Forscher entwickeln revolutionären HIV-Impfstoff

Ein Arzt trägt eine Aidsschleife am Kittel
US-Forscher sind bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen HIV einen entscheidenden Schritt vorangekommen © Fotolia

Seit Langem versuchen Mediziner, eine Impfung gegen HIV zu entwickeln. Doch bisher wurde kein Mittel gefunden, das vor allen Varianten des Virus schützt. Bei der Suche danach ist US-Forschern jetzt ein Durchbruch gelungen.

Bei einer Infektion mit HIV dringt das Virus in Immunzellen ein und verändert sie so, dass sie zu kleinen HIV-Fabriken werden, die ständig neue Virus-Partikel produzieren. Um in die Zellen einzudringen, muss es an speziellen Rezeptoren auf ihrer Oberfläche „andocken“.

Diese Tatsache machten sich die Wissenschaftler um Michael Farzan des Scripps Research Institutes in Florida zunutze: Sie stellten ein Protein her, das die Rezeptoren auf den Immunzellen imitiert. Das HI-Virus wird so auf eine falsche Fährte gelockt: Statt an die Immunzelle bindet es sich an das Protein und die Infektion wird verhindert.

In Laborversuchen konnten die Forscher beweisen, dass das neue Protein, genannt eCD4-lg, die Ausbreitung von HIV im Körper hemmte – und zwar bei allen Varianten des Virus.

 

Virus als Transportmittel für HIV-Impfstoff

Nun brauchten die Wissenschaftler ein Transportmittel, das das schützende Protein in den Körper befördert. Dazu entwickelten sie ein Virus, das sie speziell auf die Produktion von eCD4-lg programmierten. In einer Testreihe injizierten sie dieses Virus vier Makaken. Im Körper angelangt, begann es, eCD4-lg herzustellen und zu verbreiten.

In den folgenden Wochen bekamen die vier geimpften Affen und vier Kontrolltiere mehrere Injektionen mit einem HI-Virus. Bei Ablauf des Studienzeitraums nach 34 Wochen waren alle Tiere der Kontrollgruppe infiziert – die geimpften Tiere nicht.

In weiteren größer angelegten Versuchen wollen die Forscher ihre Ergebnisse überprüfen. Dann gilt es, die Frage zu klären, ob die HIV-Impfung auch vor Infektionen über die Schleimhäute schützt.

Hamburg, 19. Februar 2015

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