Falscher Arzt im Impfzentrum: Gefährliche Körperverletzung in Hunderten Fällen

Ines Fedder Medizinredakteurin

Gegen einen Mann aus Süddeutschland wird aktuell wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Der Mann habe ohne Zulassung über 300 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Wie der Hochstapler aufflog und was das für die Betroffenen bedeutet.

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Ein falscher Arzt im Impfzentrum? Was sich wie ein Märchen aus der Querdenker-Szene anhört, ist in Bayern laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft bittere Realität. Wie mehrere Medien berichten, soll der 50-jährige Theologe über mehrere Wochen im Februar und März in gleich zwei Impfzentren gearbeitet haben, ohne eine Zulassung zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Traunstein klagte den „falschen Arzt“ nun in über 300 Fällen wegen gefährlicher Körperverletzung, Urkundenfälschung und Betrugs an.  

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Wie kam es zu dem Schwindel im Impfzentrum in Bayern?

Wie der Tatverdächtige gegenüber einem Sachverständigen bereits einräumte, habe er die Approbationsurkunde als Arzt einfach gefälscht. Beworben habe er sich damit dann unter anderem in den Zentren in Rosenheim und Karlsfeld, vermutet die Staatsanwaltschaft. Im Landkreis Rosenheim soll der Tatverdächtige zudem auch mobil bei Einsätzen in Alten- und Pflegeheimen gearbeitet haben, berichtet unter anderem die „Deutsche Presse-Agentur“. Weitere Details nannte der Angeklagte selbst bisher nicht.

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Unter seiner Aufsicht sollen insgesamt 1.144 Impfungen angeordnet worden sein. 306 habe der Theologe selbst durchgeführt. Nun muss er sich dafür unter anderem wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Titelmissbrauchs verantworten.

Wie geht es den betroffenen Patient:innen?

Aber haben die nicht von einem ausgebildeten Arzt durchgeführten Impfungen auch Auswirkungen auf die Patient:innen des Impfzentrums? Bisherigen Erkenntnissen nach vermutlich nicht. Hinweise auf gesundheitliche Komplikationen durch seine Tätigkeit ergaben sich laut Staatsanwaltschaft bislang nicht.

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