FODMAP-Diät: Die richtige Ernährung bei Reizdarm

Rieke Heinze Medizinredakteurin

Unterleibsschmerzen, Luft im Bauch, Durchfall oder Verstopfung – nur ein paar der typischen Symptome eines Reizdarmsyndroms. Mit den richtigen Lebensmitteln können die Beschwerden gelindert werden; mit den Falschen verschlimmert. Die richtige Ernährung unterstützt den Darm und seine Aktivitäten.

Zucker mit Verbotsschild
FODMAPs sind zuckerhaltige Lebensmittel - und auf die sollte man bei einem Reizdarm verzichten Foto:  iStock/solidcolours
Inhalt
  1. Reizdarm-Syndrom – was ist das?
  2. FODMAPs: Wie sinnvoll ist eine besondere Ernährung bei Reizdarm?
  3. Was sind FODMAPs?
  4. Auf diese Lebensmittel sollten sie im Rahmen einer FODMAP-Diät lieber verzichten:
 

Reizdarm-Syndrom – was ist das?

Jeder Zehnte in Deutschland leidet an einem Reizdarmsyndrom, kurz auch einfach nur Reizdarm genannt. Obwohl bei Betroffenen keine organischen Ursachen festgestellt werden können, treten schmerzhafte Symptome in der Darmgegend auf.

Zu diesen Symptomen zählen:

Oft treten die Beschwerden in Zusammenhang mit psychischem Stress auf – sei es beruflich oder privater Natur; ist man einer besonderen seelischen Belastung ausgesetzt, spielt der Körper verrückt und jede normale Mahlzeit birgt die Gefahr, Bauchkrämpfe und –schmerzen zu verursachen.

Krankheiten & Behandlung Was ist ein Reizdarm und wie wird er behandelt?

 

FODMAPs: Wie sinnvoll ist eine besondere Ernährung bei Reizdarm?

Eines sei gesagt, eine Heilung bei Reizdarm gibt es nicht. Das liegt unter einem daran, dass Darm- und Magenbeschwerden sehr unspezifisch sind und zum anderen, dass bei diesem Syndrom keine organischen Ursachen vorliegen. Eine Therapie kann also nur symptomatisch, aber nicht ursächlich sein. Die richtige Ernährung kann nicht nur die Schmerzen lindern, sondern auch weitere Attacken verhindern und den Darm beruhigen.

 

Was sind FODMAPs?

Bei FODMAPs handelt es sich um Fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole – sprich: Kohlenhydrate. Diese vergären und produzieren Gase im Magen. 

Bei einer Low-FODMAP-Diät werden die zuckerhaltigen Lebensmittel für einen festgelegten Zeitraum komplett aus dem Ernährungsplan gestrichen. Meist handelt es sich um eine ca. zweimonatige Phase. Anschließend werden die FODMAPs langsam und in kleinen Mengen wieder in den Speiseplan integriert. Der Vorteil? Bestimmte Unverträglichkeiten oder eine besonders starke Reaktion des Körpers auf ein Lebensmittel ist so viel einfacher zu erkennen. Grundsätzlich sollten Sie diese Ernährungsumstellung immer von einem Arzt begleiten lassen.

 

Auf diese Lebensmittel sollten sie im Rahmen einer FODMAP-Diät lieber verzichten:

Obst (enthält Oligosaccharide, Fructose und Polyole)

  • Äpfel und Birnen
  • Pfirsich und Aprikosen
  • Datteln, Feigen und Dörrobst
  • Rosinen und Sultaninen
  • Wassermelone, Khaki und Granatapfel
  • Avocado
  • Litschi
  • Krische

Nüsse und Hülsenfrüchte

  • Grundsätzlich alle Hülsenfrüchte
  • Cashews
  • Pistazien
  • Kokosnuss

Milchprodukte

  • Hier geht es um die Laktose, die in den Produkten enthalten ist und vermieden werden sollte

Getreide und Kartoffeln

  • Weizen, Gerste und Roggen sowie die aus diesem Getreide hergestellten Produkten
  • Kartoffeln
  • Amaranth

Gemüse

  • Zwiebeln, Schalotten, Lauch, Bärlauch, Knoblauch
  • Zuckermais, Zuckererbse, Erbsen
  • Blumenkohl
  • Artischocke
  • Sauerkraut, Wirsing
  • Schwarzwurzel. Spargel
  • Rote Beete
  • Pilze

  Zusätzlich sollten Sie auf den Verzehr von Süßungsmitteln jeglicher Art und gesüßte Getränke verzichten.

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