Falsche Narkose-Ärztin für Dreifachmord verurteilt: Lebenslange Haft!

Eine Ärztin in Hessen soll jahrelang ohne Ausbildung Patient:innen behandelt haben. Das tragische Ausmaß: Mehrere Todesfälle. Nun wurde der Narkose-Ärztin der Prozess gemacht.

Tropf und medizinische Geräte für eine Narkose
In mehreren Fällen wurde die falsche Ärztin wegen Mordes angeklagt Foto: Istock/bymuratdeniz

Es ist ein aufsehenerregender Prozess, der seit Januar vergangenen Jahres beim Landgericht Kassel verhandelt wurde. Eine 51-jährige falsche Narkose-Ärztin aus Hessen muss sich unter anderem wegen fünffachen Mordes in Tateinheit wegen unerlaubter Ausübung der Heilkunde sowie versuchten Mordes in elf weiteren Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und Urkundenfälschung vor Gericht verantworten. Nun ist der Schuldspruch gefallen!

Falsche Narkose-Ärztin aus Hessen verurteilt

Das Landgericht Kassel verurteilt die 51-Jährige unter anderem wegen dreifachen Mordes und zehnfach versuchten Mordes zu lebenslanger Haft. Sie habe wissentlich sich als Ärztin ausgegeben und so den Tod mehrerer Menschen verursacht. Die Richter:innen stellten die besondere Schwere der Schuld fest. Eine Freilassung nach Ablauf von 15 Jahren Haft wird so erheblich erschwert.

Wie kam es zu dem Urteil?

Die Richter:innen sahen es als erwiesen an, dass sich die falsche Ärztin eine gefälschte Approbationsurkunde als Narkose-Ärztin erschlichen habe. Durch mehrere Behandlungsfehler starben drei Patient:innen, andere wiederum trugen schwere Schäden davon. Der 51-Jährigen sei laut Medienberichten unter anderem vorgeworfen worden, Betäubungsmittel falsch dosiert und eine Blutvergiftung nicht behandelt zu haben. Ebenfalls soll die fehlerhafte Behandlung der falschen Ärztin zu Sauerstoffmangel, Organversagen und Schäden des Herz-Kreislauf-Systems bei den Patient:innen gesorgt haben.

Falsche Narkose-Ärztin aus Hessen: So flog der fatale Betrug auf

Der berufliche Werdegang der falschen Ärztin sei sehr verworren. So studierte die 51-Jährige mal in Kassel, Mainz und Frankfurt und wechselte zwischen den Fachrichtungen Zahnmedizin und Biologie. Laut Medienberichten habe die Angeklagte eine Heilpraktiker-Prüfung absolviert und zahlreiche Praktika absolviert. Nach der Promotion in Biologie und einem wieder entzogenen Doktortitel wegen Plagiatsvorwürfen habe sich die Angeklagte einen zweiten Doktortitel im Internet gekauft, so heißt es. Eine abgeschlossene Ausbildung als Ärztin sei jedoch nie erfolgt!

Mit einer gefälschten Urkunde habe sich die Angeklagte eine Anstellung in einer Klinik erschlichen, bevor sie in den Reha-Bereich in eine Klinik in Schleswig-Holstein wechselte. Hier fielen der Ärztekammer nun gravierende Unstimmigkeiten auf in ihren Unterlagen. Die 51-jährige falsche Ärztin zeigte sich darauf hin wegen Anstellungsbetrugs selbst an. Auch die Ärztekammer Hessen und ihre früheren Arbeitgeber erstatteten Anzeige.

Frau gibt sich als Ärztin aus: Welches Motiv steckt dahinter?

Immer wieder gibt es Berichte von sogenannten Hochstaplern, die auch ohne entsprechende Qualifikation sich Dienstgrade und Anstellungen erschleichen. In diesem Fall wurde mit Menschenleben gespielt. Die Staatsanwaltschaft führt das Motiv der Angeklagten auf ein übersteigertes Geltungsbedürfnis zurück. Aufgrund der Angst, den Status als Ärztin zu verlieren, habe die 51-Jährige wissentlich Menschenleben riskiert und sogar nach Todesfällen weiter arbeiten lassen.