Flohsamenschalen bei Reizdarm: Natürliche Hilfe für verschiedene Beschwerden

Wer unter dem Reizdarm-Syndrom leidet, sucht oft lange nach Hilfe. Wie Flohsamenschalen bei Reizdarm Abhilfe schaffen und gegen welche Beschwerden sie wirken.

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Von Blähungen bis Durchfall: Wenn Beschwerden wie diese auftreten, ohne dass eine Ursache erkennbar ist, könnte es am Reizdarm-Syndrom liegen. Viele Menschen suchen lange nach einer Lösung. Hilfe bieten Flohsamenschalen bei Reizdarm.

Was ist das Reizdarm-Syndrom?

Das Reizdarm-Syndrom ist eine funktionelle Störung des Darms. Betroffene haben verschiedene Symptome, für die es keine erkennbaren Ursachen gibt – etwa eine entzündliche Darmerkrankung oder Darmkrebs.

Zu den Symptomen von Reizdarm gehören:

  • Blähungen

  • Völlegefühl und Blähbauch

  • Bauchschmerzen bzw. Druckgefühl im Ober-/Unterbauch

  • Durchfall

  • Verstopfung

Halten die Symptome länger als 3 Monate an, spricht man vom Reizdarm-Syndrom. Expert:innen vermuten, dass unter anderem eine Milchzucker- oder Fruktose-Unverträglichkeit, eine Fehlfunktion der Immunabwehr, eine Überproduktion der Botenstoffe Serotonin und Histamin oder depressive Störungen zu den Problemen im Darm führen können.

Viele Menschen leiden unter diesen diffusen Beschwerden, vor allem Frauen – manche so stark, dass sie kaum noch das Haus verlassen möchten oder nur, wenn eine Toilette in der Nähe ist. Das Leben wird dadurch stark eingeschränkt. Abhilfe können Flohsamenschalen schaffen.

Reizdarm loswerden mit indischen Flohsamen

Es klingt zwar so, aber die geschmacks- und kalorienarmen Flohsamenschalen bzw. Flohsamen haben nichts mit Flöhen zu tun. Es handelt sich dabei um die Samen der Flohsamenpflanze, ein Wegerich-Gewächs. Da die Samen im Aussehen an Flöhe erinnern, erhielten sie ihren Namen. Die Pflanzen werden vor allem in Pakistan und Indien angebaut, daher werden die Samen auch als indischer Flohsamen bzw. indische Flohsamenschalen bezeichnet. Es gibt jedoch auch Flohsamenpflanzen, die im Mittelmeerraum angebaut werden.

Die Pflanze sieht unscheinbar aus, doch den Samen werden viele wertvolle Eigenschaften zugeschrieben. Sie können bei vielen Arten von Verdauungsproblemen helfen und werden insbesondere bei Reizdarm gern angewendet. Aber auch bei Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten oder Fettstoffwechselstörungen können Flohsamenschalen eine positive Wirkung haben.

Flohsamenschalen bei Reizdarm wirken auf verschiedene Symptome

Weil Flohsamen den Stuhlgang beeinflussen können, sind sie ein wirksames Mittel bei diversen Darmproblemen. Man kann sowohl Flohsamenschalen als auch Flohsamen bei Reizdarm einsetzen.

Zum einen sind Flohsamenschalen gegen Blähungen ein wirksames Mittel, weil sie lösliche Ballaststoffe enthalten und den Darm weniger belasten. Und auch auf die Darmflora wirken sich die Samen positiv aus: Sie reinigen sanft und wirken gegen Gift- und Schadstoffe. Darüber hinaus können Flohsamenschalen beim Abnehmen helfen, denn durch das große Volumen von aufgequellten Flohsamenschalen ist man schneller und länger satt. Außerdem werden Kohlenhydrate durch die enthaltenen Ballaststoffe langsamer verdaut und Heißhungerattacken so vermieden.

Interessanterweise sind die Samen und ihre Schalen darüber hinaus ein effektives Mittel sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall – sie wirken zugleich abführend und entwässernd.

Reizdarm: So helfen Flohsamenschalen dem Darm bei Verstopfung

Bei Verstopfung helfen Quell- und Ballaststoffe. Allerdings müssen diese wasserlöslich sein. Hier können Flohsamenschalen ihre Wirkung im Darm voll entfalten: Sie quellen auf, vergrößern das Volumen im Darm und regen so die Entleerung an. Wichtig ist es, dabei viel zu trinken – mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag sollten es sein.

Außerdem wirken Flohsamenschalen gegen Verstopfung wie ein Gleitmittel, da sich zusammen mit der Flüssigkeit eine gelartige Masse aus langkettigen Kohlenhydraten bildet. Der Stuhl rutscht besser durch den Darm. Allerdings setzt die Wirkung bei Verstopfung nicht sofort ein, es können 1 bis 2 Tage vergehen, bevor sich der Stuhl lockert.

Zudem nützen Flohsamenschalen der Darmflora: Da der überwiegende Teil nicht verdaut wird, wirken sie als natürliche wasserlösliche Ballaststoffe. Diese werden von den Bakterien in der Darmflora des Dickdarms zersetzt, was zu einer gesunden Darmschleimhaut beiträgt. Auch Entzündungen können durch Flohsamenschalen verhindert werden, da sie die Reizstoffe binden.

Flohsamen oder Flohsamenschalen? Das ist der Unterschied

Der Unterschied zwischen Flohsamen und Flohsamenschalen liegt zum einen in ihrer Darreichungsform – entweder der gesamte Samen mit Schale oder nur die Schale, die ganz oder in Pulverform erhältlich ist.

