Fehldiagnose Krebs - jeder zwanzigste Befund ist falsch

aerztliche Fehldiagnose
Jede 20. ärztliche Diagnose ist nicht richtig. Das zeigt eine aktuelle Studie, die vor allem die Diagnosen Krebspatienten untersucht hat © Fotolia

US-amerikanische Forscher untersuchten in einer Studie ärztliche Diagnosen auf ihre Richtigkeit. Das Ergebnis zeigt, dass eine von 20 Diagnosen falsch war. Für die Hälfte der falsch diagnostizierten Patienten führten die ärztlichen Fehlurteile letztlich zu gesundheitlichen Schäden.

In einer aktuellen Studie der University of Texas und Medical School in Houston wurden ärztliche Diagnosen überprüft. Die Ergebnisse der Untersuchung – die kürzlich auf der Seite BMJ Quality & Safety veröffentlicht worden sind – zeigen, dass mehr als fünf Prozent der analysierten Diagnosen nicht richtig waren. Für die Studie wurden Datensätze aus drei früheren Studien zusammengeführt und ausgewertet.

Vor allem Diagnosen von Krebspatienten waren Gegenstand der Studie. Nach Aussagen der Forscher haben die so gefundenen Fehldiagnosen in der Hälfte der Fälle zu gesundheitlichen Folgeschäden bei Patienten oder Angehörigen geführt.

 

Ärzte unter Zeitdruck

Die Ursachen für das Problem liegen nach Meinung der beteiligten Forscher auf der Hand: Viele Ärzte stehen unter enormen Zeit- und auch Kostendruck, um Patienten aufzunehmen, zu untersuchen und schließlich zu behandeln. Ärzte seien auch nur Menschen. Nach Aussagen von Dr. Otis Brawley – Vorsitzender der Amerikanischen Krebs Gesellschaft – handelt es sich um ein zunehmend auftretendes Phänomen, das selbst als Symptom der Überlastung des modernen Gesundheitssystems betrachtet werden sollte. In Deutschland fehlt bis heute eine systematische Studie, die sich speziell mit Fehldiagnosen auseinandersetzt.

Hamburg, 22. April 2014

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