Femidom: Das sollten Sie über das Kondom für die Frau wissen

Redaktion PraxisVITA
Verliebtes Pärchen im Sonnenuntergang
Das Femidom schützt vor einer ungewollten Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Krankheiten © iStock/LittleBee80
Inhalt
  1. Femidom – so funktioniert es
  2. Wann setzt man das Frauenkondom ein?
  3. Wie sicher ist ein Femidom?
  4. Vor- und Nachteile des Femidoms

Vielen ist es nur als Verhütungsmittel für den Mann bekannt. Doch inzwischen gibt es auch das Kondom für die Frau. Wie Sie es benutzen, wie sicher es ist und welche Vor- und Nachteile das Femidom hat, erfahren Sie hier.

Obwohl das Frauenkondom etwa so sicher wie das Kondom für den Mann, hat es sich bisher kaum durchgesetzt. Viele Frauen und Männer wissen kaum etwas über diese Verhütungsmethode. PraxisVITA klärt alle Fragen rund um das Femidom.

 

Femidom – so funktioniert es

Wie das Männerkondom, verhindert auch das Femidom Spermien daran, in die Gebärmutter zu gelangen.

Das Kondom für die Frau besteht aus einer hauchdünnen, etwa 17 Zentimeter langen Kunststoffhülle - statt Latex, wie beim Männerkondom, wird der Kunststoff Nitril verwendet. Die Hülle ist an beiden Enden mit einem flexiblen Ring versehen. Das obere Ende ist geschlossen und wird ähnlich wie ein Diaphragma tief in die Vagina geschoben, sodass es den Muttermund verdeckt. Die Scheide ist so von innen mit der Kunststoffhülle "ausgekleidet". Der zweite Ring, der sich am offenen Ende der Hülle  befindet, liegt zwei bis drei Zentimeter außerhalb des Scheideneingangs. Er bedeckt die äußeren Schamlippen und soll so verhindern, dass das Femidom beim Geschlechtsverkehr in die Vagina rutscht.

Bevor das Frauenkondom in die Vagina geschoben wird, sollte es von innen und außen mit Gleitgel bestrichen werden. Dann wird es ähnlich wie ein Tampon eingeführt, sitzt aber etwas tiefer. Am besten geht das im Liegen, Stehen, Hocken oder Sitzen.

Femidom
Das Femidom sieht dem Kondom für Männer ähnlich, hat aber zwei Öffnungen © iStock/Lalocracio
 

Wann setzt man das Frauenkondom ein?

Das Kondom für die Frau kann bis zu acht Stunden zuvor oder erst direkt vor dem Sex eingesetzt werden. Ausnahme: Haben Sie während Ihrer Menstruation Geschlechtsverkehr, sollten Sie das Femidom erst kurz vorher einführen. Nach dem Geschlechtsverkehr wird der äußere Ring so eingedreht, dass das Sperma nicht ausläuft. Anschließend können Sie das Femidom ganz einfach vorsichtig aus der Vagina ziehen und im Hausmüll entsorgen.

 

Wie sicher ist ein Femidom?

Ein Femidom hat je nach Untersuchung einen Pearl-Index von fünf bis 21. Das bedeutet, dass zwischen fünf und 21 von 100 Frauen, die mit dem Frauenkondom verhüten, innerhalb eines Jahres trotzdem schwanger werden. Der Pearl-Index gilt für jene Femidome, die korrekt angewendet werden, deren Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist und die eine CE-Kennzeichnung der Europäischen Gemeinschaft besitzen.

Damit das Femidom zuverlässig schützt, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Das Kondom ist nicht beschädigt.
  • Das Kondom wurde vorschriftsmäßig in der Vagina platziert.
  • Kein Geschlechtsverkehr vor Einsatz des Femidoms.
  • Der Penis befindet sich beim Geschlechtsverkehr im und nicht außerhalb des Frauenkondoms.
  • Beim Entfernen des Femidoms läuft kein Sperma in die Vagina.
  • Femidom und Männerkondom werden nicht zusammen verwendet, da sie durch die Reibung beschädigt werden und reißen können.
  • Das Femidom wird nur einmal verwendet.
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Das Femidom schützt ähnlich zuverlässig wie das Kondom für Männer vor einer ungewollten Schwangerschaft © iStock/filadendron
 

Vor- und Nachteile des Femidoms

Wie jede andere Verhütungsmethode hat auch das Femidom Vor- und Nachteile:

Vorteile des Femidoms

  • Sicherheit: Das Femidom ist bei korrekter Anwendung etwa so sicher wie das Männerkondom. (Der Pearl-Index von Kondomen wird mit 2 bis 12 angegeben.)
  • Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten: Das Femidom ist neben dem Kondom für den Mann die einzige Verhütungsmethode, die Schutz vor sexuellen Krankheiten bietet.
  • Selbstbestimmung: Anders als beim Kondom ist die Frau beim Femidom nicht darauf angewiesen, dass der Mann zustimmt. Will der Mann kein Kondom benutzen, kann sie sich mit dem Femidom trotzdem schützen.
  • Nicht spürbar: Die Kritik am Kondom von Männer- sowie teilweise auch von Frauenseite ist, dass man es beim Geschlechtsverkehr spürt. Das Femidom ist hauchzart und liegt nicht direkt am Penis. Entsprechend soll es für Mann und Frau tatsächlich überhaupt nicht zu spüren sein.
  • Kann nicht verloren gehen: Das geschlossene Ende des Femidoms ist so weit, dass es nicht in den Gebärmutterhals gelangen und so im Körper "verloren gehen" kann.
  • Keine Nebenwirkungen: Anders als viele hormonelle Verhütungsmethoden gibt es beim Femidom keine Nebenwirkungen.
  • Nur eine Größe: Während viele Männer nicht wissen, welche Kondomgröße ihnen am besten passt, hat das Femidom eine Einheitsgröße und passt sich jeder Vagina an

Nachteile des Frauenkondoms 

  • Keine leichte Handhabung: Damit das Femidom richtig schützt, müssen beide Ringe richtig platziert werden. Das erfordert in den meisten Fällen ein bisschen Übung. 
  • Femidome gibt es nicht überall zu kaufen: Anders als Kondome sind Femidome nicht in jeder Drogerie, Tankstelle oder im Supermarkt erhältlich. Stattdessen müssen sie im Internet bestellt werden. In den meisten Fällen kommen Versandkosten hinzu. Manchmal gibt es Femidome auch in der Apotheke zu kaufen.
  • Hohe Kosten: Frauenkondome gibt es in verschiedenen Mengen zu kaufen. Je nach Marke kostet eine Packung mit drei Femidomen zwischen 6,50 Euro und 12 Euro. Wer gleich eine Großpackung Frauenkondome kauft, zahlt weniger.
  • Reißgefahr: Wie das Kondom für den Mann kann auch das Vagina-Kondom reißen. Etwa durch scharfe Fingernägel und Schmuck oder auch, wenn es nicht korrekt in der Vagina platziert wurde. Wie das Männerkondom sollten Sie auch das Femidom in diesem Fall vorsichtig entfernen und anschließend Notfallverhütungsmittel wie die Pille danach in Betracht ziehen. Diese kann jedoch Nebenwirkungen haben.

Fazit: Das Femidom eignet sich gut dazu, vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Zusätzlich können Sie immer auch eine zweite Verhütungsmethode anwenden, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Hier kommen zum Beispiel die Pille, eine Spirale oder das Hormon-Implantat infrage.

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