Warum ein Fastentag pro Woche so gesund ist

Redaktion PraxisVITA

Bereits ein Fastentag pro Woche verbessert den Stoffwechsel und senkt das Risiko für verschiedene Krankheiten. Diese gesundheitlichen Vorteile hat es, wenn man 1 Tag in der Woche fastet!

Konsequentes Fasten über mehrere Wochen kann viele Menschen an ihre Belastungsgrenzen bringen. Doch das ist gar nicht nötig. Die Erkenntnisse aus der Wissenschaft zeigten, dass ein Fastentag pro Woche schon ausreicht, um von den zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren.

 

Ein Fastentag pro Woche senkt den Cholesterinspiegel

In einer Studie des Intermountain Medical Centers in Murray untersuchten die Forscher, wie genau sich ein Fastentag pro Woche auf die Gesundheit auswirkt. Dafür mussten die Probanden über sechs Wochen lang am betreffenden Tag ganz aufs Essen verzichten. Nur Wasser war erlaubt – je nach Körpergröße und Aktivität zwischen 2 und 3,5 Liter.

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Bereits nach zehn bis 12 Stunden zeigten sich erste Wirkungen. Der Stoffwechsel der Probanden stellte sich um, weil der Körper durch den Abbruch der Energiezufuhr anfängt, Fettreserven zu verbrennen. Zudem konnten die Forscher beobachten, dass der Cholesterin- und Zuckerspiegel sank: „Wir glauben, dass beim Fasten Cholesterin abgebaut wird“, erklärt Studienleiter Benjamin Horne und fährt fort: „Wir wissen schon länger, dass Fasten gesund ist – aber den biologischen Mechanismus dahinter haben wir erst jetzt verstanden.“

 

Durch einen Entlastungstag pro Woche Diabetes und Herzkrankheiten vorbeugen

Letztlich sank der Cholesterinspiegel der Studienteilnehmer nach sechs Wochen durchschnittlich bereits um 12 Prozent. Dieser beeindruckende Effekt wiederum vermindert langfristig die Gefahr für Diabetes und kann sogar bereits bestehende Formen des sogenannten Prädiabetes, der Vorstufe der Zuckerkrankheit, umkehren. Neben dem Diabetes-Risiko verringert sich nach Aussagen der Wissenschaftler auch die Gefahr von bestimmten Herzkrankheiten. Vorausgegangene Studien haben zudem gezeigt, dass regelmäßiges Fasten die Nervenzellen des Menschen abhärten und resistenter gegen neurologische Krankheiten machen.

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1 Tag pro Woche Fasten ändert Gewohnheiten

Doch Ernährungsexperten raten nicht nur aufgrund der Senkung des Cholesterinspiegels und der Blutzuckerwerte dazu, einen Fastentag einmal pro Woche einzulegen. Durch die 24-stündige Unterbrechung der Nahrungszufuhr nehmen Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten bewusster wahr und sind nach Aussagen der Mediziner eher in der Lage, mit ungesunden Lebens- und Essgewohnheiten zu brechen. Die Maßnahme, einen Entlastungstag pro Woche einzulegen, gleiche in diesem Sinne vor allem der ,,Entschlackung der eigenen Gewohnheiten".

 

Leichter abnehmen mit einem Fastentag pro Woche

Mit Fasten lässt sich das Risiko für verschiedene Erkrankungen senken. Es hat aber noch einen weiteren Effekt, wenn man regelmäßig einen Fastentag pro Wochhe einlegt: Erhält der Körper keine Nahrung, muss er sich an den Glukose- und Fettspeichern bedienen, um Energie zu gewinnen. Das Ergebnis: Das Fett schmilzt, die Kilos purzeln. Nicht ohne Grund wird der Entlastungstag als „One-Day-Diet“ bezeichnet.

Durch den Verzicht aufs Essen baut sich ein großes Kaloriendefizit aus, was den Stoffwechsel auf Hochtouren bringt. Weil das Fasten auf einen Tag pro Woche beschränkt ist, lassen sich zugleich Mangelerscheinungen, Muskelabbau und Herzkreislaufprobleme vorbeugen.

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Fasten unterstützt die Zellerneuerung

Dass das Krankheitsrisiko durch regelmäßige Fastentage sinkt, liegt unter anderem an der sogenannten Autophagie. Damit ist die Selbsterneuerung und -reparatur der Zellen gemeint. Befindet sich der Körper im Hunger-Modus, mobilisiert er nicht nur Fettdepots für die Energiegewinnung, sondern auch die Zellen. Je länger der Körper ohne Nahrung auskommen muss, desto stärker läuft die Zellregeneration ab, bei der kaputte und alte Zellteile abtransportiert werden.

Der Abbauprozess versorgt den Körper nicht nur mit Energie, sondern befreit ihn auch von Zellschäden und Plaque, die sich mit fortschreitendem Alter zu verschiedenen Krankheiten entwickeln können. Zugleich wird dadurch die Bildung neuer Zellteile ermöglicht, wodurch die Zellen länger gesund bleiben.

 

Fasten: Reicht 1 Tag in der Woche wirklich aus?

Ein regelmäßig durchgeführter Fastentag kann die Gesundheit fördern, Krankheitsrisiken senken und beim Abnehmen helfen – aber nur, wenn an den restlichen Tagen auf eine gesunde, nährstoffreiche Ernährung geachtet wird. Fasten alleine kann keine Wunder vollbringen. Wer an sechs Tagen die Woche zu Chips, Pizza und Süßigkeiten greift, seinen Körper also mit entzündungsfördernden Lebensmitteln belastet, macht sich die positiven Effekte des wöchentlichen Entlastungstags zunichte. Wer einen Fastentag pro Woche aus gesundheitlichen Gründen einlegt, sollte daher seine Ernährung anpassen.

Quelle:

Fasting reduces cholesterol levels in prediabetic people over extended period of time, new research finds, in: Science News

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