Faltenkiller stoppt Zähneknirschen

Botulinumtoxin hilft gegen Zaehneknirschen
Botulinumtoxin wird in die verkrampfte Kaumuskulatur gespritzt und dämpft sie so weit, dass der Kiefer nachts entspannt und das Knirschen gestoppt wird
 © Fotolia

Millionen Menschen knirschen nachts mit den Zähnen. Zähne verbeißen sich ineinander, der Kiefer mahlt, die Muskeln pressen – all das geschieht unbewusst, um Stress abzubauen. Klingt harmlos, ist es aber nicht: Unter den nächtlichen „Aktivitäten“ leiden nicht nur die Kiefergelenke. Für Abhilfe sorgt jetzt eine neue Therapie.

Bislang sind die Ursachen für das nächtliche Zähneknirschen zwar noch nicht endgültig geklärt. Ärzte gehen jedoch davon aus, dass sich dieser sogenannte Bruxismus auf eine Verspannung der Gesichtsmuskulatur, besonders des großen Kaumuskels, zurückführen lässt. Aber auch schlecht sitzende Füllungen, Kronen oder Brücken, schiefe Zähne und sogar psychische Einflüsse wie Ängste, Sorgen oder Wut spielen eine wichtige Rolle.

 

Hautärzte entdecken Behandlung mit Botulinumtoxin

Jetzt haben überraschenderweise Hautärzte eine neue Behandlungsmöglichkeit entdeckt. Sie spritzen ein spezielles Botulinumtoxin, kurz BTX, in die verkrampften Muskeln ein. Durch eine gezielte Injektion wird die Übertragung von Nervenimpulsen verhindert und der Kaumuskel genau so weit gedämpft, dass sich der Kiefer nachts entspannt und das Zähneknirschen verschwindet. Etwa 50 bis 70 Einheiten pro Seite sind notwendig, um das Leiden für ca. drei Monate zu beheben. Die Therapiekosten: ab 350 Euro. Während eine Übernahme vonseiten der gesetzlichen Kassen nicht möglich ist, erstatten einige Private nach Antrag die Aufwendungen. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Dermatologen oder Neurologen. Denn Zahnärzten und Kieferchirurgen fehlt es häufig an der nötigen Erfahrung mit BTX.

 

BTX bisher als Faltenkiller erfolgreich

Eine einzigartige Karriere hat die Substanz bereits als Faltenkiller hinter sich: BTX blockiert die Übertragung von Nervenimpulsen, der Muskel kann sich nicht mehr zusammenziehen – die Falte verschwindet. Und auch hier sorgt eine Weiterentwicklung des Jungmachers für Furore, die im Gegensatz zu herkömmlichen Präparaten keine Komplexproteine enthält. Das Medikament ist dementsprechend reiner und die Gefahr einer Immunisierung durch Antikörperbildung aufgrund der geringeren Belastung mit Bioproteinen deutlich verringert. Der Glättungseffekt tritt bereits nach zwei bis drei Tagen ein, hält drei bis fünf Monate an, und eine Wiederholungstherapie über Jahre ist problemlos möglich.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.