Ferrum phosphoricum: Infekte im Anfangsstadium bekämpfen

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Ferrum phosphoricum ist eines der bekanntesten homöopathischen Mittel gegen grippale Infekte mit Fieber. Empfohlen wird sein Einsatz insbesondere im akuten Anfangsstadium von entzündlichen Prozessen, wie Hals- oder Mittelohrentzündungen.

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Inhalt
  1. Ferrum phosphoricum auch als Schüßler-Salz bekannt
  2. Die Einsatzgebiete von Ferrum phosphoricum in der Homöopathie
  3. Ferrum phosphoricum bei Erkältung
  4. Ferrum phosphoricum bei Eisenmangel
  5. Ferrum phosphoricum und die Psyche
  6. Ferrum phosphoricum Globuli: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?
  7. Mit Ferrum phosphoricum Kinder behandeln
 

Ferrum phosphoricum auch als Schüßler-Salz bekannt

Das auch als Schüßler-Salz verwendete Ferrum phosphoricum (phosphorsaures Eisen) ist eine chemische Verbindung von Eisen und Phosphor und zählt zu den bekanntesten homöopathischen Arzneimitteln gegen Infekte, insbesondere der Atemwege. Es soll Entzündungen hemmen, speziell zu Erkrankungsbeginn. Neben Aconitum und Belladonna ist es das Mittel der ersten Wahl bei fieberhaften Infekten.

 

Die Einsatzgebiete von Ferrum phosphoricum in der Homöopathie

Eingesetzt wird Ferrum phosphoricum bei akuten Krankheiten und körperlichen Zuständen, vor allem bei Infekten wie Halsentzündungen oder Mittelohrentzündungen und bei hohem Fieber. Am besten soll dieses homöopathische Arzneimittel wirken, wenn es im anfänglichen Stadium einer Entzündung eingenommen wird, speziell wenn sie die oberen und unteren Atemwege betrifft.

Auch grippale Infekte im Anfangsstadium zählen zu den Anwendungsgebieten: Das Fieber tritt plötzlich auf, die Betroffenen sind jedoch abgesehen von einer leichten Schwäche wenig beeinträchtigt.

Globuli bei Halsschmerzen: Welche helfen?
Globuli Globuli bei Halsschmerzen: Welche helfen?

 

Ferrum phosphoricum bei Erkältung

Wenn die körperliche Abwehr auf Hochtouren läuft und wir uns gegen aggressive Bakterien und Viren zur Wehr setzen müssen, benötigen wir Eisen. Deswegen ist Ferrum phosphoricum als homöopathisches Mittel geeignet, die Immunabwehr zu unterstützen. 

Patienten, die Ferrum phosphoricum benötigen, haben schon morgens beim Aufwachen Fieber über 38 Grad Celsius. Sie sind müde und fühlen sich erschlagen, sind aber ruhelos. Gesichtsblässe wechselt sich mit Rötung ab, manchmal kommt es auch zu Nasenbluten und Ohnmacht. Kopf- und Gliederschmerzen sind Begleitsymptome.

Eupatorium perfoliatum: Homöopathie bei grippalen Infekten
Globuli Eupatorium perfoliatum: Homöopathie bei grippalen Infekten

Diese begleitenden Beschwerden weisen darauf hin, dass die Behandlung einer Erkältung mit Ferrum phosphoricum laut homöopathischer Lehre sinnvoll sein könnte:

  • Ohrenschmerzen
  • Kehlkopfentzündungen
  • Entzündungen der Nasen-Nebenhöhlen
  • Entzündungen im Bereich des Mundes, Rachens oder der Bronchien
  • heftiger Fließschnupfen
 

Ferrum phosphoricum bei Eisenmangel

Eisen ist das Spurenelement, das im menschlichen Körper am häufigsten vorkommt. Es wird bei der Blutbildung benötigt. Der typische Eisenmangel macht sich daher unter anderem durch einen blassen Teint bemerkbar.

