Fehlsichtigkeit: Wieso Sonnenlicht Kinder vor schlechten Augen schützt

Kind mit Brille
Immer mehr Kinder tragen heutzutage eine Brille – ein bisschen mehr Sonne könnte das ändern © shutterstock

Es ist ein weitverbreiteter Irrglaube, dass die Sehkraft von Kindern nachlässt, wenn sie zu viel auf Bildschirme oder Bücher starren. Wieso eine wichtige Ursache für schlechte Augen bei Kindern eher über den Wolken liegen könnte, erklärt Ihnen Praxisvita.

Forscher der Ohio State University haben in einer kürzlich veröffentlichten Studie festgestellt, dass das Risiko für ein Kind, eine Kurzsichtigkeit (Myopie) zu entwickeln, um das Dreifache sinkt, wenn es pro Woche mindestens 14 Stunden im Freien verbringt – egal bei welchem Wetter oder zu welcher Jahreszeit.

Die Ursache für diesen positiven Outdoor-Effekt gegen Fehlsichtigkeit von Kindern sei nach Aussage von Studienleiter Professor Donald Mutti „vor allem der Einfluss der Sonne“ unter freiem Himmel.

Fehlsichtigkeit bei Kindern
Um Fehlsichtigkeit bei Kindern zu vermeiden, solltem die Kleinen oft draußen spielen© Fotolia
 

Fehlsichtigkeit: So schützt das Sonnenlicht

Der Grund: Kinder entwickeln eine Myopie, wenn während ihres Wachstums der Abstand zwischen der Augenlinse und der Netzhaut zu groß wird. Der regelmäßige Kontakt von heranwachsenden Kindern mit Sonnenlicht und den damit ausgelösten Stoffwechselprozessen – zum Beispiel die Produktion von Vitamin-D durch ultraviolette B-Strahlen (UV-B-Strahlen) oder die Ausschüttung von Dopamin durch das sichtbare helle Licht der Sonne – können dagegen die fehlerhafte Ausrichtung der Augen verhindern, sagen die Forscher. Dadurch wird Fehlsichtigkeit verhindert.

 

In Asien ist Sonnenbaden eine Behandlung

Die Erkenntnis über die Ursachen für die Entstehung von Kurzsichtigkeit gilt in Fachkreisen als ein bahnbrechender Ansatz. Tatsächlich sind die Studiendaten so überzeugend, dass einige Nationen in Asien – wo weltweit die meisten kurzsichtigen Menschen leben – spezielle Therapieprogramme gestartet haben, um in Zukunft Fehlsichtigkeit zu vermeiden. Dabei tun die teilnehmenden Kinder nichts anderes, als 14 Stunden in der Woche unter dem freien Himmel zu verbringen – um Sonnenlicht zu tanken.

Sollten Sie nun ebenfalls beschließen, Ihr Kind öfter nach draußen zu schicken, damit es nicht kurzsichtig wird, dann denken Sie an einen ausreichenden Sonnenschutz. Wie Sie kleine Kinder vor der Sonne schützen, erklärt Ihnen hier die Praxisvita-Expertin und Kinderärztin Dr. Nadine Hess.

Hamburg, 22. November 2014

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