Fisch lässt das Gehirn wachsen

Fisch lässt Gehirn wachsen
Laut der Forscher könnte Fisch dabei helfen, Demenzschäden im Gehirn zu verzögern oder zu verhindern © Fotolia

Der Verzehr von nur einer Portion Fisch pro Woche steigert die Gedächtnis- und Wahrnehmungsfähigkeiten des Gehirns. Das zeigt eine aktuelle Studie. Die Entdeckung könnte nach Aussagen der Forscher dabei helfen, in Zukunft die Ausbreitung und Symptome von Demenzkrankheiten zu lindern. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Forscher der Universität von Pittsburgh untersuchten für die erst kürzlich veröffentlichte Studie Probanden mithilfe eines hochauflösenden Magnetresonanztomographen (MRT) und bestimmten so die Größe und kognitive Leistungsfähigkeit des Gehirns. Gleichzeit wurden die Essgewohnheiten der Studienteilnehmer dokumentiert und ausgewertet.

 

Größeres Gehirn, schlauere Gedanken

Die Ergebnisse zeigen, dass die Probanden, die mindestens einmal in der Woche gebratenem oder gebackenem Fisch verzehrt hatten, im Studiendurchschnitt über ein größeres und leistungsfähigeres Gehirn verfügen. Konkret fanden die Forscher heraus, dass das Volumen des Gehirnbereichs, der für die Erinnerung und die Wahrnehmung zuständig ist, um rund 4,3 Prozent größer war. Insgesamt stieg bei den Probanden durch den wöchentlichen Fischkonsum die Leistungsfähigkeit des Gehirns um 14 Prozent.

 

Omega-3-Fett-Säuren sind keine Erklärung

Der Zusammenhang von Fisch und verbesserter Gedächtnisleistung ist seit vielen Jahren bekannt. Bisher wurde dieser Effekt damit erklärt, dass Fisch – ebenso wie z.B. Nüsse oder Speiseöle – viele Omega-3-Fett-Säuren enthält, denen wiederum eine gedächtnisfördernde Wirkung zugeschrieben werden.

Überraschendweise – das betonen die Forscher – zeigen die Blutwerte der Probanden, dass Omega-3-Fett-Säuren in diesem Fall nichts mit der verbesserten Gedächtnisleistung zu tun haben. Die gesteigerten Werte bei Erinnerung, Wahrnehmung und Denkvermögen seien vielmehr auf das erhöhte Volumen an Nervenzellen im Gehirn zurückzuführen – was nicht in Zusammenhang mit Omega-3-Fett-Säuren stehen kann. Zudem seien die kognitiven Verbesserungen auch bei Fischsorten aufgetreten, die wenig bis gar keine Omega-3-Fett-Säuren enthielten.

 

Fisch verändert die Gehirnstruktur

Die Studie legt deswegen nahe, dass andere – noch nicht bekannte – Gründe dazu führen, dass der Verzehr von Fisch das Gehirn wachsen und das Denkvermögen ansteigen lässt. Irgendetwas „ist da im Fisch, das zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führt“, erklärt Studienautor Professor James T. Becker.

Die Tatsache, dass der wöchentliche Verzehr von Fisch offensichtlich die Menge der Nervenzellen im Gehirn vergrößert, macht die Ergebnisse interessant für die Demenzforschung. Weitere Studien sollen nun darüber Aufschluss geben, wie solche „Denk-Reserven“ dazu genutzt werden können, auftretenden Schäden im Gehirn – wie z.B. im Falle von Alzheimer – zu „verzögern oder zu verhindern“.

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