Ein Erwachsener trägt etwa drei Gramm Eisen in sich. Wird zu wenig Eisen mit der Nahrung aufgenommen oder dem Körper zu viel Eisen entzogen, tritt Eisenmangel auf. Dieser macht sich durch Konzentrationsschwäche, Blässe, Müdigkeit und eine allgemeine Abgeschlagenheit bemerkbar. Typische Ferrum phosphoricum Patienten leiden häufig unter diesen Symptomen. Die Einnahme von Ferrum phosphoricum Globuli den Organismus dazu anregen, gegen diese Symptome anzukämpfen.

Das homöopathische Ferrum phosphoricum hat allerdings eine weitaus niedrigere Konzentration an Eisen als entsprechende Eisentabletten. Bei einem diagnostizierten Eisenmangel leisten Eisentabletten besser akute Hilfe. Ein Eisenmangel sollte zudem immer in ärztlicher Aufsicht behandelt werden.

 

Ferrum phosphoricum und die Psyche

Ferrum phosphoricum ist nicht in erster Linie dafür bekannt, dass es bei psychischen Beschwerden eingesetzt werden kann. Bei psychischen Zuständen kommt es zum Einsatz, wenn die Betroffenen sich im Kampf mit der Außenwelt befinden.

Sie fühlen sich im fortwährenden Lebenskampf gefangen, weswegen Ferrum phosphoricum durchaus bei Burn-out angezeigt ist. Die Betroffenen sind aufgeregt und ärgern sich viel über ihre Umwelt, ihre Mitmenschen und ihre Familie. Sachzwänge werden nicht ertragen und es besteht eine Abneigung, sich äusseren Pflichten unterzuordnen.

 

Ferrum phosphoricum Globuli: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?

Üblicherweise wird das Mittel in Form von Streukügelchen (Globuli) angewandt. Man erhält Ferrum phosphoricum aber auch in Tropfen- oder Tablettenform. Das homöopathische Mittel Ferrum phosphoruicum gibt es in allen üblichen Potenzen; das Schüßler-Salz Nr. 3, wie alle Schüßler-Salze, nur in den Potenzen D3, D6 und D12.

Foto: iStock
Globuli Welche Globuli helfen bei einer Erkältung?

Ferrum phosphoricum D6 ist die gängigste Potenz

Für die Selbstbehandlung mit Globuli werden am häufigsten Dosierungen mit den Potenzen D6, C6 oder D12 empfohlen, wobei die D6 am häufigsten eingesetzt wird. Für die Anwendung sollten zu Beginn eines Infekts mehrmals täglich drei Globuli unter die Zunge gelegt werden, damit sie dort zergehen. In den Potenzen D6 und C6 sollte Ferrum phosphoricum höchstens sechsmal, in der Potenz D12 nicht mehr als zweimal am Tag eingenommen werden.

Ferrum phosphoricum C30

Für bereits länger anhaltende Beschwerden eignet sich auch die Potenz C30. Allerdings sollte man bei dieser höheren Potenz zwischen den Gaben beobachten, ob sich eine Besserung zeigt und das Mittel danach nicht mehr einnehmen. Deutlich höhere Potenzen wie C200, die sich nur für chronische Erkrankungen oder schwerwiegende Beschwerden eignen, sollten nie als Selbsttherapie, sondern nur nach Verordnung durch einen Homöopathen eingenommen werden.

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Mit Ferrum phosphoricum Kinder behandeln

Ferrum phosphoricum wird auch bei erkälteten Kindern eingesetzt. Zur Behandlung dient es zudem bei Kindern mit plötzlichem Fieber, die aber ansonsten wenig gesundheitlich angeschlagen scheinen und keine eindeutigen Erkrankungsanzeichen zeigen. Häufige Symptome sind Schwäche und Erschöpfung, ein abwechselnd blasses und gerötetes Gesicht, Nasenbluten oder ein gerötetes Trommelfell. Babys, die jünger als ein Jahr sind, erhalten ein Streukügelchen. Ein- bis Dreijährige erhalten zwei, Kinder ab drei Jahre drei Globuli Ferrum phosphoricum.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Ferrum phosphoricum, in: Deutsches Netzwerk für Homöopathie

Ferrum phosphoricum - Eisenphosphat, in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte

Stumpf, W. (2008): Homöopathie. Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München

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