Feinstaub: Wie dicke Luft uns krank macht

 Feinstaub fördert Allergien
Auch Feinstaub fördert Allergien, da häufig Milben-Exkremente an den winzigen Partikeln haften © shutterstock

Auf der Straße, im Büro und zu Hause: Winzige Staubpartikel sind überall. Im schlimmsten Fall löst der Feinstaub schwere Hausstauballergien aus.

Manchmal hängt sie wie eine Dunstglocke über der Stadt. Aber meistens kann man dicke Luft weder sehen, noch riechen oder schmecken. Dennoch ist sie eine große Gefahr für die Gesundheit. Schuld daran sind Feinstaub und Rußpartikel, die unsere Atemluft verschmutzen.

 

Feinstaub dringt in die Lunge

Sie stammen vor allem aus Autoabgasen, aber auch aus Industrie- und Abfallverbrennungsanlagen, Kraftwerken sowie privaten Holzheizungen. Weil dieser Feinstaub winzig klein ist, dringt er tief in die Lunge ein. Mögliche Folge: Hausstauballergie, Bronchitis, Asthma, Allergien, Herz-Kreislaufstörungen und Lungenkrebs. „Feinstaub ist inzwischen zu einer der größten Gesundheitsgefahren in Stadtgebieten geworden", warnt Dr. Martin Lanzendorf vom Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle.

In Deutschland sind laut einer EU-Studie jedes Jahr rund 65.000 Todesfälle auf Luftverschmutzung zurückzuführen. Wer in einer verkehrsreichen Region lebt, muss mit einer Verkürzung der durchschnittlichen Lebenserwartung um etwa zehn Monate rechnen.

Auch Computer oder Drucker senden Feinstaub aus
Auch Computer oder Drucker senden Feinstaub aus, an den sich der Milbenkot festsetzen und so eine Hausstauballergie auslösen bzw. deren Symptome verschlimmern können© IStock
 

Dicke Luft in den vier Wänden löst Hausstauballergie aus

Erschreckend: In Wohnungen und Büros herrscht oft dickere Luft als draußen. In Nordrhein-Westfalen wurden in 33 von 100 Haushalten über 50 Mikrogramm Feinstaub je Kubikmeter Luft gemessen. Dieser Grenzwert darf im Freien nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Verursacher sind Zigaretten, Kerzen und Kaminfeuer. Auch Computer und Drucker stoßen schädliche Stoffe aus. In Räumen ist Feinstaub besonders aggressiv, weil sich Fremdstoffe daranhängen, so etwa der Kot der Hausstaubmilbe. Er kann die quälende Hausstauballergie auslösen. Die Milben ernähren sich von Hautschuppen, fühlen sich im Bett, in Möbeln und Gardinen wohl.

 
 

Autoverkehr: Luftverschmutzung & Feinstaub

Der Autoverkehr ist einer der Hauptverursacher von Luftverschmutzung. Besonders gefährlich sind die winzigen Rußpartikel aus Dieselabgasen. Umweltzonen sollen Laster und Diesel-Pkw aus Innenstädten heraushalten. Seit 2005 gilt ein Grenzwert für die Feinstaubkonzentration in der Luft. Eine bundesweite Messung des Umweltbundesamtes ergab jedoch: Der Richtwert wurde 2010 bei mehr als der Hälfte der Luftmess-Stationen überschritten.

 

Industriestaub: Achtung, Asbest!

Asbest steckt in Trinkwasserrohren, in Wand-Isolierungen, Bremsbelägen und Heizungen. Weil die Fasern sehr fest, außerdem hitze- und säurebeständig sind, war Asbest lange ein beliebter Baustoff. Inzwischen weiß man, dass die Mineralfaser giftig und krebserregend ist. Viele Schulen und andere Gebäude wurden deshalb bereits mit großem Aufwand saniert. Asbesthaltiges Material muss als Sondermüll entsorgt werden. Seit 1993 ist der Baustoff in Deutschland gesetzlich verboten, seit 2005 gilt das Verbot für ganz Europa. Asbeststaub ist gefährlich, wenn er über Jahre eingeatmet wird. Dann lagern sich die Fasern in der Lunge ab und es kommt zur Staublungen-Krankheit, der oft tödlichen Asbestose.

Auch das Einatmen von mineralischem Staub, zum Beispiel im Bergbau und beim Edelsteinschleifen, ist gesundheitsschädlich. Vor allem durch quarzhaltigen Staub droht innerhalb kürzester Zeit Silikose, bei der die Lunge vernarbt.

 

Atemnot bei Kindern

Selbst Babypuder kann zur Gefahr werden. Zarte Säuglingshaut wird häufig mit Puder gepflegt. Bekommen Babys die Puderdosen aber zu fassen und atmen das Pflegemittel ein, kann es zu akuter Atemnot kommen. Die Puderpartikel quellen in den Atemwegen auf. Anderen gefährlichen Staub hat der BUND in Kindergärten gefunden. Laut aktueller Studie enthält er in bundesweit 60 Kitas schädliche Weichmacher. Ursache: Böden, Matten Tischdecken und Spielzeug aus Kunststoff.

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