einer Apfelfigur sollten ihr Essverhalten genau beobachten – dabei hilft ein Ernährungstagebuch. Wenn es gehäuft zu Heißhungerattacken kommt, sollten betroffene Frauen einen Arzt zurate ziehen. Denn bei Essstörungen wie Binge-Eating ist eine psychologische Behandlung erforderlich.

Die beste Maßnahme, gegen die Apfelfigur vorzugehen, ist Sport – und zwar in doppelter Hinsicht: Sport ist das beste Mittel zum Abbau von Stresshormonen, die die Entstehung der Apfelfigur fördern – außerdem hilft er beim Abnehmen.

Hamburg, 17. November 2015

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