Feindiagnostik in der Schwangerschaft

Michelle Kröger

Zusätzlich zu den normalen Ultraschalluntersuchungen wird beim zweiten Ultraschall, dem sogenannten „großen Ultraschall“, eine Feindiagnostik durchgeführt, umso mehr über die Gesundheit des Kindes erfahren.

Feindiagnostik wird bei einer Schwangeren per Ultraschall durchgeführt
Der zweite große Ultraschall, bei dem auch die Feindiagnostik durchgeführt wird, erfolgt um die 20. SSW Foto:  iStock/gorodenkoff
Inhalt
  1. Was genau bedeutet Feindiagnostik?
  2. In welcher SSW wird die Feindiagnostik durchgeführt?
  3. Was ist der Zweck der Feindiagnostik?
  4. Welche Krankheiten lassen sich dadurch feststellen?
  5. Wer trägt die Kosten der Untersuchung?
 

Was genau bedeutet Feindiagnostik?

Bei der Feindiagnostik handelt es sich um eine Methode der Pränataldiagnostik. Dabei wird ab der 21. Schwangerschaftswoche – und während des regulären zweiten Ultraschalls – mithilfe einer sonografischen Methode (Feinultraschall) ein sogenanntes Organscreening des ungeborenen Kindes im Mutterleib durchgeführt. Mittels des besonders hochauflösenden Ultraschallgeräts werden alle wichtigen Organe auf Fehlbildungen untersucht. Durch die Feindiagnostik lassen sich bessere Bilder anfertigen als beim normalen Ultraschall, der zwischen der 19. und 22. SSW vorgesehen ist. Die Untersuchung schadet Mutter und Kind nicht.

 

In welcher SSW wird die Feindiagnostik durchgeführt?

Die Feindiagnostik findet optimalerweise zwischen der 20+0 bis 22+6 SSW statt. In diesem Stadium der Schwangerschaft ist der Fetus bereits 25 bis 30 Zentimeter groß und alle wichtigen Organe sind strukturell komplett entwickelt.

Mediziner zeigt Ultraschallbild
Übersicht Wie wichtig ist Pränataldiagnostik?

 

Was ist der Zweck der Feindiagnostik?

Doch was kann mittels der Feindiagnostik eigentlich genau festgestellt werden? Zum einen wird das Wachstums untersucht. Zum anderen wird begutachtet, ob alle wichtigen Organe des Ungeborenen vorhanden und zeitgerecht entwickelt sind. Zudem kann der Frauenarzt sehen, ob sich die Organe auch an den richtigen Stellen befinden. Bei der Feindiagnostik untersucht der Gynäkologe insbesondere Gesicht, Kopf, Kleinhirn, Wirbelsäule, Haut am Rücken, Extremitäten, Bauch, Magen, Nieren, Harnblase und Herz.

Auf diese Weise können Fehlbildungen rechtzeitig festgestellt bzw. ausgeschlossen werden. Wird eine Fehlbildung diagnostiziert, so kann sie dementsprechend schnell behandelt werden – oftmals schon im Mutterleib. Bei einem vorliegenden Herzfehler wird die Geburt so schonend wie möglich geplant und die nachgeburtliche Therapie schnellstmöglich begonnen.

 

Welche Krankheiten lassen sich dadurch feststellen?

Mithilfe der Feindiagnostik lassen sich in der Schwangerschaft vielerlei Erkrankungen und/oder Fehlbildungen diagnostizieren:

  • Fehlbildungen der Finger oder Zehen
  • Lippen-Kiefer-Spalte
  • Herzfehler
  • Zystische Lungen- oder Nierenerkrankungen
  • Lücken in der Bauchwand oder im Zwerchfell
  • Fehlender Verschluss der Wirbelsäule
  • Skeletterkrankungen
 

Wer trägt die Kosten der Untersuchung?

Da die Mutterschaftsrichtlinien in der Schwangerschaft drei reguläre Ultraschalltermine vorsehen, zu dem auch der zweite „große“ Ultraschall gehört, werden die Kosten für diese Untersuchung von den Krankenkassen getragen.

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