Figging: Sex mit Ingwer – ist das gefährlich?

Figging ist eine Praktik aus dem BDSM, bei der Sextoys aus Ingwer zum Einsatz kommen. Was ist der Reiz bei dieser Technik und kann sie dem Körper schaden?

Ein Paar hat Sex im Bett
Beim Figging fungiert eine Ingwerknolle als Sexspielzeug Foto: iStock / nd3000

In Zeiten, in denen Online-Shopping Hochkonjunktur hat, muss sich eigentlich niemand seine Sextoys aus Scham in der Gemüseabteilung des Supermarkts kaufen. Doch Figging-Fans schätzen die Praktik aufgrund ganz besonderer Inhaltsstoffe des Ingwers, die kein Plastiktoy ersetzen kann – die Rede ist von den sogenannten Gingerolen, die der Knolle ihre Schärfe verleihen.

Was ist Figging?

Figging bezeichnet eine Sexpraktik, bei der eine zuvor zurechtgeschnittene Ingwerknolle vaginal oder anal eingeführt wird.

Praktik aus dem BDSM: Ingwer als Sexspielzeug

Figging stammt aus dem BDSM, also dem sexuellen Spielfeld, bei dem Dominanz und Unterwerfung sowie Lustschmerz eine Rolle spielen. Im Rahmen des BDSM wird das Ingwer-Sextoy als Bestrafungsspielzeug eingesetzt, mit dem der dominante Part dem untergebenen Part nach Absprache gezielt Schmerzen zufügt. Der Name Figging kommt vermutlich von dem veralteten englischen Wort „feague“, das so viel wie Schlagen oder Auspeitschen bedeutet.

Wie wirkt Ingwer anal oder vaginal?

Der aus der Knolle geschnitzte Dildo oder Buttplug soll deshalb anregender wirken als herkömmliche Sextoys, weil seine Scharfstoffe für eine gesteigerte Durchblutung an den Schleimhäuten sorgen – die Folge ist eine starke Erwärmung dieser Körperpartien und der sogenannte Lustschmerz, der zu einem intensiveren Orgasmus führen soll.

Ist der Sex mit Ingwer gesundheitsschädlich?

Wurde der Ingwer einmal eingeführt, setzt die Wirkung der Scharfstoffe ein – und hält auch nach dem Herausnehmen etwa 30 Minuten an. Daran lässt sich nichts mehr ändern, Wärmegefühl und Schmerzen lassen sich vorher nicht stoppen. Wer die Sexpraktik ausprobieren möchte, sollte sich dessen bewusst sein.

An sich ist Figging aber weder gefährlich noch gesundheitsschädlich – aber nur, wenn einige Punkte beachtet werden:

  • Gute Händehygiene: Waschen Sie sich nach dem Schnitzen und nach dem Figging gründlich die Hände, um zu verhindern, dass die Gingerole in die Augen geraten, wenn Sie sich ins Gesicht fassen.

  • Einvernehmlichkeit: Wie beim Sex allgemein und bei den Spielarten des BDSM im Besonderen ist auch hier die Einvernehmlichkeit beider Partner:innen oberstes Gebot – ein zuvor vereinbartes Safeword hilft dabei, die eigenen Grenzen schnell und eindeutig zu kommunizieren.

  • Starke Reaktionen abklären lassen: Wer mit allergischen Reaktionen auf den Kontakt mit dem Ingwer reagiert, sollte das schnellstmöglich bei einem Arzt oder einer Ärztin abklären lassen.

  • Zeit zur Regeneration für den Körper: Der erwünschte Schmerz beim Figging entsteht durch die Reizung der Schleimhäute – damit diese sich von der Praktik wieder erholen können, sollte sie frühestens nach einigen Tagen Pause wiederholt werden.

Ingwer-Plug oder -Dildo schnitzen: Darauf sollten Sie achten

Zudem sollten beim Schnitzen des Sextoys ein paar Dinge beachtet werden, um sicherzustellen, dass keine Verletzungen drohen:

  • Haltegriff nicht vergessen: Während der einzuführende Teil des Dildos geschält sein muss, um seine anregende Wirkung zu entfalten, sollte ein Teil der Knolle ungeschält bleiben und als Haltegriff dienen, mit dem das Spielzeug festgehalten und wieder herausgezogen werden kann, ohne dass die Hand mit den reizenden Scharfstoffen in Berührung kommt (und diese später unter Umständen beispielsweise in die Augen gelangen).

  • Richtige Buttplug-Form wählen: Der Ingwer-Plug sollte entsprechend eine Plug-artige Form haben (also am unteren Ende breiter werden), damit er nicht im Eifer des Gefechts aus Versehen im Körperinneren verloren geht.

  • Verletzungsgefahr vermeiden: Achten sie beim Schnitzen darauf, dass keine Spitzen und scharfen Kanten entstehen, die die empfindlichen Körperstellen im Genital- und Analbereich verletzen könnten.

Ingwer auf Penis und Brustwarzen

Wer möchte, kann die geschälte Ingwerknolle an der Eichel reiben, um den wärmenden und schmerzhaften Effekt zu erzielen. Alternativ kann dazu auch Ingwerpulver verwendet werden, das mit etwas Speichel oder Gleitgel vermischt wird. Dasselbe funktioniert auch an anderen erogenen Körperstellen wie etwa den Brustwarzen.

Spaß und Schmerz mit Ingwer: Figging ist nicht für jeden etwas

Für eine Praktik aus dem BDSM ist Figging relativ ungefährlich. Gerade aus dem Grund erfährt es eine immer größere Beliebtheit bei Paaren, die sich sonst weniger mit BDSM-Praktiken vergnügen.

Wer noch gar keine Erfahrungen damit gesammelt hat, sollte sich vor dem ersten Ausprobieren jedoch bewusst sein: Die Praktik verursacht Schmerzen. Die sind nicht jedermanns Sache und nicht alle erfahren dadurch eine gesteigerte Lust.

Anfänger sollten sich darum langsam an die Technik herantasten und beispielsweise erstmal mit etwas Ingwerpulver experimentieren. Wer das Spiel mit dem Schmerz als lustvoll empfindet, kann beim Figging jedoch viel Spaß haben – das Einverständnis beider Partner:innen immer vorausgesetzt.