Forscher entdecken mögliche Diabetes-Heilung

Redaktion PraxisVITA

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Verbreitung von Diabetes fast vervierfacht. Übergewicht und schlechte Ernährung sind die Hauptauslöser. Bis heute gibt es kein Heilmittel, um die Krankheit zu stoppen. Doch nun machten Forscher erstaunliche Entdeckungen, die eine mögliche Lösung bieten.

Zwei Forscher im Labor
Bei einem gemeinsamen Forschungsprojekt untersuchten die Mediziner die Wirkung des Glykoprotein CD248 Foto:  skynesher/iStock

Bei Diabetes wird zwischen zwei Typen, Typ-1-Diabetes (T1D) und Typ-2-Diabetes (T2D), unterschieden. Bei T1D greifen die körpereigenen Zellen des Immunsystems die Insulinproduzierenden Zellen an und zerstören diese. Während T1D eine Autoimmunreaktion auslöst, ist bei T2D die Insulinausschüttung bedingt. Grund hierfür können Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel sein. Sobald wir mehr Kalorien zu uns nehmen, als unser Körper benötigt, so wird die überschüssige Energie im sogenannten white adipose tissue (WAT) als Fett gespeichert. Der dauerhafte Überschuss an Energie kann letztendlich zu Insulin-Resistenz und somit zu T2D führen.

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Während der Untersuchungen wurden die Forscher des Karolinska-Institutes in Schweden und der University of British Columbia in Kanada auf das Glykoprotein CD248 aufmerksam, das die mögliche Entwicklung von T2D beeinflussen könnte. Bis dahin hatten Forscher CD248 ausschließlich mit Tumorwachstum und Entzündungen in Verbindung gebracht, seine Rolle in Verbindung mit T2D wurde nicht untersucht.

Zuerst analysierten die Forscher die Genexpression im WAT von Menschen mit und ohne T2D. Außerdem wurden die Genexpressionen von Menschen mit Fettleibigkeit und ohne untersucht. Bei Personen mit Adipositas oder Insulinresistenz lag das CD248-Gen in hochregulierter Form vor. Der Körper produzierte also mehr von dem Protein. Diese Beobachtung führte die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass CD248 möglicherweise Auslöser für die Insulinsensitivität ist.

Im Testlabor mit Mäusen, denen das Gen für CD248 in ihren WAT fehlte (obwohl andere Zelltypen immer noch CD248 produzierten), stellten die Forscher fest, dass die Mäuse vor der Entwicklung von Insulinresistenz und T2D geschützt waren. Erstaunlich ist, dass die Mäuse mit reduziertem CD248 in ihren Fettzellen keine Nebenwirkungen zu erleiden schienen, was darauf hindeutet, dass das Protein in Zukunft eine nützliche Therapie sein könnte.

Laut Forscher Dr. Conway, ist es eine äußerst interessante Erkenntnis, dass die Insulinsensitivität von Mäusen, die bereits an Diabetes leiden, verbessert werden kann, indem die CD248-Spiegel in den Fettzellen gesenkt werden – auch wenn sie noch fettleibig sind.

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Der Weg vom Mäuselabor ins Apothekenregal

Trotz der faszinierenden Studienergebnisse, müssen die Forscher noch viel Arbeit investieren, bevor die ersten Produkte in die Apotheke gelangen können. Er und sein Team planen die Untersuchungen fortzusetzen und er erklärt: "Unser unmittelbares Ziel ist es, die Wirkungsweise von CD248 zu verstehen, damit sichere und wirksame Medikamente entwickelt werden können, die den Eiweißspiegel senken oder dessen Funktion beeinträchtigen."

Die Studie schlägt einen neuen Weg vor, um die Insulinresistenz zu bewerten, ihr Fortschreiten zu verhindern und sogar T2D umzukehren. Da Diabetes sich im raschen Tempo ausbreitet, sind die neuen Ergebnisse der Forscher umso bedeutender für die Zukunft im Kampf gegen Diabetes.

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