Fettstuhl: Wie entsteht fettiger Stuhl?

Christina Liersch

Erscheint der Stuhlgang fettig oder ölig, kann es sich um sogenannten Fettstuhl handeln. Wie ensteht Fettstuhl und woran erkennt man ihn?

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Inhalt
  1. Was ist Fettstuhl?
  2. Fettiger Stuhl durch Fettverdauungsstörung
  3. Fettstuhl: Ursachen sind unterschiedlich
  4. Fettiger Stuhlgang bei Kindern
  5. Ernährung bei Fett im Stuhl
 

Was ist Fettstuhl?

Der Begriff Fettstuhl (Steatorrhoe oder Pankreasstuhl) bezeichnet die krankhafte Erhöhung des Fettanteils im Stuhl. Äußerlich ist er durch folgende Anzeichen zu erkennen:

  • klebriger, glänzender und lehmartiger Stuhl
  • säuerlich bis scharfer Geruch
  • Fettfilm im Toilettenwasser
  • Stuhl bleibt in der Toilettenschüssel kleben

Folgende Begleitsymptome sind bei Fettstuhl häufig:

  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Völlegefühl
  • Durchfall

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Fettiger Stuhl durch Fettverdauungsstörung

Auslöser von Fettstuhl ist immer eine sogenannte Fettverdauungsstörung. Sie beruht auf einer verringerten Fettaufnahme im Darm (Malabsorption) oder auf Problemen beim Aufspalten von Fetten und Proteinen (Maldigestion):

Bei einer Malabsorption handelt es sich um eine Verdauungsschwäche, bei der der Körper die Wertstoffe der Nahrung nicht richtig aufnehmen und verarbeiten kann. Sie entsteht häufig bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, aber auch bei Zöliakie oder dem Kurzdarmsyndrom. Dabei fehlt ein Stück des Dünndarms, wodurch der Speisebrei den Darm schneller passiert.

Bei einer Maldigestion wird die Nahrung nicht in ihre resorbierbaren Bestandteile aufgespalten. Sie tritt auf, wenn der Körper nicht genügend Gallensäure oder Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit zur Verfügung stellen kann. Ursachen können z. B. ein verkleinerter Magen, wie nach einer Magen-Bypass-OP sein, oder aber auch Geschwüre, Tumore, Entzündungen sowie Nebenwirkungen von Medikamenten

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Fettstuhl: Ursachen sind unterschiedlich

Die Ursache einer solchen Fettverdauungsstörung können Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder auch Erkrankungen der Galle oder der Bauchspeicheldrüse sein:

Erkrankung der Galle: Gallensäure ist für die Verdauung extrem wichtig, da sie das Fett in der Nahrung aufspaltet. Der in der Leber produzierte Verdauungssaft fließt im Normalfall durch den Gallengang in den Darm. Ist der Gallengang jedoch z. B. durch Gallensteine oder einen Tumor verstopft, gelangt zu wenig oder gar keine Gallensäure in den Darm, wodurch das Fett unverdaut wieder ausgeschieden wird.

Erkrankung der Bauchspeicheldrüse: Ebenso wie die Galle ist auch die Bauchspeicheldrüse an der Verdauung von Fetten beteiligt. Die Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit besteht aus Enzymen, die für die Spaltung von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten verantwortlich ist. Sie wirkt ähnlich wie die Gallensäure auf die Fettaufnahme im Darm.

Ein Mangel der Flüssigkeit kann entstehen, wenn der Bauchspeicheldrüseneingang verschlossen ist oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) vorliegt. In beiden Fällen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse in 15-20 Prozent der Fälle schwer verläuft und sogar lebensbedrohlich sein kann. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung äußert sich durch plötzliche, starke Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken und in die Brust ausstrahlen. Häufig verläuft der Schmerz gürtelförmig um den Körper. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

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Fettiger Stuhlgang bei Kindern

Auch im Kindesalter gibt es Krankheiten, die mit einem Fettstuhl einhergehen. Eine mögliche Ursache ist die seltene Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose, bei der Drüsen in der Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse und im Darm ein zähes Sekret produzieren und für Verklebungen an den entsprechenden Organe sorgen. In diesen Fällen funktioniert auch die Bauchspeicheldrüse nur mangelhaft und produziert zu wenig Verdauungsenzyme. Zudem kann auch Morbus Crohn schon im Kindesalter auftreten.

 

Ernährung bei Fett im Stuhl

Wird das Fett nicht mehr richtig vom Körper verdaut, sollte in der Ernährung auf Transfette (industriell gehärtete Fette) verzichtet werden. Sie stecken in industriell hergestellten Teigwaren oder Tiefkühlkost. Für den Körper sind diese gehärteten und langkettigen Fettsäuren ungesund und können nur schwer verdaut werden. Sie werden daher eher wieder ausgeschieden. Besser ist es, wenn Betroffene ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie mittelkettige Triglyceride (MCT) zu sich nehmen.

Ungesättigten Fettsäuren benötigt der Körper, um Vitamin A und E aufzunehmen. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind beispielsweise Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Sie stecken unter anderem in Thunfisch, Chiasamen, Rapsöl und Eigelb. Die mittelkettigen Tryglyceride kommen in der Natur nur wenig vor, stecken aber besonders in Kokosöl. Der Körper kann es ohne Gallensäure verdauen. Kokosöl ist wasserlöslich, wodurch es schnell ins Blut übergeht und sich daher zur der Behandlung von Fettstuhlsymptomen eignet. Zusätzlich sollten Betroffene kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und auf wenig, dafür aber hochwertiges Eiweiß setzen.

Gut verträgliche Lebensmitel sind in der Regel:

  • junges und zartes Gemüse
  • feine Vollkornprodukte
  • Haferbrei
  • Vollkornknäckebrot, Zwieback
  • Kartoffeln
  • Eier, Geflügel, magerer Fisch
  • Kokosöl

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Diese Nahrungsmittel lieber meiden:

  • Frittiertes
  • gepökelte Fleischwaren
  • fette Käsesorten, z.B. Gouda, Camembert, Gorgonzola
  • Hülsenfrüchte
  • grobe Vollkornprodukte wie körniges Brot
  • gehärtete Fette
  • Fischkonserven und -marinaden

Wer Fettstuhl bei sich bemerkt, sollte in jedem Fall einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Erkrankungen als Ursache auszuschließen und eine passende Behandlung zu beginnen.

Quellen:

Fettstuhl, in: medizin-kompakt.de

Steatorrhö (Fettstuhl, Ölstuhl), in: apotheken.de

Steatorrhea (Fatty Stool), in: healthline.com

 

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