Fersenschmerzen: Was hilft?

Fersenschmerzen kommen oft völlig unerwartet. Viele Fragen sich daher: Was hilft gegen den Schmerz in der Ferse?

1 / 3
JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Bei der Behandlung von Fersenschmerzen kommt es zunächst einmal darauf an, unter welcher Art von Fersenschmerzen Sie leiden. Mit ein wenig Geduld lässt sich der Fersenschmerz in den allermeisten Fällen dann auch wieder loswerden.

Fersenschmerzen: Welche Ursache haben sie?

Wer schon einmal Fersenschmerzen hatte, weiß, wie sehr die Lebensqualität darunter leiden kann. Meist haben sie ihre Ursache in einer Fußfehlstellung (beispielsweise ein Knick-Senk-Fuß), einer Verletzung oder einer Überbeanspruchung der Füße. Die Beschwerden können durch Überlastung beim Sport oder im Beruf entstehen, aber auch durch eine falsche Haltung und falsches Schuhwerk, einen Fersensporn oder einer Plantarfasziitis (eine Entzündung in der Sehnenplatte an der unteren Fußsohle).

Fußfehlstellung richtig behandeln

Fußfehlstellungen können Fersenschmerzen verursachen: Bei einem Plattfuß kippt das Fersenbein beispielsweise nach außen, weil das Innengewölbe des Fußes abgeflacht ist. Wer häufig Fersenschmerzen hat, sollte darum einen Orthopäden aufsuchen und eventuelle Fußfehlstellungen abklären lassen. 

Der Orthopäde kann in diesem Fall Schuheinlagen verschreiben – aber auch Fußgymnastik und eine Gewichtsreduktion können der Fußfehlstellung entgegenwirken.

Je nach Art der Fersenschmerzen können unterschiedliche Therapie-Möglichkeiten helfen, den Schmerz in der Ferse zu lindern. Darunter zählen unter anderem Ultraschallbehandlungen, Gymnastik-Übungen oder eine medikamentöse Behandlung in Kombination mit Schonung des schmerzenden Fußapparates.

Welche Art von Fersenschmerzen treten auf?

Es gibt unterschiedliche Arten von Fersenschmerzen, die sich zum Beispiel beim Gehen, Aufstehen oder Liegen äußern. Zudem können Fersenschmerzen sowohl im vorderen Bereich der Ferse als auch im hinten Fersenbereich auftreten.

Schmerz in der Ferse: Wann spricht man von einer Plantarfasziitis?

Oft ist bei Fersenschmerzen von einer sogenannten Plantarfasziitis die Rede. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der sogenannten Plantarfaszie, einer Bindegewebsstruktur der Fußsohle. Neben der Bekämpfung der Ursache wie Fehlbelastung oder Übergewicht wird eine Plantarfasziitis in der Regel durch schmerzlindernde Medikamente, Schonung und Physiotherapie behandelt. Bis die Entzündung und die damit einhergehenden Beschwerden sich bessern, dauert es jedoch eine Weile.

Fersenschmerzen hinten, seitlich, innen oder außen: Wann und wo treten Beschwerden auf?

Fußschmerz ist nicht gleich Fußschmerz. Und häufig strahlen die Schmerzen auch in andere Bereiche aus, sodass es gar nicht so leicht zu erkennen ist, ob die Achillessehne, die Ferse oder die Fußsohle schmerzt. Bei der Diagnose hilft es, genau zu wissen, wann und wo der Schmerz zuerst auftritt.

Fersenschmerzen direkt nach dem Aufstehen: Verdacht auf Fersensporn

Typisch bei Fersenschmerzen ist, dass die Schmerzen nach dem Aufstehen morgens oder längerem Sitzen beginnen, also nach einer längeren Ruhephase. In der Anfangszeit werden sie teilweise nach einigen Schritten wieder besser – bei fortgeschrittenen Beschwerden halten sie aber mitunter den ganzen Tag an. 

Eine Untersuchung beim Arzt zeigt dann häufig im Röntgenbild einen sogenannten Fersensporn. Am Fersenknochen findet sich dann eine kleine knöcherne Ausziehung, die wie ein Sporn aussieht. Sie entsteht in der Regel durch eine überlastungsbedingte chronische Entzündung. Ein Fersensporn verursacht allerdings nicht bei allen Betroffenen Beschwerden.

Wie wird ein Fersensporn behandelt?

Es gibt unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten bei einem Fersensporn. So können spezielle Fuß-Übungen helfen, dass die Schmerzen langsam nachlassen. Aber auch Hausmittel wie warme Fußbäder oder eine Stoßwellentherapie verschaffen Betroffenen Linderung.

Weitere mögliche Ursachen für Fersenschmerzen können sein: 

Fersenschmerzen beim Auftreten, Stehen und Laufen

Der Fuß ist im Alltag einer ziemlich hohen Belastung ausgesetzt; vor allem bei langem Stehen, beim Laufen  – und ist der Fuß bereits lange Zeit überbelastet  – sogar beim Auftreten. Die Ursachen liegen hier in der Regel im orthopädischen Bereich. So können

  • ein Bruch des Fersenbeins (starke Schwellung und Bluterguss)

  • ein Fersensporn (knöcherner Auswuchs an der Ferse)

  • eine Entzündung der Sehnenplatte an der Fußsohle

  • eine entzündete Achillessehne oder eine Schleimbeutelentzündung an der Achillessehne (Schwellung und Rötung)

  • oder die sogenannte Haglundferse

als Ursache in Frage kommen und Schmerzen beim Auftreten, Stehen oder Laufen im Fuß verursachen.