Flohsamen im Ganzen wirken bei Reizdarm nicht ganz so aufquellend wie die Schalen allein, insbesondere in pulverisierter Form: Die Schalen enthalten eine hohe Menge an Schleimstoffen, die ihre Wirkung so schneller und stärker entfalten können. Die Schalen haben zudem eine deutlich höhere Kapazität, Wasser zu binden, als der gesamte Samen.

Flohsamen gegen Durchfall – ein effektives Mittel

Im gegensätzlichen Fall zeigen die Samen der Flohsamenpflanze ebenfalls Erfolg: So können Flohsamenschalen bei Reizdarm mit Durchfall genauso gut helfen. Sie binden das überschüssige Wasser und sorgen so für einen dickeren Stuhl. Auch dabei gilt: Man sollte viel trinken – zum einen, um die Quellfähigkeit der Flohsamen oder ihrer Schalen zu fördern, aber auch, weil bei Durchfall viel Flüssigkeit verloren geht.

Im Gegensatz zur Verstopfung wirkt das Mittel bei Durchfall recht schnell. Wie schnell genau hängt von der Dosierung und individuellen Faktoren ab.

Löffel mit Flohsamenschalen - Foto: iStock/marinesea
Flohsamenschalen: Die richtige Dosierung

Hat man keine starken Beschwerden, möchte den Darm aber in seiner Funktion unterstützen, hat sich eine Flohsamen-Dosierung von 1 bis 2 Teelöffeln (ca. 5 bis 10 Gramm) am Tag bewährt. Ansonsten hängt die Einnahmemenge von den Beschwerden ab. Die Menge kann zwischen 3 und 30 Gramm pro Tag variieren – bei akuter Verstopfung ist mehr effektiver. Die Portionen können über den Tag verteilt eingenommen werden.

Da die Schalen allein eine viel höhere Quellfähigkeit besitzen als die ganzen Samen, sollte die Dosierung geringer ausfallen. Die Faustregel: Bei Flohsamen nehmen Erwachsene zwischen 10 und 30 Gramm in mehreren Portionen ein, bei Flohsamenschalen 10 bis 20 Gramm am Tag.

Wendet man Flohsamen bzw. Flohsamenschalen bei Reizdarm an, sollte die Dosierung langsam gesteigert werden, da sonst Verstopfung droht. Empfohlen wird, mit einer kleinen Dosis zu beginnen und diese dann langsam zu erhöhen.

Flohsamenschalen wie einnehmen? Die richtige Flohsamen-Anwendung

Bei Flohsamenschalen ist die Anwendung ganz einfach: Man kann die Samen bzw. das Pulver einfach über Joghurt oder Müsli streuen. Es ist aber auch möglich, die Flohsamenschalen in ein Glas Wasser einzurühren und zu trinken – so kann man die Quellfähigkeit gleich sehr gut beobachten.

Davor, dazu und danach viel Wasser zu sich zu nehmen, ist sehr wichtig, da die Samen ansonsten im Darm verkleben und zu weiteren Problemen führen können. Keinesfalls sollten Flohsamenschalen mit Milch eingenommen werden, da sie das Aufquellen behindert.

Dauer der Flohsamen-Einnahme

Wie lange kann man Flohsamen einnehmen? Je nach Beschwerden so lange wie nötig. Wenn die ersten akuten Beschwerden abklingen, kann die Dosis entsprechend angepasst werden. Bemerkt man nach 3 bis 4 Tagen jedoch keinerlei Besserung, sollte man sich in ärztliche Behandlung begeben und abklären lassen, ob eine andere Ursache dahintersteckt.

Flohsamenschalen bei Reizdarm: Wie verträglich sind sie?

Flohsamen sind ein natürliches Mittel und sehr gut verträglich. Dennoch kann es in seltenen Fällen zu Nebenwirkungen kommen:

  • Anfangs haben manche Menschen zum Beispiel Blähungen oder Krämpfe, da der Körper die vielen Ballaststoffe nicht gewohnt ist. Die Beschwerden verschwinden jedoch nach wenigen Tagen.

  • Auch allergische Reaktionen in Form von Heuschnupfensymptomen wie Niesen und Schnupfen sind bei Flohsamenschalen möglich. Meist treten diese Symptome bei bestehender Wegerich-Allergie schon beim Einatmen des Staubs oder dem Kontakt mit den Samen auf – das Immunsystem reagiert auf die im Wegerich-Gewächs enthaltenen Proteine und bildet den Abwehrstoff Histamin, der eine allergische Reaktion auslösen kann. Dann sollte man die Einnahme stoppen und gegebenenfalls ärztlichen Rat einholen.

  • Die Samen können zu Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten führen bzw. deren Wirkung beeinflussen, vor allem, wenn diese im Darm wirken. Vor der Einnahme sollte man sich in der Apotheke oder der Arztpraxis beraten lassen.

  • Bei einem Darmverschluss sollten Flohsamenschalen nicht angewandt werden, sie könnten die Beschwerden verstärken. Auch bei Erkrankungen der Speiseröhre, krankhaften Verengungen (Stenosen) der Speiseröhre oder des Magen-Darm-Traktes sollte man auf die Einnahme verzichten.

Kindern unter 12 Jahren wird von der Einnahme abgeraten, ebenso wie Menschen, die Blutverdünner einnehmen oder unter einem schwer einstellbaren Diabetes leiden. Ansonsten können Flohsamenschalen bei Reizdarm eine effektive Hilfe sein.