Ferien mit betäubungsmittelhaltigen Medikamenten? – Was Sie bei Auslandsreisen unbedingt beachten sollten

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Auslandsreisen mit betäubungsmittelhaltigen Medikamenten? Praxisvita erklärt worauf Patienten bei der Reiseplanung achten müssen © Fotolia

In Deutschland beginnt die Ferienzeit. Zu diesem Anlass warnt das Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): Wer zum Urlaub machen ins Ausland fährt und auf betäubungsmittelhaltige Arzneimittel angewiesen ist, sollte unbedingt gewisse Regeln befolgen, damit die Reise nicht schon bei der Zollkontrolle endet. Praxisvita hat für Sie die wichtigsten Informationen zum Thema.

Menschen, die aufgrund von Erkrankungen betäubungsmittelhaltige Medikamente einnehmen müssen, dürfen diese natürlich auch mit in den Urlaub nehmen, um ihre medizinische Versorgung sicher zu stellen. Dennoch mahnt – pünktlich zum Ferienbeginn ­ die Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) an, unbedingt einige wichtige Regeln zu beachten, wenn Sie solche Arzneien mit auf Auslandsreisen nehmen möchten.

Wer also vermeiden will, dass der Sommerurlaub schon bei Einreise in das Urlaubsland am Zoll endet, der sollte folgende Vorgaben beachten: 

 

Das Medikament muss verschrieben sein

Grundsätzlich gilt bei der Mitnahme von Medikamenten ins Ausland: Mitgeführte betäubungsmittelhaltige Arzneien müssen von einem Arzt verschrieben worden sein. Die Arzneimittelmengen im Reisegepäck dürfen so groß sein, dass sie für die Dauer der Reise auch ausreichen. Die maximale Menge mitgeführter Medikamente für Auslandsreisen darf die Dosierungsdauer von 30 Tagen nicht überschreiten.

Bei Reisen in Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens – also innerhalb der meisten EU-Länder – ist dazu eine Bescheinigung des Arztes erforderlich, die alle relevanten Medikamentendaten umfasst. Diese Bescheinigung ­ muss von der zuständigen Landesgesundheitsbehörde allerdings vor Reiseantritt beglaubigt werden.

 

Mehrsprachige Arztbescheinigung

Bei Reisen in andere Länder rät die Bundesopiumstelle zudem, sich vom Arzt eine mehrsprachige Bescheinigung gemäß dem „Leitfaden für Reisende“ des INCB (International Narcotics Control Board) ausstellen zu lassen, die Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung, Wirkstoffmenge und Dauer der Reise enthält. Diese Bescheinigung ist ebenfalls von der zuständigen Landesgesundheitsbehörde zu beglaubigen und bei der Reise mitzuführen.

Es bestehen jedoch keine international einheitlichen Bestimmungen für die Mitnahme von Betäubungsmitteln als medizinischer Bedarf der Reisenden. Einige Länder verlangen zusätzlich Importgenehmigungen, schränken die Menge ein oder verbieten die Mitnahme von Betäubungsmitteln sogar generell.

Um auf Auslandsreisen Probleme an Zollstellen zu vermeiden, empfiehlt die Bundesopiumstelle, sich bereits während der Reisevorbereitung bei der jeweils zuständigen diplomatischen Vertretung des Reiselandes in Deutschland nach den geltenden rechtlichen Bestimmungen zu erkundigen.

Alle Formulare und weitere Informationen zum Reisen mit Betäubungsmitteln hat das BfArM im Internet zusammengestellt: Reisen mit Betäubungsmitteln.

Hamburg, 9. Juli 2014

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