Ferse schmerzt beim Liegen: Ödem im Fersenbein

Schmerzende Füße sind eigentlich ein Symptom, welches nach starker Belastung auftritt. Aber auch während des Liegens, wenn der Fuß und die Ferse eigentlich nicht beansprucht werden, können die Beschwerden weiter andauern. Die betroffene Stelle will dann einfach keine Ruhe geben. Nicht selten stecken hier Flüssigkeitsansammlungen im Knochen (sogenannte Knochenödeme) hinter den Schmerzen. Diese äußern sich unter anderem durch starke, quälende, pochende Schmerzen im Fuß, die nicht eindeutig lokalisierbar sind. Ursache für Knochenödeme können Prellungen und Knochenentzündungen sein. Knochenödeme, hauptsächlich an der unteren Seite des Fußes, lösen vor allem beim Liegen starke Schmerzen aus.

Stechende Schmerzen in der Ferse nachts: Was steckt dahinter?

Treten stechende Fersenschmerzen nachts auf in Kombination mit Rötungen, Hitze und Schwellungen an der Fußunterseite, liegt der Verdacht nahe, dass sich der Schleimbeutel an der Fußunterseite entzündet hat. Eine Kortison-Behandlung oder eine Ultraschalltherapie können die Schmerzen lindern.

Fersenschmerzen: Welcher Arzt kann helfen?

Die erste Anlaufstelle bei akuten Schmerzen ist zunächst einmal der/die Hausärzt:in. Kann dieser nicht weiterhelfen, verweist dieser den/die Patient:in in der Regel an einen Chirurgen oder Orthopäden weiter. Auch Physiotherapeuten können bei der Behandlung von Fersenschmerzen eine hilfreiche Stütze sein.

Fersenschmerzen: Was hilft?

Die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme bei Fersenschmerzen lautet Schonung. Legen Sie eine Trainingspause ein und vermeiden Sie lange Fußmärsche. Zwischendurch kann es wohltuend sein, den Fuß hochzulegen und bei akuten Beschwerden die Ferse oder Fußsohle zu kühlen. Wenn möglich sollten Sie versuchen, langes Stehen zu vermeiden, bis die Beschwerden sich gebessert haben.

Selbsthilfe bei Fersenschmerz: Das können Sie außerdem tun!

Nicht gleich jeder schmerzende Fuß muss man von einem/r Ärzt:in behandeln lassen. Leichte Schmerzen an der Ferse können die Betroffenen auch ganz einfach selbst behandeln.

Die besten Tipps zur Selbsthilfe bei schmerzenden Fersen:

  • die schmerzende Stelle kühlen

  • Entzündungshemmende Medikamente einnehmen (Ibuprofen/Diclofenac)

  • Den Fuß mit Tape stabilisieren

  • Wadenmassage

  • Orthopädisches Schuhwerk tragen/Einlegesohlen

Dehnübungen für Fuß und Wade bei Fersenschmerzen

Fersenschmerzen, die zum Beispiel durch einen Fersensporn ausgelöst werden, können durch spezielle Dehnübungen der Wadenmuskulatur und des Fußgewölbes gelindert werden. Diese müssen jedoch regelmäßig durchgeführt werden.

Die besten Hausmittel bei Fersenschmerzen

 Auch mit natürlichen Mitteln kann man den Schmerz in der Ferse lösen. Diese Hausmittel haben sich bei Fußschmerzen besonders bewährt:

Entzündungshemmende Ernährung: Fersenschmerzen entstehen oft, wenn eine Entzündung vorherrscht. Eine entzündungshemmende und ausgewogene Ernährung unterstützt den Heilungsprozess. 

Fußbad mit Kamille: Ein Fußbad kann äußerst wohltuend bei Fersenschmerzen sein. Mit Kamille wirkt es zudem noch entzündungshemmend. Aber Vorsicht! Das Wasser sollte nicht zu heiß sein.

 Fersenschmerzen treten oft plötzlich auf, beim Auftreten, Stehen oder Liegen. Was hilft, kommt dabei oft auf die genaue Ursache an. Ob nun ein Fersensporn oder eine Entzündung der Sehnen oder eine andere Erkrankung - Betroffene haben mehrere Optionen, um den Schmerz in der Ferse auch wieder loszuwerden.

Quellen
  • Hoberg, M., Gradinger, R., & Rudert, M. (2007). Fersenschmerz—was steckt dahinter?. MMW-Fortschritte der Medizin, 149(24), 36-39.
  • Gabel, M. (2014). Fersenschmerz: So deuten Sie die Beschwerden richtig. Orthopädie & Rheuma, 17(1), 19-20.
  • Fersenschmerzen - was tun?, in: gelenk-klinik.de