“Fast hätte ich meinen Sohn verloren“ – der kleine Felix brach im Eis ein

Rettungshubschrauber bei Unterkühlung
Mit dem Hubschrauber wurde der kleine Junge ins Krankenhaus gebracht – er hatte eine schwere Unterkühlung © Fotolia

Im Eis eingebrochen: Der kleine Felix lag minutenlang im eiskalten Wasser, war unterkühlt und klinisch tot – heute ist er wieder putzmunter!

Es ist nicht leicht für Susanne Duwe (30), sich an das zu erinnern, was im letzten Winter geschah. An einem kalten Vormittag wäre ihr Sohn fast an Unterkühlung und Sauerstoffmangel gestorben. „Ich wollte mit Felix einkaufen fahren", erzählt Susanne, „musste nur noch kurz den Kindersitz im Auto befestigen. Als ich mich umdrehte, war mein Sohn verschwunden." Zuerst denkt sie noch an einen Spaß, glaubt, er habe sich versteckt. Als Felix (damals fast 2) aber nicht wieder erscheint, beginnt die junge Mutter mit der Suche. Ruft immer wieder laut seinen Namen, läuft die Hauptstraße auf und ab. Kontrolliert den Gartenteich nebenan – ohne Erfolg. Susanne: „Ich wurde immer panischer."

 

Der Junge ist im Eis eingebrochen

Die hektische Suche geht an Nachbarin Jasmin Thörmer (32) nicht vorbei. Ohne zu zögern beteiligt sich die Krankenschwester an der Suche. „Ich weiß nicht, warum – aber ich bin nochmal zum Teich gelaufen – und da sah ich ihn dann..." Felix war im Eis eingebrochen. Lag mit dem Gesicht nach unten im eisigen Wasser. „Ich zog ihn sofort heraus und begann mit der Wiederbelebung", erzählt Jasmin. Sie hört nicht auf, bis die Rettungskräfte eintreffen. Ohne ihre zupackende Hilfe hätte Felix es wohl nicht geschafft.

 

Felix hat eine schwere Unterkühlung

Mit dem Hubschrauber wird der auf 23,8 Grad unterkühlte Körper des Jungen ins Krankenhaus geflogen. Felix wird an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. So können Blutdruck, Durchblutung, Temperatur und Versorgung mit Sauerstoff genau kontrolliert werden, während die Körpertemperatur ganz langsam wieder erhöht wird. Erwärmt sich der Körper nach einer Unterkühlung zu schnell, drohen schwere Gehirnschädigungen.

 

Die Unterkühlung überlebt

Inzwischen versammelte sich die gesamte Familie im Krankenhaus. „Das gab mir viel Kraft, die folgenden Stunden zu überstehen", sagt Susanne. Ihr kleiner Sohn ist ein Kämpfer. Die Mediziner holen ihn ins Leben zurück. Schon nach zehn Tagen darf Felix wieder nach Hause. „Für die Ärzte ist er das ,Wunder-Kind", so Susanne. „Er ist vollkommen gesund und hat zum Glück durch Unterkühlung und Sauerstoffmangel keinerlei Schäden davongetragen." Wohl erst in ein paar Jahren wird Felix verstehen, dass er sein Leben seiner Nachbarin zu verdanken hat.

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