Gesund schwanger Folsäure in der Schwangerschaft

Redaktion PraxisVITA
Folsäure in der Schwangerschaft
Wir verraten, warum die extra Versorgung mit Folsäure in der Schwangerschaft wichtig ist Foto:  AndreyPopov/iStock
Inhalt
  1. Warum Folsäure in der Schwangerschaft?
  2. Wie hoch ist der Tagesbedarf an Folsäure?
  3. In welchen Lebensmitteln steckt Folsäure?
  4. Video: Diese Anzeichen verraten eine Schwangerschaft

Für die gesunde Entwicklung des Babys empfehlen Frauenärzte die Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft. So lassen sich etwa Fehlbildungen beim Baby vorbeugen. Allein durch die Ernährung ist es nicht möglich, den Tagesbedarf an Folsäure abzudecken, weshalb es sinnvoll ist, spezielle Präparate einzunehmen. Eine ausreichende Versorgung ist schon in den ersten Schwangerschaftswochen wichtig – und auch bei bestehendem Kinderwunsch. Wir erklären Ihnen, warum Folsäure so wichtig ist und worauf Sie achten sollten.

 

Warum Folsäure in der Schwangerschaft?

Schwangere Frauen sollten darauf achten, ausreichend Folsäure zu sich zu nehmen. Schon während der Schwangerschaft beeinflusst Folsäure die Zellteilung und Zellentwicklung des Babys. Auch für die DNA-Bildung, die Blutbildung und den Eiweißstoffwechsel spielt die Versorgung mit Folsäure in der Schwangerschaft eine Rolle. Da es nicht einfach ist, die in der Schwangerschaft nötige Tagesmenge (550 Mikrogramm) über die Nahrung aufzunehmen, werden meist spezielle Präparate empfohlen. Diese helfen dem Baby dabei, das sogenannte Neuralrohr (erste Anlage des zentralen Nervensystems) zu entwickeln.

Folsäure in der Schwangerschaft
Es ist kaum möglich, nur durch Lebensmittel genug Folsäure in der Schwangerschaft aufzunehmen. Deshalb muss es durch entsprechende Präparate zugeführt werden Foto: jarun011/iStock

Folat ist das einzige bisher bekannte Vitamin, das einen offenen Rücken (auch: Spina bifida) verhindern kann. Dabei handelt es sich um eine Störung der Entwicklung der Wirbelsäule beim Baby während der Schwangerschaft. Bei dieser Erkrankung kommt es nicht zu einer vollständigen Schließung des Neuralrohrs.

Folsäure und Folat – was ist der Unterschied?

Die beiden Begriffe klingen zwar ähnlich, meinen jedoch nicht dasselbe. Folsäure sind synthetische Verbindungen. Bei Folat handelt es sich um das natürliche Vitamin. Beide Stoffe gehören zu den wasserlöslichen B-Vitaminen. Folsäure wird vom menschlichen Körper benötigt, um rote Blutkörperchen zu bilden oder bestimmte Hormone wie Noradrenalin und Serotonin zu produzieren. Folsäure ist Bestandteil der Rückenmarksflüssigkeit und beeinflusst die DNA-Zusammensetzung.

 

Wie hoch ist der Tagesbedarf an Folsäure?

Laut den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene pro Tag etwa 300 µg (Mikrogramm) Folsäure zu sich nehmen. Schwangeren Frauen werden etwa 550 µg Folsäure empfohlen. Frauen mit Kinderwunsch wird geraten, zusätzlich zu einer folatreichen Ernährung täglich 400 µg synthetische Folsäure in Form eines Präparates einzunehmen. Hiermit sollte begonnen werden, sobald der Kinderwunsch da ist. In der Regel wird die Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft dann für das erste Drittel fortgesetzt. Ab dem zweiten Drittel brauchen schwangere Frauen kein Präparat mehr einzunehmen.

Anders sieht es bei Frauen aus, die bereits ein Kind mit offenem Rücken zur Welt gebracht haben. Sie brauchen mehr Folsäure – meist eine zehnfach höhere Dosis.

 

In welchen Lebensmitteln steckt Folsäure?

Das Vitamin Folat muss über Nahrungsmittel aufgenommen werden, da es nicht vom Körper hergestellt werden kann. Es ist etwa in vielen grünen Blattgemüsen oder Hülsenfrüchten enthalten. Versuchen Sie deshalb, jeden Tag eine Portion grünen Salat, Feldsalat, Kohl oder Gemüse zu sich zu nehmen, um die Aufnahme von Folsäure in der Schwangerschaft zu unterstützen. Außerdem eignen sich folgende Lebensmittel, um den Folsäure-Haushalt aufzufüllen.

  • Schwarzaugenbohnen (4 Esslöffel gleich 220 Mikrogramm)
  • Rosenkohl (11 Stück gleich 127 Mikrogramm)
  • Papaya (1 Stück gleich 115 Mikrogramm)
  • Kleieflocken (7 Esslöffel gleich 113 Mikrogramm)
  • Weizenkeime (25 Gramm gleich 100 Mikrogramm)
  • Spargel (4 Stangen gleich 88 Mikrogramm)
  • Broccoli (2 Stück gleich 61 Mikrogramm)
  • Pellkartoffeln (1 Stück gleich 39 Mikrogramm)
Folsäure in der Schwangerschaft
Papayas sind ein guter Folsäure-Lieferant Foto: ansonmiao/iStock

Wichtiger Hinweis: Bei Folat handelt es sich um ein licht- und hitzeempfindliches Vitamin, also sollten sie die entsprechenden Lebensmittel kühl und dunkel lagern. Außerdem ist Folat wasserlöslich, weshalb es am besten ist, die empfohlenen Lebensmittel roh zuzubereiten. Ist das nicht möglich, dünsten oder dämpfen Sie das Gemüse nur kurz in einem zugedeckten Topf und mit wenig Wasser. So geht kein Folat verloren.

 

Video: Diese Anzeichen verraten eine Schwangerschaft

 
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