Faltenunterspritzung: Mit Fillern zurück zu glatter Haut

Benjamin Müller Medizinredakteur

Wenn das Alter Spuren hinterlässt, wollen dem immer mehr Menschen entgegenwirken. Eine beliebte Methode das Gesicht zu verjüngen, ist die Faltenunterspritzung. Was passiert beim sogenannten „Liquid Lift“ und welche Risiken gibt es?

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Immer jüngere Patienten spritzen sich schön Foto:  iStock dimid_86
Inhalt
  1. Wie funktioniert die Unterspritzung?
  2. Welche Filler gibt es?
  3. Was sind die Risiken von Dermalfillern?
  4. Wer lässt sich spritzen?

Heutzutage hat fast jeder ein ganz eigenes Rezept um so lange wie möglich jung und schön zu bleiben. Manche treiben fanatisch Sport, andere stellen strenge Ernährungspläne auf und einige schwören auf Cremes, Lotionen und andere Beauty-Produkte.

Doch es gibt auch diejenigen, die ärztliche Hilfe suchen um die eigene Jugend zu bewahren. Bei dieser Gruppe wird die Faltenunterspritzung immer beliebter, um Gesichtsfalten zu beseitigen.

 

Wie funktioniert die Unterspritzung?

Unter einer Faltenunterspritzung, dem "liquid lift" versteht man eine operationsfreie Methode der Faltenreduzierung. Dabei werden verschiedene Substanzen, auch bekannt als „Dermalfiller“, unter die Hautoberfläche gespritzt.

Je nach Anwendungsbereich und verwendetem Filler sollen Falten so aufgefüllt, schlaffe Haut gestrafft oder Gesichtsmuskeln gezielt entspannt werden.

Unterschieden wird zwischen zwei Arten von Dermalfillern: Resorbierbaren Substanzen, die sich mit der Zeit auflösen und nicht-resorbierbaren Substanzen, die dauerhaft unter der Haut bleiben.

 

Welche Filler gibt es?

Zu den resorbierbaren Fillern zählen:

  • Hyaluronsäure (füllt feine bis tiefe Falten auf, hält drei bis neun Monate)
  • Kollagen (füllt kleinere Falten, hält drei bis neun Monate)
  • Poly-L-Milchsäure (füllt und formt großflächig, hält bis zu zwei Jahre)
  • Botulinumtoxin, auch „Botox“ (entspannt Gesichtsmuskeln, hält drei bis sechs Monate)
  • Eigenfett (füllt mittlere bis starke Mimikfalten, hält je nach Patient Wochen bis Jahre)

Zu den nicht-resorbierbaren Fillern zählen:

  • Silikonöl (glättet Mund- und Stirnfalten)
  • „Aptos-Fäden“ aus Polyurethan (Straffung schlaffer Hautpartien)
 

Was sind die Risiken von Dermalfillern?

Als ambulante, kosmetische Behandlung ist die Faltenunterspritzung eine sanftere Alternative zu dem operativen Eingriff des Liftings. Trotzdem ist auch diese Form der Faltenreduzierung nicht gefahrlos – besonders, wenn mit nicht-resorbierbaren Fillern gearbeitet wird.

Vor einer Behandlung mit resorbierbaren Dermalfillern sollte stets ein Allergietest stattfinden, da die Inhaltsstoffe heftige, allergische Reaktionen hervorrufen können. Darüber hinaus werden Filler wie Hyaluronsäure und Kollagen von diversen Herstellern in unterschiedlichsten Zusammensetzungen und Konzentrationen angeboten. Hier sollte eine genaue Beratung mit dem Arzt stattfinden.

Eine Frau cremt sich ihr Gesicht ein
Service Die Anti-Falten-Lüge

Nicht-resorbierbare Substanzen bergen ein noch größeres Risiko: Neben allergischen Reaktionen können die körperfremden Implantate verrutschen oder sichtbare Knötchen bilden. Erschlafft die Haut mit der Zeit weiter, können die aufgefüllten Regionen außerdem auffällig herausragen.

 

Wer lässt sich spritzen?

Trotz der Risiken erfreuen sich die verschiedenen Methoden der Faltenunterspritzung wachsender Beliebtheit. Und wer glaubt, dass nur Menschen mittleren Alters die Behandlung nutzen, der liegt falsch.

Zwar liegt beispielsweise das Durchschnittsalter eines Botox-Erstpatienten in Deutschland noch bei 44,4 Jahren, doch Experten beobachten in den letzten Jahren auch immer mehr jüngere Patienten.

Besonders junge Frauen, die sich an Vorbildern aus den sozialen Netzwerken orientieren, wollen der Faltenbildung demnach mit Botox zuvorkommen.

Quellen:

Lemperle G., Gauthier-Hazan N., Wolters M. (2006): Komplikationen nach Faltenunterspritzung und ihre Behandlung, in: HaMiPla, 38(6), 354-369

Smith K.C. (2008): Reversible vs. nonreversible fillers in facial aesthetics: concerns and considerations, in: Dermatol Online J., 14(8), 3

Für immer jung (2019), in: detektor.fm

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