Fieberkrampf: Forscher entschlüsseln geheime Ursache von Kinder-Epilepsie

Redaktion PraxisVITA
Kann Fieber Epilepsie auslösen
Vier von hundert Kindern leiden an kindlicher Epilepsie – die als gefähliche Komplikation bei Infektionen gilt © Fotolia

Forscher suchen seit Jahrzehnten nach einer Ursache für den sogenannten Fieberkrampf – die häufigste Ursache für epileptische Anfälle bei Kindern. Nun könnte ein deutsches Forscherteam die Antwort gefunden haben. Praxisvita erklärt in einem Experten-Interview, wie gefährlich ein Fieberkrampf wirklich ist.

Die Tatsache, dass kindliche Epilepsie mit großer Wahrscheinlichkeit in Zusammenhang mit Fieber auftritt – weswegen es auch Fieberkrampf genannt wird –, war bereits bekannt. Ebenso galt unter Medizinern als gesichert, dass diesen Anfällen zumeist eine Virus-Infektion vorausgeht. Wieso diese Voraussetzungen aber bei manchen Kindern zu epileptischen Krämpfen führt und bei anderen nicht, war bisher unbekannt.

 

Fieberkrampf: Ein Gen macht den Unterschied

In einer aktuellen Studie suchte ein Forscherteam der Universiät Tübingen die Antwort auf die Frage, wieso manche Kinder anfälliger sind für epileptische Anfälle als andere und fand die Antwort nun in der DNA. Konkret entschlüsselten sie dabei zwei Mutationen im Gen STX1B – ein Bereich im Erbgut, der unter anderem an der Regulation der Körperwärme beteiligt ist. Die in der Studie beschriebene Gen-Mutationen führen nach Aussagen der Forscher bei einer rasch steigenden Körpertemperatur zu einer fehlerhaften Freisetzung von bestimmten Nervenzellen-Botenstoffen, wodurch die Fieberkrämpfe ausgelöst werden.

 

Fieberkrampf: Gefürchtete Komplikation

Am häufigsten tritt ein Fieberkrampf zwischen dem dritten Monat und fünften Lebensjahr auf. Bis zu vier Prozent aller Kinder leiden unter dem gefährlichen Krampf. Für Aufsehen sorgten in den letzten Jahren Forschungsergebnisse, die zeigten, dass bereits leichtes Fieber zu den Anfällen bei Kleinkindern führen könne.

Zudem sei für die Frage – ob es zu einem Fieberkrampf kommt oder nicht – entscheidender, wie schnell die Körpertemperatur ansteigt und nicht, wie hoch das Fieber ist. Das, so erklären die Forscher, ist ein Grund dafür, dass ein Fieberkrampf bei Kindern "wie aus dem Nichts auftritt" – oft bevor die Eltern merken, dass etwas nicht stimmt.

 

Fieberkrampf: Wie gefährlich ist er?

Doch wie gefährlich ist ein Fieberkrampf wirklich und was können Eltern tun, wenn sie bei ihren Kindern auftreten? Praxisvita hat für Sie bei Kinderärztin Dr. Nadine Hess nachgefragt.

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