Flugzeugabsturz: Hilfe zur Traumabewältigung

Traumatisierte Frau
Ein einschneidendes Erlebnis wie ein Gewaltverbrechen oder der Verlust eines geliebten Menschen hat immer Auswirkungen auf die Seele. Halten Sie allerdings an und belasten den Alltag dauerhaft, handelt es sich um eine posttraumatische Belastungsstörung © Shutterstock

Eine Maschine vom Typ Airbus A320 der Lufthansa-Tochter Germanwings stürzte auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen ab. Dabei kamen alle 150 Insassen ums Leben. Die Angehörigen der Opfer durchleiden gerade die wohl schwersten Tage ihres Lebens. Was den Betroffenen jetzt hilft.

Es ist eine der schlimmsten Katastrophen der deutschen Luftffahrgeschichte: Bei einem Absturz einer Germanwings-Maschine in Frankreich starben alle 150 Insassen. Sie haben ihre Liebsten verloren – Partner, Kinder, Eltern, Freunde. Nach der Flugzeugkatastrophe betreuen Sanitäter und Notfallseelsorger die Angehörigen der Opfer. Viele von ihnen hatten vergeblich auf die Ankunft ihrer Lieben gewartet.

Experten sind sich sicher, dass Angehörige, die jetzt zu dem Unglücksort reisen, mit hoher Wahrscheinlichkeit eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Die meisten verfügen über ein sicheres soziales Netz wie Familie und Freunde und haben genügend eigene Kraftquellen, um das Trauma (Der Begriff kommt aus dem griechischen und heißt „Wunde“) zu überwinden. Doch was tun, wenn die seelische Verletzung von allein nicht heilen will? Wie kann den Hinterbliebenen nun geholfen werden?

 

Wie erkennt man eine posttraumatische Belastungsstörung?

Auslöser einer sogenannten posttraumatischen Belastungsstörung (kurz: PTBS) ist ein schwerer seelischer Schock. Die Betroffenen sind tief und langfristig erschüttert. Im Körper löst das eine akute Stressreaktion aus: Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin werden vermehrt ausgeschüttet, der Blutzuckerspiegel steigt, Puls und Herz rasen. Langfristig hat das fatale Folgen: Die Betroffenen leiden oft noch nach Jahren unter Schlafstörungen, innerer Unruhe, Panikattacken und Ängsten.

Verursacht wird die posttraumatische Belastungsstörung etwa durch Unfälle, Schicksalsschläge, Gewalttaten (z.B. sexueller Missbrauch) oder Überfälle. Dabei kann der Gedanke an das dramatische Geschehen immer wieder ausgelöst werden. Oft reichen dafür schon harmlose Reize, die mit dem Ereignis nur entfernt zusammenhängen, etwa ein quietschender Reifen oder ein bestimmter Duft.

 

Was soll ich tun, wenn es mich trifft?

Opfer sollten so schnell wie möglich über das sprechen, was sie erlebt haben, das entlastet. Bei andauernden schweren Traumata ist es sinnvoll, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Psychotherapeut eine Zusatzausbildung zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung hat. Einige Universitätskliniken (z. B. Frankfurt, Berlin) betreiben spezielle Traumazentren oder Ambulanzen, die auf PTSD spezialisiert sind.

 

So finden Sie einen Trauma-Therapeuten

Grundsätzlich gilt: Der Experte muss von der Kassenärztlichen Vereinigung anerkannt sein, damit die Therapiekosten übernommen werden. Krankenkassen haben Listen mit Anschriften anerkannter Psychologen. Bei der Therapeutensuche hilft auch die Beratungsstelle für Psychotherapie (www.psychotherapiesuche.de). Unterstützung im Krisenfall bietet ebenfalls der „Weiße Ring“ (www.weisser-ring.de).

Hamburg, 26. März 2015

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.