Fettstuhl – Ursachen und Behandlung

Christina Liersch

Der Stuhlgang gibt viel Auskunft über die Gesundheit des menschlichen Körpers. Neben der Farbe (grün, gelb oder schwarz), kann auch die Konsistenz veränderlich sein. PraxisVita erklärt, wie ein Fettstuhl (Steatorrhoe) entsteht, woran man ihn erkennt und wie man ihn behandeln sollte.

Inhalt
  1. Ursachen
  2. Erkrankung der Galle
  3. Erkrankung der Bauchspeicheldrüse
  4. Symptome
  5. Behandlung
  6. Fettstuhl bei Kindern
  7. Fettstuhl in der Schwangerschaft
  8. Ernährung bei Fettstuhl
 

Ursachen

Werden in einem kurzen Zeitraum vermehrt Nahrungsfette (mehr als 10g täglich) ausgeschieden, besteht häufig ein Verdacht auf Fettstuhl, den Betroffene unbedingt mit einem Arzt abklären lassen sollten. Ursache können Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder auch Erkrankungen sein. Eine Fettverdauungsstörung beruht häufig auf einer verringerten Fettaufnahme im Darm (Malabsorption) oder auf Problemen beim Aufspalten von Fetten und Proteinen (Maldigestion).

Frau hält sich ihre Hände schützend vor den Bauch
Fettstuhl wird häufig von Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen begleitet © iStock/Carlo107

Malabsorption

Bei einer Malabsorption handelt es sich um eine Verdauungsschwäche, bei der der Körper die Wertstoffe der Nahrung nicht richtig aufnehmen und verarbeiten kann. Sie entsteht häufig bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, aber auch bei Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) oder dem Kurzdarmsyndrom. Dabei fehlt ein Stück des Dünndarms, wodurch der Speisebrei den Darm schneller passiert.

Maldigestion

Bei einer Maldigestion wird die Nahrung nicht in seine resorbierbaren Bestandteile aufgespalten. Sie tritt auf, wenn der Körper nicht genügend Gallensäure oder Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit zur Verfügung stellen kann. Ursachen können z. B. ein verkleinerter Magen, wie bei einer Magen-Bypass-OP sein, oder aber auch Geschwüre, Tumore, Entzündungen, sowie Nebenwirkungen von Medikamenten.

 

Erkrankung der Galle

Gallensäure ist für die Verdauung extrem wichtig, da sie das Fett in der Nahrung aufspaltet. Der in der Leber produzierte Verdauungssaft fließt im Normalfall durch den Gallengang in den Darm. Ist der Gallengang jedoch durch z. B. Gallensteine oder einen Tumor verstopft, gelangt zu wenig oder gar keine Gallensäure in den Darm, wodurch das Fett unverdaut wieder ausgeschieden wird.

 

Erkrankung der Bauchspeicheldrüse

Ebenso wie die Galle ist auch die Bauchspeicheldrüse an der Verdauung von Fetten beteiligt. Die Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit besteht aus Enzymen, die für die Spaltung von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten verantwortlich ist. Sie wirkt ähnlich wie die Gallensäure auf die Fettaufnahme im Darm. Ein Mangel der Flüssigkeit kann entstehen, wenn der Bauchspeicheldrüseneingang verschlossen ist oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) vorliegt. In beiden Fällen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, da eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse in 15-20 Prozent der Fälle schwer verläuft und sogar lebensbedrohlich sein kann. Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung äußert sich durch plötzliche, starke Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Rücken und in die Brust ausstrahlen. Häufig verläuft der Schmerz gürtelförmig um den Körper. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

 

Symptome

  • lehmartiger, klebriger, glänzender und säuerlich bis scharf riechender Stuhl
  • Fettfilm im Toilettenwasser
  • Stuhl bleibt in der Toilettenschüssel kleben
  • Blähungen
  • Bauchschmerzen
  • Völlegefühl
  • Durchfall
Drei verschiedene Flaschen Öl auf einem Holztisch
Fett ist für die Ernährung essentiell und an vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt. Bei einem Fettstuhl wird aber das meiste Fett wieder ausgeschieden, wodurch es zu einem Mangel an Nährstoffen kommen kann. © iStock/dulezidar
 

