Fastenbrechen: Das richtige Verhalten nach dem Verzicht

Redaktion PraxisVITA
Frau isst Burger und Pommes
Wer sich zum Ende der Fastenzeit mit Pommes und Burgern belohnt, muss mit gesundheitlichen Problemen rechnen © shutterstoc

Kaum ist der letzte Fastentag geschafft, ein paar Kilos sind auch runter, da lockt schon die Tafel Schokolade. Welches Verhalten ist nach den Abstinenztagen angebracht? Kann der Magen sofort wieder normale Lebensmittel aufnehmen? Und was kann jeder Fastenbrecher tun, um nicht sofort wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen? Praxisvita klärt auf.

 

Die eigentliche Herausforderung kommt erst nach dem Fasten

Heilfasten ist eine Auszeit vom Essen und vom Alltags-Stress. Es hilft einem, alte Verhaltensweisen und Gewohnheiten zu ändern. Durch das Weglassen von Genussgiften und seelischen Belastungen können sich Körper und Seele regenerieren und einen Anstoß für eine gesündere Lebensweise erhalten.

Auch wenn diese Tage – besonders zu Beginn – anstrengend sind und Verzicht bedeuten, so kommt die eigentliche Herausforderung erst später mit dem sogenannten Fastenbrechen und den folgenden Aufbautagen, an denen der Körper langsam wieder an die normale Nahrungsaufnahme gewöhnt wird.

 

Was passiert, wenn ich nach dem Fasten „normale“ Lebensmittel esse?

Die Fastenzeit endet mit dem ersten festen Bissen, dem sogenannten Fastenbrechen oder Abfasten. Der Magen hatte jetzt einige Tage Schonzeit und muss erst langsam wieder an Nahrung gewöhnt werden. Zum Vergleich: Ein Läufer kann nach einer Verletzung auch nicht gleich wieder mit einem Marathon starten, sondern muss sein Training langsam steigern. Wer glaubt, sich nach dem langen Verzicht mit einem reichhaltigen Essen belohnen zu müssen, kann gesundheitliche Probleme bekommen. Denn wird der Magen nach der langen Fastenzeit mit Nahrung überladen, muss mit heftigen Magenkrämpfen, Koliken oder Kreislaufzusammenbrüchen gerechnet werden.

 

Wann kommt der Darm wieder in Schwung?

Nicht nur der Magen, auch die Verdauungsorgane müssen sich erst daran gewöhnen, dass sie ab sofort wieder ihrer üblichen Tätigkeit nachgehen sollen. Sollte es trotzdem etwas länger dauern, bis der Darm wieder „normal“ funktioniert, auf keinen Fall gleich zum Abführmittel greifen. Es dauert meist 2-3 Tage, bis der Darm wieder gefüllt ist. Geben Sie Ihrem Körper diese Zeit. Sollte der Stuhlgang dann noch immer nicht regelmäßig sein, können eingeweichte Bachpflaumen oder auch Leinsamen dabei helfen, den Darm in Gang zu setzen.

Leichte Probleme mit dem Kreislauf können in den ersten Tagen nach dem Fastenbrechen ebenfalls auftreten. Das liegt daran, dass der Körper nun wieder viel Energie für die Verdauung aufbringen muss. Diese Kreislaufschwäche verschwindet aber nach ein 2-3 Tagen wieder.

 

Wie lange sollten die Aufbautage dauern?

Da die Verdauung und der Stoffwechsel wieder langsam zur Normalform zurückkehren müssen, sollten die Aufbautage etwa einem Drittel der Länge der Fastenzeit entsprechen.

 

Was sollte beim Essen während der Aufbautage beachtet werden?

  • Langsam essen
  • Essen immer gut kauen
  • Essen bewusst genießen (kein TV, kein Buch, kein Handy, etc.)
  • Mit dem Essen aufhören, wenn sich ein Sättigungsgefühl einstellt
 

Auf welche Lebensmittel sollte während der Aufbautage verzichtet werden?

  • Fettigen Speisen wie Fast Food oder Fertiggerichte sollten nicht auf dem Speiseplan stehen
  • Zucker
  • Auch Genussmittel wie Zigaretten, Alkohol oder Koffein sollte man unmittelbar nach dem Fasten meiden
 

Das richtige Verhalten nach dem Fastenbrechen

Wer einmal gefastet hat, profitiert sicherlich von der positiven Erfahrung und auch von ein paar verlorenen Kilos. Damit sich die alten Essgewohnheiten nicht wieder einschleichen, lohnt es sich einen Entlastungstag in den Alltag einzubauen. Essen Sie immer wieder mal einen Tag lang nur Frischkost, Obst oder Reis, etc. Solche Tage sind der perfekte Ausgleich zu Schlemmertagen und führen wieder den bewussten Umgang mit Lebensmitteln vor Augen.

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