Fluorose: Das hilft bei weißen Flecken auf den Zähnen

Weiße Flecken auf den Zähnen können auf eine Fluorose hindeuten. Diese zeigt sich besonders oft bei Babys und Kleinkindern, kommt aber auch bei Erwachsenen vor. Ohne Bahndlung bleiben die weißen Flecken bestehen. Was kann man dagegen tun? Experte Dr. Jochen H. Schmidt  klärt auf.

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Was ist Fluorose?

Nicht nur zu wenig Fluorid schadet den Zähnen. “Auch zu viel davon. Also die Kombination fluoridhaltiger Zahncremes und zusätzlicher Fluoridtabletten und/oder -gels kann sich negativ auswirken”, sagt Dr. Jochen H. Schmidt, Gründer und zahnärztlicher Leiter des Kölner Carree Dental. Die mögliche Folge ist insbesondere bei Kindern eine sogenannte Fluorose (auch Dentalfluorose genannt). “Weiße Flecken auf den Eck- und Schneidezähnen zeugen in diesem Fall von einer zu hohen Fluorid-Konzentration.” Das kann zu Störungen der Zahnschmelzbildung, wie etwa einem vermehrten Auftreten von Kreidezähnen, sowie einer erhöhten Kariesanfälligkeit führen.

Fluoroseflecken: Ursachen von weißen Flecken auf den Zähnen

Es muss nicht immer gleich eine Fluorose vorliegen, wenn weiße Flecken auf den Zähnen erscheinen. Es gibt insgesamt drei Ursachen:

  • Zu viel Fluorid
  • Ein Zahnunfall
  • Eine Vorstufe von Karies (White Spots)

Der Besuch bei einer Zahnärztin ist empfehlenswert, sobald die Flecken wahrgenommen werden. So kann die Ursache festgestellt und behandelt werden.

Fluorose: Baby hat weiße Flecken auf den Zähnen – ist das gefährlich?

Eine Dentalfluorose ist für Babys und Kindern nicht gefährlich. Das sagt auch Dr. Schmidt: “Gefährlich wird es nur, wenn kleine Kinder unbeaufsichtigt größere Mengen schlucken, etwa eine Tube fluoridhaltiger Zahnpasta.

Die weißlichen Flecken auf den Milchzähnen können jedoch auch eine andere Ursache haben, beispielsweise eine Demineralisierung des Zahnschmelzes. Es kann in diesem Zuge auf eine Initialkaries, ein Frühstadium der Karies, hindeuten. Insbesondere, sobald andere Milchzähne bereits betroffen waren. Eltern sollten in jedem Fall die genaue Ursache der Flecken abklären lassen, um etwa eine Karieserkrankung auszuschließen.

Fluoroseflecken bei Kindern: Was hilft?

Vorbeugung ist die beste Maßnahme gegen Fluorose bei Kindern. Daher ist es wichtig, als Eltern auf die richtige Fluoridzufuhr zu achten. Bei Unsicherheiten sollte die Kinderärztin hinzugezogen werden. Die empfohlene Gesamtzufuhr richtet sich nach dem jeweiligen Alter des Kindes – und ist je nach Altersstufe auf das Milligramm genau empfohlen.

Fluorose: Milchzähne sind ausgefallen – ist nun Schluss mit den weißen Flecken?

Schäden, die sich im Kleinkindalter bis etwa zum siebten Lebensjahr entwickeln, bleiben ohne Behandlung bestehen bis ins Erwachsenenalter hinein. Es kann sowohl auf Milchzähnen als auch später bei bleibenden Zähnen zu weißen Flecken kommen. Besonders häufig sind die mittleren Schneidezähne, Eckzähne sowie die ersten bleibenden Backenzähne betroffen.

Je nachdem, wie intensiv die Fluorose ausgeprägt ist, kann sie für die betroffenen Erwachsenen zum ästhetischen Problem werden. Doch auch gesundheitliche Folgen sind durcheine Fluorose möglich, etwa, wenn die Widerstandsfähigkeit der Zahnoberfläche betroffen ist.

Wie viel Fluorid ist unbedenklich?

Damit eine Fluorose vermieden wird, sollte die regelmäßige Fluoridzufuhr bei Säuglingen bei 0,25 mg/Tag und bei Kleinkindern bis zu 1,25 g/Tag (reiskorngroße Menge) liegen.

Kinderärzte empfehlen, bis zum Zahndurchbruch die Fluoriddosis in Form von Tabletten zu geben. Sobald der erste Milchzahn da ist, sollten Eltern beginnen, die Zähne ihres Kindes mit einer altersgerechten Zahnbürste und Zahnpasta zu putzen. Erstmal nur einmal täglich und bald darauf zweimal – morgens und abends.