Behandlung

Da der Fettstuhl ein Symptom ist, sollte sich die Behandlung nach der ursprünglichen Erkrankung richten. Liegt eine Glutenunverträglichkeit vor, wird zunächst eine Diät empfohlen, bei der glutenhaltige Nahrung gemieden wird. Sind Gallensteine für den Fettstuhl verantwortlich, werden diese meist herausoperiert. Dabei wird ein Endoskop durch den Rachen in die Speiseröhre bis zur Galle und Leber eingeführt. Mit einer kleinen Zange und einem Körbchen werde die Gallensteine entfernt. Ein Bauchspeicheldrüsenentzündung hingegen wird im Krankenhaus mit Schmerzmitteln und Flüssigkeit, welche über die Venen zugeführt wird, behandelt. Sobald sich die Symptome bessern, kann der Patient anfangen, leichte Kost zu sich zu nehmen. Im Durchschnitt ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung nach ein bis zwei Wochen geheilt. Diesen Krankheiten kann man nur bedingt mit einer gesunden Lebensweise vorbeugen, da sie immer plötzlich auftreten können. Da selbst ein ernährungsbedingter Fettstuhl unschön aussieht und riecht, hilft es schon sehr, wenn die Ernährung ausgewogen ist, gesunde Fette enthält und auf Alkohol weitesgehend verzichtet wird.

 

Fettstuhl bei Kindern

Auch im Kindesalter gibt es Krankheiten, die mit einem Fettstuhl einhergehen. Die häufigste Ursache ist die Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose, bei der Drüsen in der Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse und im Darm zähes Sekret produzieren. In diesen Fällen funktioniert auch die Bauchspeicheldrüse nur mangelhaft und produziert zu wenige Verdauungsenzyme. Zudem kann auch Morbus Crohn schon im Kindesalter auftreten.

 

Fettstuhl in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft verändert sich der Fettstoffwechsel und es werden mehr Fette aufgebaut und weniger abgebaut. Dadurch kommt es ab der 12. Schwangerschaftswoche zu einem Anstieg der Blutfettwerte. Trotzdessen sollte im Stuhl nicht übermäßig viel fett ausgeschieden werden. Wenn doch, sollte die Betroffene mit ihrem Haus- oder Frauenarzt zeitnah darüber sprechen.

Halbe Kokosnuss und Kokosfett auf einem Holztisch
Kokosöl enthält viele mittelkettige Trigylceride, die besonders gut verdaulich sind. © iStock/eskymaks
 

Ernährung bei Fettstuhl

Wird das Fett nicht mehr richtig vom Körper verdaut, sollte in der Ernährung auf Transfette (industriell gehärtete Fette) verzichtet werden. Sie stecken in industriell hergestellten Teigwaren oder Tiefkühlkost. Für den Körper sind diese gehärteten und langkettigen Fettsäuren ungesund und können nur schwer verdaut werden. Sie werden daher eher wieder ausgeschieden. Besser ist es, wenn Betroffene ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, sowie mittelkettige Triglyceride (MCT) zu sich nehmen. Die ungesättigten Fettsäuren benötigt der Körper, um Vitamin A und E aufzunehmen. Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren liefern Omega 3 und 6 Fettsäuren. Sie stecken in Thunfisch, Chiasamen, Rapsöl und Eigelb. Besonders interessant sind hingegen die mittelkettigen Tryglyceride. Sie kommen in der Natur nur wenig vor, stecken aber besonders in Kokosöl. Der Körper kann es ohne Gallensäure verdauen. Kokosöl ist wasserlöslich, wodurch es schnell ins Blut übergeht und sich daher bei der Behandlung von Fettstuhlsymptomen eignet. Zusätzlich sollten Betroffene kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, behutsam mit Ballaststoffen umgehen und auf wenig, dafür aber hochwertiges Eiweiß setzen.

Gut verträgliche Lebensmitel sind meistens:

  • junges und zartes Gemüse
  • feine Vollkornprodukte
  • Haferbrei
  • Vollkornknäckebrot, Zwieback
  • Kartoffeln
  • Eier, Geflügel, magerer Fisch
  • Kokosöl

Diese Lebensmittel lieber meiden:

  • frittierte Lebensmittel
  • gepökelte Fleischwaren
  • fette Käsesorten, z.B. Gouda, Camembert, Gorgonzola
  • Hülsenfrüchte
  • grobe Vollkornprodukte wie körniges Brot
  • gehärtete Fette
  • Fischkonserven und -marinaden
 

 

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