Forscher warnen: Sicherheitsabstand schützt nicht vor Aerosolen

Katharina Flick

Reicht der Sicherheitsabstand von 1,5 - 2 Metern allein nicht mehr aus, um uns vor der Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen? 200 Wissenschaftler stellen die bestehenden Abstandsrichtlinien jetzt infrage und fordern die Weltgesundheitsorganisation WHO auf, die Übertragung in der Luft durch Aerosole ernst zu nehmen.

Inhalt
  1. Welche neuen Erkenntnisse bei der Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es?
  2. Was sind Aerosole?
  3. Ist eine Ansteckung draußen durch Aerosole möglich?
  4. Was sagt das deutsche Robert-Koch-Institut zu der Gefahr durch Aerosole?
 

Welche neuen Erkenntnisse bei der Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es?

Bisher galten Tröpfchen- und Schmierinfektionen durch Husten, Niesen, Atmen und Sprechen als Hauptüberträger des Coronavirus SARS-CoV-2. Jetzt hat eine Gruppe von 239 Forschern aus 32 Ländern - darunter Virologen, Aerosol-Physiker, Epidemiologen, Mediziner und Gebäudetechniker - einen dramatischen Appell an Behörden, Gesundheitsorganisationen und die WHO veröffentlicht. Im Fachjournal "Clinical Infectious Diseases" fordern sie besonders die WHO auf, die derzeitige Einschätzung der Verbreitungswege des Coronavirus zu überdenken. Ein Hinweis auf die Übertragung durch Aerosole in der Raumluft sei unabdingbar.

Eine Frau mit besorgtem Blick geht spazieren.
Service Corona: Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr im Freien wirklich?

 

Was sind Aerosole?

Unter Aerosolen versteht man Speicheltröpfchen in der Luft, die durch das Ausatmen in Selbige gelangen. Die Forscher warnen jetzt davor, dass eine Infektion durch die Raumluft möglich sei, wenn sich eine infizierte Person längere Zeit in einem Raum aufhalte. Diese Vermutung entstand durch Infektionen bei Chorauftritten oder in Restaurants. Das Virus könne sich längere Zeit in der Luft halten und damit reiche der bisher geltende Mindestabstand von 1,5 - 2 Metern nicht mehr aus.

Kinder planschen im Wasser.
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Ist eine Ansteckung draußen durch Aerosole möglich?

An der frischen Luft sorgt der Wind für eine Zerstreuung der Aerosole und damit für ein deutlich geringeres Ansteckungsrisiko.

 

Was sagt das deutsche Robert-Koch-Institut zu der Gefahr durch Aerosole?

Das Robert Koch-Institut (RKI) als zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention weist auf ihrer Webseite bereits auf eine mögliche Ansteckung durch Aerosole hin. In dem aktuellen Steckbrief des Virus heißt es: "Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 ist die respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen und Niesen entstehen." Somit könne die Ansteckungsgefahr in kleinen oder schlecht belüfteten Räumen steigen, auch wenn die Abstandsregeln eingehalten werden.

Modernes WC-Schild
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Quelle:

Steckbrief Coronavirus, in: Robert Koch Instutut

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