Das Zähneputzen sollte zum festen Ritual werden. Geputzt werden sollte mit einer reiskorngroßen Menge fluoridhaltiger Zahnpasta. Spätestens ab dem ersten Geburtstag wird die Tablette weggelassen. Denn Fluorid wirkt am besten, wenn es direkt auf die Zahnoberflächen gegeben wird. Ab dem zweiten und bis zum sechsten Geburtstag sollte mit einer erbsengroßen Menge Zahnpasta geputzt werden.

Kann eine Fluorose auch bei Erwachsene auftreten?

Zur Risikogruppe gehören besonders Kleinkinder und Kinder bis zu einem Alter von sieben Jahren. Doch auch Erwachsene können eine Fluorose bekommen. Zirka ein Viertel der Bevölkerung leidet unter einer Dentalfluorose, ausgelöst durch eine zu hohe Fluoridaufnahme im Kindesalter.

Fluorose – Behandlung: Wie verschwinden die weißen Flecken?

Aus zahnmedizinischer Sicht muss eine Fluorose nicht zwingend behandelt werden, es handelt sich meist eher um ein ästhetisches Problem, das Betroffene sehr belasten kann. In einem Beratungsgespräch können sich Betroffene über geeignete Behandlungsmöglichkeiten aufklären lassen. Die Behandlung von weißen Flecken und Verfärbungen auf Zähnen gilt jedoch allgemein als sehr kosten- und zeitintensiv.

Zunächst muss die Fluoridzufuhr gestoppt werden, die zu den weißen Flecken geführt hat. Eine leichte Fluorose bedarf medizinisch gesehen keine weiteren Behandlungsschritte. Der Zahnschmelz ist dann noch nicht geschwächt. Doch bereits entstandene Schäden sind ohne intensive zahnärztliche Betreuung irreversibel. In der modernen Zahnmedizin gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden, die sich bei einer Fluorose eignen, darunter zum Beispiel:

  • Bleaching
  • Spezielle Polierpasten
  • Veneers (hauchdünne Verblendschalen aus Keramik)
  • Kompositfüllungen

Fluorose entfernen mit Hausmitteln

Die Schönheitsindustrie hält mittlerweile viele verschiedene Produkte für strahlend weiße Zähne parat, die gegen Verfärbungen helfen sollen. Von spezieller Zahnpasta bis hin zu Home Bleachings. Doch nur wenige sind wirklich eine Hilfe. Es gibt jedoch auch unterschiedliche Hausmittel, die die Zähne natürlich bleichen können.

Aber: Nicht alle Hausmittel werden von Experten auch empfohlen, z.B. die Verwendung von Natron, Aktivkohle oder Backpulver. Diese Hausmittel eignen sich bei weißen Verfärbungen auf den Zähnen:

  • Ölziehen: Ölziehkuren können die Zähne aufhellen und die Mundhygiene verbessern. Experten raten dazu, morgens mit dem Reinigen der Zunge (mit einem Zungenschaber) zu starten. Anschließend folgt das Ölziehen. Den Mund mit etwas Öl (z.B. Kokosöl oder Olivenöl) füllen, rund zehn Minuten in der Mundhöhle bewegen und immer wieder zwischen den Zähnen hindurchziehen. Danach ausspucken und den Mund mit warmem Wasser säubern. Hinterher die Zähne wie gewohnt putzen.
  • Kokosöl: Ein natürliches Mittel zum Aufhellen der Zähne sowie für eine gesunde Mundflora ist Kokosöl. Außerdem besitzt es eine antiseptische und antibakterielle Wirkung, die auch Karies vorbeugen kann. Es eignet sich gut fürs Ölziehen, doch kann auch zum Putzen verwendet werden. Zahnbürste hin und wieder in Kokosöl tauchen und nach dem Zähneputzen damit nachputzen. Anschließend mit klarem Wasser spülen.
  • Salbei: Frisch und nicht getrocknet eignet sich Salbei auch zum Aufhellen der Zähne. Durch die raue Oberfläche der Blätter gelingt die Reinigung der Zahnoberflächen. Blätter säubern und nach jeder Mahlzeit eines zerkauen. Ein weiteres Blatt kann für das leichte Abreiben der Innen- und Außenseiten der Zähne verwendet werden.
  • Indisches Basilikum: Die natürliche Zahnheilkunde rät nicht nur bei Zahnfleischerkrankungen und Zahnfleischschwund zu indischem Basilikum. Auch die Zahnaufhellung gelingt mit dem alten Heilkraut. Jeden Tag zwei bis drei Blätter indisches Basilikum einige Minuten lang kauen. Getrocknete Blätter können bei einer Fluorose einen Effekt erzielen. Um den Zahnschmelz nicht zu beschädigen, sollte die Anwendung nicht zu lange erfolgen.

Unser Experte: Dr. Jochen H. Schmidt ist Gründer und zahnärztlicher Leiter des Kölner Carree Dental. Er besitzt den akademischen Zusatztitel des "Master of Science Oral Implantology“.