Feinstaub-Alarm: Gefahr hängt in der Luft

In Deutschland steigen in diesem Jahr wieder die Werte für Feinstaub
In Deutschland steigen in diesem Jahr wieder die Werte für Feinstaub. Messungen des Bundesumweltamtes haben ergeben, dass viele Gebiete in Deutschland bereits in Kürze die zulässigen Jahres-Maximal-Werte für Feinstaub überschreiten werden © Fotolia

Die Feinstaubwerte im Bundesgebiet steigen in diesem Jahr wieder kräftig an. Das legen Zahlen nahe, die nun vom Umweltbundesamt veröffentlicht worden sind. Bereits jetzt sind die vom Gesetzgeber festgelegten Jahres-Grenzwerte für Feinstaub an vielen Messstationen beinahe erreicht. Die Studie zeigt außerdem, dass Umweltzonen – die in städtischen Ballungsräumen eingerichtet worden waren, um die Feinstaubmengen zu begrenzen – keine Wirkung haben. Praxisvita.de fasst für Sie die aktuelle Studie des Umweltbundesamtes zusammen und erklärt Ihnen, wieso Sie auch in den eigenen vier Wänden vor Feinstaub nicht sicher sind.

Die Werte des gesundheitlich gefährlichen Feinstaubs werden in Deutschland auch im Jahr 2014 wieder zunehmen. Darauf weisen Messungen hin, die nun vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlicht worden sind. Die Zahlen zeigen, dass an vielen deutschen Messstationen die Jahres-Maximal-Werte für Feinstaub bereits in Kürze überschritten werden. Der gesetzlich zugelassene Maximalwert für Feinstaub liegt bei 50 Mikrogramm im Tagesmittelwert. Dieser Wert darf pro Jahr nur 35mal überschritten werden. In vielen Teilen Deutschlands – vor allem in Ostdeutschland und städtischen Ballungsgebieten – wurde dieser Maximalwert aber bereits mehr als 30mal überschritten.

 

Feinstaub tötet jährlich zehntausende Menschen in Deutschland

Das UBA veröffentlichte nicht nur aktuelle Zahlen zur Menge des Feinstaubs in der Luft, sondern untersuchte in einer anderen Studie auch die Auswirkungen von Feinstaub auf die menschliche Gesundheit. Dabei kam heraus, dass allein in Deutschland in etwa 47.000 Menschen jährlich an den Folgen von Feinstaub sterben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) errechnete seit 1990 in einer Langzeituntersuchung, dass jeder Deutsche im Schnitt ein Lebensjahr durch die Einwirkungen von Feinstaub verliert. Bekannte Symptome, die durch Feinstaub ausgelöst werden, sind verschiedene Lungenkrankheiten, Krebs, Herzinfarkte und Schlaganfälle.

 

Umweltzonen blieben wirkungslos

Um die Belastung durch Feinstaub vor allem in den städtischen Ballungsräumen zu vermindern, wurden in vielen Stadtgebieten Umweltzonen eingerichtet. Die aktuellen Messungen weisen nun darauf hin, dass durch diese Zonen die Feinstaubwerte in den entsprechenden Regionen „nicht signifikant abgenommen haben“. Experten des UBA fordern nun von den Gesetzgebern weitere Maßnahmen, um die Feinstaubwerte zu senken.

Wichtigste Produzenten für Feinstaub sind in Deutschland Dieselmotoren, Kraftwerke und Fabriken – aber auch Emissionen aus Tiermast oder Reifenabrieb spielen dabei eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gibt das UBA zu bedenken, dass Feinstaub auch auf natürlichem Weg in großen Mengen entsteht – etwa durch Bodenerosion oder Waldbrände.

 

Feinstaub in den eigenen vier Wänden

Doch auch in Innenräumen entsteht der gefährliche Feinstaub, wie Untersuchungen des Helmholtz Zentrums in München (HZM) zeigen. Feinstaub wird in den eigenen vier Wänden vor allem durch Rauchen, Kochen, Staubsaugen und Heizungen erzeugt. In Büros dagegen sind vor allem Drucker und Kopierer für die Produktion der schädlichen Partikel verantwortlich – ein wichtiger Grund dafür, weshalb diese Geräte heute nicht mehr direkt in den Büros stehen sollten.

Auch wenn innerhalb der eigenen Wohnung Feinstaub entsteht, dringen die Hauptmengen, der in der Wohnung messbaren Partikel, von außen ein. Untersuchungen des HZM zeigten, dass sich „bis zu 75 Prozent der Partikelzusammensetzungen im Innenraum durch die Beschaffenheit der Außenluft und das Lüftungsverhalten der Bewohner“ erklären lassen. Auch undichte Fenster und Türen seien für das Eindringen des Feinstaubs aus der Außenluft verantwortlich.

 

Was Sie tun können

Regelmäßiges Lüften ist für Innenräume unverzichtbar. Achten Sie deswegen darauf, dass die Dichtungen von Türen und Fenstern intakt sind, damit über die Lüftungsphasen hinaus kein Feinstaub in die Wohnung eindringen kann. Eine weitere gute Möglichkeit zur Verringerung des Feinstaubs in Ihrer Wohnung sind spezielle Luftfilter. Hersteller werben damit, dass dadurch bis zu 99,97 Prozent der schädlichen Partikel aus der Luft gefiltert würden.

Hamburg, 16. April 2014

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