Frau stirbt nach Zahnarztbesuch

frau stirbt nach zahnbehandlung
April Walters war schwerkrank, unterzog sich trotzdem einer invasiven Zahnbehandlung und starb. Eine wissenschaftliche Studie zeigt, Zahnbehandlungen können Risiken darstellen © https://www.gofundme.com/w5y8592s

Aufgrund einer Entzündung sollten April Walters 18 Zähne gezogen werden. Nach dem 16. Zahn musste die Behandlung abgebrochen werden. Kurze Zeit später verstarb sie – lesen Sie hier die traurige Geschichte.

Es ist der 8. April, ein Freitagmorgen, als April Walters nach einer Zahnbehandlung zusammenbricht und stirbt. April ist keine gesunde Frau, sie leidet an Sarkoidose, entzündlichen Knötchen im Bindegewebe, Asthma, chronischer obstruktiver Lungenerkrankung, Bluthochdruck und Diabetes. Das Atmen fällt der 46-jährigen Frau aus Michigan schwer, sie muss durch einen ständigen Sauerstoffschlauch mit Luft versorgt werden. Aufgrund einer Infektion im Kiefer müssen April 18 Zähne gezogen werden.

Zu diesem Termin wird sie von ihrer Schwester begleitet. April hatte etwas Angst vor dem Eingriff und schon vor Beginn der Behandlung einen Puls von 130. Obwohl die Zahnarztassistentin ihre Bedenken äußert, fährt die Zahnärztin mit der Behandlung fort und zieht ihr 16 Zähne. Als der Pulsschlag weiter zunimmt, stoppt die Ärztin den Eingriff, schickt sie nach Hause und rät ihr zur Untersuchung ihres Herzens. April verlässt die Praxis, kollabiert auf einem naheliegenden Parkplatz und verstirbt kurz darauf.  

Aprils plötzlicher Tod hat die Familie in eine tiefe Trauer gestürzt. Sie braucht Zeit, ihren Verlust in Ruhe verarbeiten zu können. Derweil sammelt sie Spenden, um ihrer geliebten Mutter und Schwester einen würdigen Abschied bereiten zu können.

 

Risiko Zahnarztbesuch

Bereits 2010 belegten Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Zahnbehandlungen, akuter Entzündungen und endothelialen Dysfunktionen – Funktionsstörungen von Gefäßen. Die Forscher untersuchten das Risiko, nach einer invasiven Zahnbehandlung eine vaskuläre Krankheit zu erleiden. Dafür beobachteten sie Patienten, die bereits einen Herz- oder Hirninfarkt hinter sich hatten und sich einer Zahnbehandlung aussetzten. Das Ergebnis veröffentlichten sie in Annals of Internal Medicine. Obwohl eine Zahnbehandlung und die damit verbundene Beseitigung einer Entzündung langfristig Vorteile für die Gesundheit bringt, bleibt bis zu vier Wochen nach der Zahnbehandlung ein Risiko für Schlaganfälle oder Infarkte bestehen.

 

So minimieren Sie Ihr Risiko

Bevor Sie eine invasive Zahnbehandlung vornehmen lassen, sollten Sie in jedem Fall ihren Zahnarzt über ihren Gesundheitszustand und gegebenenfalls bestehende Krankheiten informieren. Bis zu sechs Wochen nach dem Eingriff sollten Sie ihre Werte von einem Arzt beobachten lassen – falls bereits Probleme vorliegen.
 

Hamburg, 19. April 2016

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